Geschichte der Heraldik. IV. 2.
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<*M« die unterschiedliche Linien dardnrch unterschiedenw «rden, jedoch dass der Schild unverändert bleibe: wiedann bey gegebener Geschlechttheilung, insgemein dieNamen der angefallenen Herrschaften, zu mehrerer Vn-terschied, beygerucket werden. *)
*) Bernh. Hertzog, Chron. Alfat. p. 260.
7. D. Es gilt auch nicht gleich, dass man die Schildund Helm zu halten, beysetze was man will. Der Kö-m g in Franckreich hat allein Engel bey seines König-liches Wappen, weil die Engel solches vomHimmel sollen gebracht haben. Das Engellän-dische Wapen hält ein gekrönter Leopart, und ein Ein-horn zur anderen Seiten, mit einer güldenen KettenJrob den Halss. Das Wapen Cofse halten zween Grei-fen, der Hertzogen von ßethune zweeu wilde Männer,U- d. g. Ferners ist zu merken, dass allein derKönige Wapen unter einem Thronzelt (JePavillon auec son chapeau) mit Fürhangen zu bei-den Seiten gehangen werden: Andere Fürst-liche Wapen sollen das Zelt ohne Thronhaben.
8. J. Aus diesem Gespräche hab ich so viel geler-nt, dass fast nichts so unbekant als die Wa-Psn, von welchen sonders Zweiffei noch viel ein meh-*eres zu sagen were: Weil aber scheinet, als die Herreudieser Jungfrauen Gedult zuzuhören missbrauchen wol-len, beliebe denselben, welche in red- und schreiben die•^deutlichsten sind, ein Spiel aufzugeben.
«Sefpräcbfpiele
?. (EbL rtümberg 1647.
CCLV Spiel.Die Heroldkunst.
Degenwert: Die Heroldskunst hat mit der Bild-S^ey eine grosse Verwandtschafft massen die altenwapen selten ohne Deutung, oder eine sondere Ge-schichte von den Herolden gegeben worden.
2. C. Wer seynd dann die Herolden?
3. D. Vor Alters sind selbige in grossem Ansehengewesen, als welche sich zehen gantzer Jahre im Kriegs-wesen tapfer gehalten, und nachdem das 40. Jahr er-jaget, ihrer Dienste erlassen und zu Buhe gesetzet"Orden, ihrem Herrn mit Bäht beyzustehen, und den«olverdienten Soldaten die Wapen, als eine BelohnungJJäd Kennzeichen ihrer Tugend auszutheilen, und zu*u erkennen. Diese haben nachmals in ihrer Ambts-^errichtung gehabt, den Krieg anzukünden, Fried undAnstand zu handien, erwachsende Streitigkeit beyzu-1 egen, über die hohen Häuser und Geschlechte BegisterZt i halten in welche aller Herren Geburt, Verheuratun-(jen und Absterben ordentlich verzeichnet wurde, der-gleichen in Engelland noch gebräuchlich ist.
, 4. V. Wann solche in Teutschland wieder solte auf-gerichtet werden, könte man manche Irrung, wegenj*W Gesipschaften, vermeiden, übelhergebrachten Wapen* b gethan, und solte eines Jeden Lands Herold, dem■Keichsherold, oder Wapenkönig (daher er auch einen^epter führet) zu Gebot stehen, und schuldig seyn von*"* das Amt lehenweis zu empfahen. Ein solcher He-
av so ' te m S 11 * 6 Einkommen machen, und dieseBjOelicbe Wissenschaft wieder empor, und in den alten«brenstand bringen, in welcher sie zu Zeiten KaiserV ar « des Grossen gewesen, da sie niemand als vorS*"» Kaiser beklagen dörffen, ja sie sind von den grossen«erren am Hof als Helden geehret worden.
&-.A. Man nennet die Herolden auch Ehrenholdew& Hn ich mich recht erinnere.
