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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV. 4.

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stellet, in solcher verfahr ich also, bey dem Entwurf:die Person so ihre Ahnen beweisen soll, setze ich zuoberst und ihre Eltern und Vor-Eltern in folgenderOrdnung hernach. (Es folgt eine farbige Darstellung:einegestürzte" Ahnentafel). In dieser Ahnentaftelmache ich zuletzt an die Schilder der Nahmen (sollwohl Ahnen heissen) so viel in der Erden stehendeStämme, als welche anzeigen, daß aus acht (m ms.steht8 aus") unterschiedenen Stämmen der (iipftel,welchen der probans vorstellet.

§. 29. Der Gebrauch der Wappen bey Grabmählernrichtet sich gäntzlich nach denen Ahnen-Tafeln und ist31ey Art, entweder am Sarge oder Leichentuch, oderan Grabstein, oder an Cabinet des Armes.

§. 32. Cabinet des Armes, oder Cabinet dhonneurist in Deutschland und Niederland sehr üblich und eineArt eines Grab - Mahls davon der Teutsche Namemangelt. ... , . . .

§. 34 Die Uebung der Wappen-Kunst erweist sichauch in Erfindung und Verbesserung der Wappen. DieErfindung der Wappen ist in Teutschland ein Kaiser-liches reservatum, welches von dem Kayser andernPersohnen durch das große und kleine Comitiv mitge-theilet werden, vermöge des großen Comitivs könnenauch Adeliche Wappen gegeben werden, das kleineaber gehet nur auf bürgerliche Wappen.

§. 36. In Erfindung der Wappen sind die redendenWappen, wenn sie geschickt angegeben werden, nichtzu verwerfen, weil sie in den ältesten Wappen auchihren Grund haben, überhaupt hat man sich dabey nachdem Stand, Würde, Verdiensten, Güttem und andernUmständen derjenigen Persohnen zu richten welcheein Wappen begehret. Ein Wappen von vielen Feldernist niemahls einer bürgerlichen Person zu ertheilen, je-doch ist derselben kein offener Helm zu versagen, wohlaber auch ein gecrönter.

§ 37 Die Verbesserung der Wappen kann mitund ohne höhere Autorität geschehen, mit höherer Au-torität muß dieselbe vorgenommen werden, wann ichein anderes Wappen entweder wegen angefallenerLehen-Gütter, die ihr besonderes Wappen haben, meinenbißher geführten Wappen beysetzen will, oder wannich, wegen besonderer Verdienste ein ewiges Denckmahl,bey meinem Wappen begehre. Ohne höhern Consensaber kann ich mein eigenes Wappen selbsten verhessern,Wann ich, aus alten Monumenten, Siegeln Gemahldennnd andern glaubwürdigen Urkunden ersehe, dass ent-weder in Figuren oder Farben oder Schilds - Theilungdurch Nachlässigkeit derer Vorfahren das alte Wappenin seiner form ist verändert worden, denn da vindicireich mir nur dasjenige , was mir gehöret und suchemeinen Schaden abzuwenden, der aus einen Veränderen(') entstehen könte. ,,

tfriebrid, <£briftian £effers, Seniors bes mmigeni 3 u»otbfyufen 2lus 3 ug feines Ctactates, fo er wn ber Mfünft ber (gelehrten gefcbrieben: Hamburgtsches Magazinoder gesammelte Schriften zum Unterncht und Ver-gnügen aus der Naturforschung und dem hmQWissenschaften überhaupt. VI. Bd. Hainburg und Leipzig

1?5 °;Unt 6 er 7 andern Kunstsachen meine«*»**»£ich auch einen Band in Folio von lauter Siegeln gelehrtet Leute, aus Siegellack bestehend, sodann aucheinen andern Band in Folio von ^n Wappen undZeichen gelehrter Leute, Buchhändlerd Buchdruckerin Kupfer gestochen, oder in Holz g^rntten, gesammelt. Ich bin aber dabey gew£r worden tos esuns in der Geschichte der Gelahrthe. bisi hierher ineiner Untersuchung von den Wappen derQJWn gefehlet habe, und daher sehnlich gewunschet j«^sich unterziehen möchte, diese Arbeit zu unternehmen.

