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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV. 4.

-und vielleicht werden die meisten übrigen heraldischenCompendien dadurch entbehrlich gemacht.

In das Eecht der Wappen bin ich nur selten aus-geschweift, weil ich zu einer eignen Schrift über diesenGegenstand sammle, welche zwar nicht auf 12 Alphabeteanwachsen soll, wie das Höpingkische Werk, aber dochmehr zur Sache gehöriges enthalten wird, als jenerstarke Foliant."

Die sich genau an Gatterer's Abriss anschliessendeEintheilung des Werks ist folgende:

I. Hauptstück. Von den Wappen und der Wap-penkunde überhaupt. §. 1. Erklärung und Eintheilungder Wappen. § 2. Ursprung der Wappen. B. Ursprungder heutigen Wappen und Erblichkeit derselben.1. Turnierspiele, 2. Kreuzzüge. § 3. Erklärung derWappenkunde. Von den heraldischen Kunstwörtern.§. 4. Von den Herolden. Geschichte der Heraldik. Ur-sprung, Bearbeitung derselben durch die Franzosen.Engländer, Italiener und Spanier, Niederländer undSchweden. Deutsche Wappenbücher. Heraldische Schrift-steller der Deutschen. Anstalten zur Cultur der Heral-dik in Deutschland. § 5. Quellen der Wappenkunde.

II. Hauptst. Vom Schilde überhaupt. § 6 und 7.Verschiedene Gattungen der Schilde. § 8. Kleine undgrosse Theile des Schilds. § 9. Stellung des Schildes.

III. Hauptst. § 10. Von den Tincturen. § 11. Vonder Bezeichnung der Tincturen und den Schraffirungen.

IV. Hauptst. Von den Sectionen und Figuren über-haupt. §. 1220.

V. Hauptst. Von den Sectionen insonderheit undzwar 1) mit geraden Linien §§2147, 2) mit krummenLinien § 48.

VI. Hauptst. Von den Heroldsfiguren oder Ehren-stücken. §§. 49-65.

VII. Hauptst. Von den gemeinen Figuren, 1) vonden natürlichen 6670. 2) Von den künstlichen §.71.

VIII. Hauptst. Kunstwörter, die in der Beschreibungder Figuren gebraucht werden.

IX. Hauptst. Regeln der Figuren §§. 73103.

X. Hauptst. Von der Wappen Vereinigung. 1) Vonder Vereinigung mehrerer Wappen überhaupt. §§. 105111. 2) Von Vereinigung der Wappen in den Frauen-zimmerwappen insonderheit. § 112.

XL Hauptst. Von dem Plan und Entwurf derWappen.

XIII. Hauptst. (Das XII. ist nicht vorhanden!)Von den Nebenstücken der Wappen. I) Von den Unter-scheidungsstücken. 1. Von dem Helme a) überhaupt,b) insonderheit von den Helmkleinodien, c) von denHelmdecken. 2. Von den Kronen. 3. Von den Hütenund Mützen. 4. Von Unterscheidungsstücken hinterund um den Schild. II) Von den Prachtstücken undzwar 1) von den Schildhaltern.

XIV. Hauptst. Von den Beyzeichen und redendenWappen.

Die Wappen sind ZeichenI. der Personen

a) in Ansehung des Subjects welches sie führt

1) einzelner Personen, persönliche Wappen.

2) mehrerer Personen

a) einer Familie, Familienwappen,Stammwappen

ß) einer Gesellschaft, Gesellschafts-wappen.

b) in Ansehung des Grundes, aus welchem sie ge-führt werden.

1) wegen eines Amts oder Würde, Amts Wap-pen, Würdewappen

2) wegen einer Gnade, Gnadenwappen

3) wegen des Schutzes, Schutzwappen

c) In Ansehung der Dauer

1) persönliche

2) erbliche

II. der Länder und des Besitzes derselben, Länder-wappen, Lehenwappen. Der Besitz ist

a) gegenwärtig, Herrschaftswappen

b) vergangen, Gedächtnisswappen

c) zukünftig,

1) streitig, Anspruchswappen

2) zuverlässig, Erbschaftswappen.

