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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV. 2.

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dass er zu Wasser eine loebliche That gethan. Gleich-wie nun das stäts bewegliche Meer, keine Päulung nochtodten Leichnam leiden will, sondern denselbigen mitinruhigen Wellen an das Uffer wieder auswirft; Alsokönnen hochgestirnte Geister nicht müssig seyn, unddiejenigen wol vertragen, welche ihnen mit faulem Ge-schwätz überlästig sind.

Ludwig Joachim Stolle 1688, 1689.

Ich schliesse diesen Abschnitt mit der Anführungzweier akademischen Schriften, die zu weiteren Be-merkungen eine Veranlassung nicht geben.

Q. B. V. T. De artis heraldicae origine et Naturaexercitatio I indultu inclytae facultatis philosophicaePlacidae eruditorum disquisitioni in Academia Lipsiensia praeside M. Ludov. Joach. Stollio, Rochspoleto-Alsato, et .Johanne Brescio Gubena-Lusato, Phil. Baccal.npris pomeridianis respondente, die 31. DecembrisMDCLXXXVIII Proposita Lipsiae, typis Krügerianis.(* 18 S.).

exercitatio II consensu inclyti ordinis philo-sophici in Alma Philuraea solenni eruditorum ventila-tioni a praeside M. Ludov. Joach. Stollio Boch-spoleto-Alsato et respondente Joh. Gunth. Hickmanno,Battbergae-Westphalo die 23. Februar. MDCLXXXIXsubjecta. Lipsiae, Typis Christophori Fleischen.

Inhalt der ersten Dissertation: 1. de disciplinaeheraldicae subjecto; cap. 1 de armorum originatione 2. dePrimis tesserarum vestigiis in antiquitate.

Inhalt der zweiten Dissertation: cap. 3 de progressurei tesserariae in antiquitate; cap. 4 de formae armo-rnm insignium modernae assumtione.

Petra Sancta, Menestrier und der Engländer Spel-niann sind die Hauptgewährsmänner des Verfassers.

5. Capitel.Bewog Ernst Bogislav vonCroy als Heraldilter.

Am Kurfürstlichen und Königlichen Hofe von BerlinWar es von jeher Gebrauch, bei Aenderungen des lan-desherrlichen Wappens die Meinung nicht bloß der ober-sten Behörden, sondern auch von Sachkennern anzu-hören. Wir ersehen diess z. B. aus dem in der Lite-ratur über das Preussische Wappen öfters citirten abernoch nirgends abgedruckten Bedenken des GeheimenKäthes vom Jahre 16091) aus welchem ich hier einenAuszug folgen lasse:

Bedenken des Geh. Eaths zur Vermehrung des Kur-fürstl. Wappens nach dem Anfall von Cleve, Mark, Ba-vensberg. Ao. 1609 7. Juni.

, »Dann, vorß Erste, hatt man wie billich die Güe-usche, Clevische, Bergische, Marckische vnndt Bavenß-Pergische füntf wapen, die nunmehr aber keine an-haltende, Sondern über albereit erledigte, vndt eigen-thümbliche lannde gebraucht werden, allersambt mit?°Hen hinein rücken: So auch dero andere altväter-lichen, von vngedenklichen Jahren hero geführeten, yndea » Schilden vndt Helmen, Inner: vndt ausser Beichlialler Ortß bekandten Stambheusern, wapen, deren keinesWollen heraußer lassen, hatt man in nottwendig, we-niger nicht, den mitt den 24 vnterschiedlichen Schildenvnndt Feidierungen, dieß falß können anß- oder zu-kommen.

Gleiche meinung auch mitt den Helmen gehabt,

1) Im Königl. Hausarchiv zu Berlin.

dass man derer nach proportion eines so grossen Chuervnndt Fürstlichen Wapens auch nach präeminentz vndthoheytt, der so vielen darunter begriffenen stadlichenlande vndt leute, weniger nicht, den die Sechß princi-palisten Helmen, zusambt denen Cleynodyen hat müssenbehalten, vndt auffsetzen.

Zugleich auch eines iedern Fürsten-thumbß vndt landes praecedentz im Reiche,vndt sonstenjusto modo vndt ordine in achtnehmen vndt observiren.

Jedoch vor allen Dingen die eigenthumb-liche Lande denen noch in anwartungschwebenden, die Hauptwapen den gerin-gern vorziehen und vorsetzen.

Dieweill dan vor allen andern der fcepter imblawen Felde, dass rechte Haupt vnndt Chuerwapen ist,hatt derselbe schild füglicher nicht, dann mitten in demgantzen wapen, Jedoch etwaß höher dan niedriger, auchan der Größe waß ansehnlicher, seinen vorigen ort undstelle können haben, vnndt behalten. . . .

Dieweill ess dan nicht weiniger auch hierumbsolche gestalt vndt bedencken gehabt, auch im Beichenicht vngewöhnlich gesehen wirdt, dass potentaten, wosie die Helmen nicht alle können auf die obristen dessSchildes bringen, dass sie dieselbe seitwertz mit an-hängen, wie es dan E. Chuerf. Gn. geliebter herr Bru-der, Marggraf Johann Georg bey S. F. Gn. Strassburgi-schen Begiment in dero Cantzley Secret auch also ge-habt.....

Alleine dass, dess Herrn von Palen anzeigenach, etwa an den färben ein geringer error: dassnemblich, auf dem Helmen vber Cleve, der hundt gelbevnd die fluegel schwartz gemahlet, da doch der Hundtsolte schwartz vndt Im fluegell gelbe sein.

Item der Guelichsche Ochsenkopff nicht so fernevon dem Helme solte abestehen : Sondern gleichsam halbin den helmeu beissen.

Item dass Marckische wapen der weiss vndt rotenrauten, nicht in einem gelben sondern in einem rotenfelde stehen.

Doch schlechte fehler sein, die in dem künftigennachmahlen fast leicht zu endern vndt zu corrigirenstehen. ..."

Signatum Colin an der Sprew den 7. Juny Ao. 1609.E. Churf. G.

etc. etc.Christian Diestellmeyer.Friedrich Pruckman.Nickeil v. Kötteritz.Simon Virich Pistorius.Einem Herrn von Pallant war demnach als Sach-kenner der Entwurf zur Begutachtung vorgelegt wor-gelegt worden. Es ist mir über die Persönlichkeit des-selben leider nichts bekannt.

Während der Begierung des Grossen KurfürstenFriedrich Wilhelm von Brandenburg traten wiederholtsehr erhebliche Veränderungen des Staatsgebietes ein,welche auf die Zusammensetzung des Wappens zurück-wirkten. So musste in Gemäßheit eines Vertrages mitder Krone Schweden d. d. Osnabrück 20. Januar 1647das Feld für Rügen aus dem Brandenburgischen Wappenweggelassen werden. Demnächst kamen neu hinzu:Magdeburg, Halberstadt, Minden, Cammin.

Die Folgen des Friedens von Wehlau im J. 1657blieben ebenfalls nicht ohne Einfluss auf das kurfürst-fürstliche Wappen; der Kurfürst erlangte über seinHerzogthum Preussen die volle Souverainetät und gabdesswegen dem Herzogshut eine der Krone sich näherndeForm (vergl. S. 476).

Die Verhandlungen von Bromberg, wo der WehlauerFriedenstractat beschworen wurde, erwarben dem GrossenKurfürsten die an der Grenze Pommerns belegenen