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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV. 4.

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Man kan die Ehren-Stücken in zwey Arten ein-theüen, in die einfache und in die zusammengesetzte.Die einfache entstehen entweder aus parallellen Linienoder aus gegen einander lauffenden Linien. Der zusam-men gesetzten Ehren-Stücken sind viel, doch sindn »r fünffe welche eigne Namen haben, nemlieh dasCreutz (drei Arten) der Sparren und die Einfassung. .Es ist zu remarquiren, dass die Ehren-Stücken eigent-lich an den Rand stossen müssen."

Der Verleger veranstaltete 1729 eine neue Auflageohne Mitwirkung des Verfassers,weil derselbe, alsnunmehriger Köuigl. Pseussischer Hof-Rath und Profes-sor Iuris Ordinarius zu Franckfurth an der Oder, durchandere wichtigere Geschaffte verhindert." Der Abdruckist im Wesentlichen unverändert. Eine dritte Auf-lage erschien unter folgendem Titel:

I). 3ol)atm tDolffgang Triers (Einleitung 3Uber IDapen-Kunft. ZIcbft einem Dorbericbt con ber gefamm«*en fkroIbs'ttHjfenfcbafft. 3 n biefcr neuen Zluffage nacb"Wtt öuftanbe ber gegenwärtigen geiten fo »ob,! in ber^atjl 0 <. r iDapcu als auch ber CErflärung berfelben, Der-mehret oon D. (£b,riftian 3ob,ann ,f cufteln. £cip3igoc? Carl £ubtpig 3acobi 1744 (80 786 S.)

Die Vermehrungen sind fast ausschliesslich derSpecial-Abhandlung zu gute gekommen.

IHortin Scbmeijels, Philos. Prof. Publ. wie aud) ber£jod)fiirftl. ZJcabemifcbcn Siblioiljcc 3U 3 cna InspectorisEinleitung 3ur tDappcn-fcer/re, barinnen bic (Srunb-Sätjeoentlicb erfläret unb mit ciclen Cjempeln gehörig erläutert»erben. ZTcbft ber Slafonnirung bes Kön. prcufjifcbenWappens. JTtit Königl. pobjnifcbett unbbur « SädjfifcbenQ Uergnäbtgften Privilcgio. 3e«a, bei 3 ohann SernbarbWartung 1723.

Martin Schmeizel geboren 28. Mai 1079 zu Cron-st adt in Siebenbürgen, ging 1700 nach Jena dann nachWittenberg und Greifswald, wurde 1712 in Jena Magister,!720 Assessor der philophischen Fncultät, 1721 Profes-sor und akademischer Bibliothekar: 1731 wurde erProfessor Juris Publici und Historiarum zu Halle, woM am 30. Juli 1747 gestorben ist. i)

Inhalt des Buches: Vorbereitung zu der Einleitungzur Wappen-Lehre, darinnen von der Natur und Be-schaffenheit derselben überhaupt gelehret wird 1. vondenen unterschiedlichen Benennungen. 2. Von der Be-schreibung dieser Wissenschafft. 3. Von der Abtheilungdieser Wissenschafft. 4. Von denen Grund-Sätzen dies.Wiss. 5. Von dem Nutzen, Notwendigkeit und Hoch-achtung d. W. 6. Von den Mängeln der Wappen-Lehre.

7 - Von dem Ursprung und Fortpflantzung derselben.

8- Von denen hieher gehörigen Schriften. 9. Von derMethode diese Kunst zu lehren und zu lernen.

Eingang zur Abhandlung der Wappen-Lehre darin-nen der völlige Inhalt, aller abzuhandelnden Materien,z u sehen ist. I Abth. Von dem Wappen-Wesen über-haupt: 1. Von der Beschreibung der Wappen. 2. Von

1) Eine frühere Schrift des Verfassers ist die fol-gende:

A. D. T. 0. M. Dissertationem de natura et indoleWtis heraldicae Oder Von der Natur und Wesen derWappen-Kunst ex decreto inelyti pholosophorum ordinisla academia Jenensi, pro loco in eodem, maiorum morer iteque impetrando, publico eruditorum examini submit-*et M. Martinus" Schmeizel, Corona-transilvanus-saxo, respondente Hermanno Nicoiao Koch, Verdensi add - XIV. Junii A. B. S. MDCCXXI. Becusa et emen-d ata 1740. Halae Magdeburgicae, litteris Christ. LudovSympheri, acad. typogr.