, 6- K. Ehrenhold ist dem Wort nach einer, der»ofc der Ehren befleissiget, der die Tugend lieb und
wehrt hat, aber noch nicht in Heroldsdiensten ist, son-dern die Heroldskunst noch lernet, vor Alters benanntein Wapenkundiger. Die Herold folgen ihres HerrnHof und sind bey allen Beiehsbegängnissen und Ver-sammlungen gegenwärtig, wiewol viel derselben die sogenante Heroldskunst wenig verstehen.
Georg Büxner in der Vorrede des Turnierbuchs
Bl. 7 u. 10.
7. C. Ich hab mehrmals bey mir gedacht, warumdoch zwischen dem Adel, der durch die Feder erworbenwird, kein Vnterscheid in den Wapen zu bemerken:da doch der Ankunft nach eine grosse Vngleichheit be-weisslich.
8. D. Es ist, nicht zu zweiffein, dass der Adel vonder alten Tapferkeit herstammet, welche in den Nach-kommen fortgepflantzet, und eines Theils durch Nach-ahmung der rittennässigen Eltern, andern Theils durchdie Auferziehung, welche gleichsam die andre Naturist, erhalten wird. Bevor aber ich meine Meinung hier-von sage, ist zu betrachten, dass der Adel aus andernmehr Vrsachen kan zuwegengebracht werden, dann ichnur die vortrefflichste gedacht, nemlich der Waffen undder Geburt.....
[Die folgenden SS- bis 16 betreffen den Adel].
17. A. Hierdurch ist aber die aufgegebene Fragenoch nicht beantwortet: Wie der Stammadel und derGelehrten Wapen unterschieden werden.
18. D. Ich habe gehört, dass vor 2 - 300 und mehrJahren dieser Vnterscheid sey beobachtet worden, dassder, so durch Tapferkeit geadelt worden, Thier, alsLöwen, Adler, Beeren, Greiffen, Turne, Degen, Lantzenund dergleichen im Schild geführet, andre aber Hertz-oder Kleeblättlein, Binge, Pfäle, Wellen- oder Zinnen,Linien, Hakken und ders>leichen Sachen , welche nichtzu dem Kriegswesen dienen, wiewol vieler solcher Edel-leute Nachkommen, mehr Lust zum Waffen, als Bücherngehabt und nicht wenig in beeden berühmet wor-den sind.
19. C. Nechst den Edelleuten sind die, so von An-kunft nicht edel geboren, aber doch Hof- und Stadt-dienste betretten, und desswegen Siegelmässig ge-nennet werden. Heutzutage ist es leider dahinkommen,däss ein jeder will einer von Adel heissen, und giebtihm selbst ein Wapen, wie er wil, solten es auch dreyScbneepallen in einem warmen Wasser seyn. Ich möchteaber wissen, was vorbesagte Thiere für Deutungenhätten.
20. V. Insgemein deuten sie Tapferkeit, und Stärke,deren sich befliessen, die solche in ihrem Schild gefüh-ret: als der Low ist ein Bildung der adelichen Gross-mütigkeit, Müdigkeit, und Wachsamkeit.
21. J. Wie ist aber zu verstehen, dass der HEBBChristus ein Low vom Stamm Juda, und der Satan einbrüllender Low genennet worden?
22. B. Der Stamm Juda hat einen Löwen in denFahnen geführet, dahin vielleicht der Spruch zielet.Die Herolde theilen den Löwen in zwey Theile, dasHaubt, die Brust und das gantze Vortertheil bedeutetGroßmütigkeit und Tapferkeit, das hintere aber dieStärke, Grimm und Zorn, so dem Brüllen folget.
Es ist aber zu beobachten, dass der Herold heut-zutage selten auf die Bedeutung des Wapen sihet, derPoet aber demselben eine Meinung zudichtet, welchesich auf die Person schikket. Vorzeiten haben diejeni-gen, so wilde Thiere auf den Wapen geführt, nichteben ihnen nachzuahmen begehrt, sondern eines odermehr auf der Jagt begegnet, selbe gefället, und darmitsolche Ehre eingelegt, dass sie, zum Gedächtniss, einenKopf oder eine Datzen darvon in dem Wapen führenwollen: daher sihet man, dass viel Alte von Adel Bee-