Gnaden- und Schutzwappen lassen sich oft kaumvon einander unterscheiden. Einige wollen 'bey demDeutschen Kaiser diesen Unterschied machen, dass derganze Adler ein Schutz wappen, der halbe Adler aber,wie ihn manche Reichsstädte führen, ein Guadenwap-pen sey; es wird aber beydes als Schutz wappen ver-liehen. Nicht jeder vom Kaiser verliehene Adler istsogleich der Reichsadler; noch weniger ist derselbe einnothwendiges und unfehlbares Kennzeichen der Reichs-freybeit und Unmittelbarkeit bei den Städten, weilmehrere Reichsstädte denselben nicht im Wappen führen.

Man wollte überall Wappen finden, wo noch keinesind; auf den Schilden und Helmen der Egypter, imAmtschild des Hohepriesters der Israeliten, auf denSchilden der Griechen und den Fahnen der Römer.Allein Bilder, Symbole, Zeichen, welche zur Unterschei-dung und Bezeichnung eines Volks, eines Reichs, einerStadt, einer Person oder Sache dienen und auf Waffenoder Siegeln gebraucht wurden, sind noch keine Wap-pen. . .. Ein Bild, das ein Wappen sein soll, muss sein:

1) regelmässig, nicht willkürlich

2) beständig und unveränderlich und soll es einGeschlechts-Zeichen seyn, erblich.

3) ein Zeichen eines besonderen Vorzugs, einer Ehreoder Gerechtsame.

Also gehören nicht hierher jene Charactere oderZeichen, welche sowohl Religions- als profanen Gegen-ständen, oder einem gewissen Ort willkührlich beyge-legt werden und zum Theil von Mahlern und Dichternerfunden worden sind. Dergleichen sind der Schlangen-stab des Merkurs; der Dreyzack des Neptuns, die Leyerdes Apolls, die Fasces des Consuls, drei Schlangen, dasSymbol von Asien, die Taube, das Symbol der Assyri-schen Könige; der Elefant, das Symbol von Afrika.

Das Wappenwesen ist Germanischen Ursprungs.Man unterscheide aber den ersten, entferntenUrsprung, undden nähern, wie auch den wirklichenGebrauch der Wp. aus-ser Schild undHelm. Man unterscheide ferner den Ursprungder Lehn- und Geschlechtswappen, der Amts- Würde-und Gnadenwappen; die Wappen der Städte, Gemeinden,Privatpersonen; wie und zu welcher Zeit aus Lehen-oder Amtswappen Geschlechtswappen geworden, und beiden Nachkommen erblich geblieben.

Beispiele von Lehren der französischen Heraldiker,welche in Deutschland keine Anwendung finden, sinddas, was sie von den Beyzeichen zur Bezeichnung derunehelichen Geburt bemerken, die Eintheilungen undBegriffe von den Ehrenstücken, die Lehren vom Ge-brauch der Kronen, von der Anzahl der Reife am Rostdes Helms, von der Tinctur der Helme, dem Gebrauchder Schildhalter, dass sie die Beyzeichen auf dem Helmnicht wiederhohlen lassen etc.

Wagenseil verdient keinen Beyfall, wenn er be-hauptet, die Heraldik könne in keiner Sprache besservorgetragen werden als in der Französischen. Diedeutsche Sprache ist wirklich dazu eben so gut undoft noch bequemer. Manche französische Kunstwörtersind ohnehin aus derselben entlehnt; z. E. Blason,gueules. Es fehlt der deutschen Sprache nicht an dennöthigen eigenen Kunstwörtern.

Wappen sind eine Art historischer Denkmähler,die man aber ohne historischen Commentar nicht lesen