Das Wesentliche dieser Schrift ist in die Einleitung.zur Wappen-Lehre übergegangen.

dem Ursprünge derer heutigen Wappen. 3. Von demUnterscheid derer Wappen. 4. Von denen Stücken undTheilen eines vollständigen Wappens; die wesentlichenStücke eines Wappens; von dem Schild; dieHeroldsfiguren; die Schildestheilungen oder Sectiones; das Schildes-Haupt; des Schildes Fuss; die Quer-Balcken etc. die gemeinen Figuren; die Beyzeichen;von dem Helm ; von den Neben-Stücken eines Wappens.5. Von denen Wappen-Farben. 6. Von dem Gebrauchund Gerechtsamen der Wappen.

IL Abth. Wie unterschiedliche Wappen in eincorpus zusammen gesetzet werden. III. Abth. Von derArth und Weise ein vollständiges Wappen nach denRegeln dieser Kunst ordentlich zu blasoniren.

Aus der Vorrede:Die Materialien an sich, sindalt, der Vortrag aber gantz neu. Indem vieles hierzusammengezogen worden, was du sonst in vielenBüchern suchen müssest aber auch in einigen gar nichtantreffen werdest und die Methodische Einrichtung istgrösstentheils auf eine solche Arth geschehen, die ichvon niemanden weder abgeborget noch abgelernethabe."

(II)Wenn ich aber eine gehörige Definition derHerolds-Kunst geben soll, so legen sich mir alsobaldverschiedene Difficultäten in Wege; denn weil dieseWissenschafft unter denjenigen zur Zeit ihren Platzhat, die noch im Wachsthum und Ausbesserung stehen... als ist auch kein Wunder, dass diejenigen, so zuderen Ausbesserung rühmlich Hand anlegen, zur Zeitnoch keinen gleichförmigen Concept von derselben habenund dahero auch gantz unterschiedlich dieselbe be-schreiben.

Tch bleibe bey der an einem andern Orth *) gegebe-nen Definition und sage: Die Heraldik sey eine Wissen-schafft, welche die Wappen also betrachtet, dass sienicht nur zu erkennen giebet deroselben Ursprung undFortpflanzung, sondern sie zeiget auch die erste Grund-sätze nach welchen Wappen in Ansehen aller ihrerClassen, Stücken und Figuren müssen eingerichtet undgezeichnet auch visirt oder blasoniret werden, ja sielehret auch den mannigfaltigen Gebrauch und Gerecht-same so wohl der Wappen an sich, als auch derer soWappenfähig sind u. s. w.

Mein Vorsatz lasset es nicht zu, sowohl die Ur-sache dessen, was ich sage zu untersuchen, als auchaller Scriptorum ihre definitiones hier beyznsetzen,dahero wird genug seyn, wenn ich zu verstehen gebe,wie ich ein Wappen beschreibe. Dieses geben nunfolgende Worte zu erkennen, wenn ich sage:

Ein Wappen nach der heutigen Beschaffenheit,sey ein Kennzeichen so aus Schild und Helm bestehet,in und auf welchem allerhand Figuren von unterschied-licher Arth und Farben, zu sehen , und von der hohenObrigkeit demjenigen erblich und mit allen von demGehrauch eines Wappens dependirenden Gerechtsamen,beygeleget wird, der durch tapfere Thaten oder sonstdurch rechtschaffene Dienste um das publicum sichmeritirt gemacht, und das zu dem Ende, damit sowohlgute Verdienste belohnet, und andere zu gleichförmigerBemühung möchten angeflammet werden, als auch, dassdurch diese Ehren-Zeichen, eine Person, eine Familievon der andern könte und möchte unterschieden werden,und was des Dinges mehr ist."

(Ursprung der W.)Das ganze Verwirre kommtmeinem Ermessen nach, daher, weil die meisten keinennöthigen Unterschied gemacht, unter denen Insignibusd. i. Wappen nach der heutigen Beschaffenheit, undunter den Signis d. i. schlechten Zeichen, dergleichenman in alten Zeiten, fast bey allen Völckern in ihren

3) dissert. de natura et indole artis heraldicae p. 10.