Es ist mir zwar nicht unbewußt, dass der Lehrer derWohlredenheit und Dichtkunst zu Frankfurt an derOder, Joh. Schoss erus in seinen schönen lateinischenGedichten ein ganz Buch von den Wapen der Gelehrtenin elegiaschen Versen zurück gelassen, in welchen erdie Figuren 62 Wapen gelehrter Leute erkläret. Sohat auch der nicht minder bekannte lateinische Dichterund Lehrer' in Erfurt, Hei. Eoban. Hessus lateinischeVerse auf die Wapen damals lebender Gelehrtenverfertiget, welche der gelehrte Bürgermeister in Nord-hausen Michael Meienberg auf Angeben MutianiKufi, eines gelehrten Canonici in Gotha, an die Wandin einer seiner Stuben malen lassen. Man findet sie indes Hessi gar seltenen lateinischen Briefen, so JoachimCamerarius durch den Druck M. Ernst Vögelin zu Leip-zig 1561 in 8tav heransgegeben. Ich besitze auch untermeinem wenigen Büchervorrathe die lateinischen Ge-dichte des Lehrers der Rechte und Vorlesers dergriechischen Sprache zu Jena, Johann Mylii, welchenicht eben so oft angetroffen werden. Hierin hat erein ganzes Buch unter den Namen Stemmatum siveimaginum eingeschaltet, worinnen er 29 nicht nur ad-licher, sondern auch gelehrter Leute Wapen anführetund ihre Figuren erkläret. Auch habe ich M. Joh.Christian Kochs Pfarrherrs zu Lomatzsch Versuch undNachricht von den Wapen der Gelehrten, Leipzig 1728 8,welches aber mehr eine Geschichte von ihren Leben,als von ihren Wapen ist. In Martin Friedrich Seidelsraren Bildnissen der Gelehrten, so die Mark Branden-burg berühmt gemacht, und bey den Bildnissen derGelehrten, so der fleißige nürnbergische BuchhändlerFriedr. Rothscholz in. Kupferstichen an das Licht ge-stellet, sieht man auch meistentheils ihre Wapen bey-gebracht. gleichwie man auch oft bey einzelnen Kupfer-stichen gelehrter Leute wahrnimmt. Allein mir istgleichwohl nicht bewußt, dass jemand die Wape'n-kunst der Gelehrten in einer ordentlichen Lehrartvorgetragen haben sollte. Dahero habe ich oft bey mirselbst gewünschet, dass jemand, der dazu Vorrath undgehörige Wissenschaft hätte, sich solcher Sache unter-ziehen und seine Gedanken davon durch den Druckbekannt machen möchte. Als ich nachero in den sieben-zehnten evangelischen Zehnten des Herrn D. ErnstValent. Löscher's im dritten. Theile No. III auf dem273. Blatte las:

Es würde nicht unnützlich, vielweniger unange-nehm sein, wenn jemand die Wappen dererTheologorum sammlete, worzu auch auch die In-siegel derer theologischen Facultäten könntengethan werden etc.;auch in Petri Albini lateinischer Lebensbeschreibungdes berühmten Georgii Sabini, welche Theodor Crusiusim Jahre 1724 zu Liegnitz aufs neue in 8tav mit vielenAnmerkungen durch den Druck bekannt gemacht, aufdem 127. Blatte in der 132. Anmerkung fand, dass ersich wunderte, warum bisher niemand eine genaueNachricht von den Wapen der Gelehrten gegeben,welche doch nöthig wäre : so munterte mich dieses nochmehr auf, bey Nebenstunden meine saure Arbeit damitzu versüßen, dass ich eines und das andere davon an-merkete, wenn ich hier oder dar etwas zerstreuet an-traf. Nachdem hernach obbenannter Rothscholz seinepinacothecam insignium, welche er durch den geschicktenGrabstichel Georg Wolfgang Knorrens zu Nürnberg inKupfer stechen und 1738 in Folio ausgehen lassen,worinnen er die Zeichen und Wapen hoher Schulen undderer Facultäten, gelehrten Gesellschaften und anderergelehrten Männer zum Vergnügen vor Augen legte: sohoffte ich, es würde dadurch etwa jemand ermuntertwerden, diese Materie genauer zu untersuchen. Weilaber bis daher meines Wissens solches noch nicht ge-schehen : so habe ich mich dieser Arbeit unterzogen,