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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV- 2.

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Edelgestein der Saffier: bedeutet Ruhm und Ehre,Aufrichtigkeit, Treu, Wissenschaft u. d. g.

Die dritte Färb ist schwartz, der Planet % dasEdelgestein der Diamant, ist die geringste und vorallen andern dem Pinsel gefölgiste Färb: bedeutetTrauren, Vnglück und Standhaffigkeit.

Die vierte Färb ist grün, der Planet £, das Edel-gestein der Schmaragd: bedeutet Frölichkeit,Hoffnung und Lieblichkeit.

Die fünfften Färb ist Veilbraun, derselbe Planetist $f, dag Edelgestein der Amethyst, ist von allenFarben zusammenvermischt, und bedeut Vberfluss des«Uten, Fried und Liebe gegen dem Nechsten, Mäßig-keit u. d. g.

Die sechste ist Pomerantzenfarb, welcher anstat des Planeten beygesetzt wird ^, das EdelgesteinJSt der Hyazinth: bedeut Hochmütig-Ruhmredig- undGeschwindigkeit.

Die siebende Färb ist Leib färb, welcher wirdsugesetzt Ij, das Edelgestein ist der Sardonier be-deutet langsam, une darbey Siegreich, Unbeständig vndWanckelmütig.

Diese Letztere sind keine Heroldsfarben: eswerden aber von diesen unterschiedliche viele anderegemischet, die ersterzehlten auch auf unterschiedlicheWeise zusammengesetzet, welcher Bedeutung absonder-lich zu erzehlen zu lang werden solte. Zu merckenaber, dass die neuen Farben, deren noch täglichs vielflerfürkommen, solche Bedeutung haben, als die Dinge,Von denen sie abgesehen worden, oder welchen sie ambesten gleichen. Besagte Haubt- oder Heroldsfarbensind gleichsam wie Wein und Wasser, welche so lang,"ach und nach, kan gemischet werden, bis es dem Ge-schmack des Wassers oder des Weins gantz verliere:80 kann man weiss und schwartz soviel und oftmalswischen, bis endlich gantz schwartz oder weiss wiederbleibet, behaltend inzwischen den Namen von denenfeinsten, und wird genennet schwärtzlich, weissiich.

28. V. Ds werden auch die Farben nach dem Alterdess Menschen gedeutet: Als, das Silber bemercket dieKindheit, bis auf das siebende; blau die Jugend, bis*JJf das 15. Jahr; Gold die Jünglingschaft bis auf das**>; Grün die Manbarkeit, bis auf das 30.; Roht dasr eiffe Alter bis auf das 50.; Braun das angehendeschwache Alter, bis auf das 60.; und schwartz dieübrigen traurigen Jahre bis auf das Lebens Ende... 29. A. Wie kan aber solches zu Gesprächspielendienen ?

30. Man theilet die Farben jhre Planeten undkdlegesteine und Deutung unter anwesende Spiel-genossen, bedinget benebens, dass wann man die Farbenennen höret, man den Planeten dagegen sagen, undwann man des Planeten gedencket, hingegen des E d e 1-gesteins, auch folgends gegen selbes die Deutungbenennen müsse. Wil man aber das Spiel fehlbardachen, nimmt man einen Handschuh, wirft denselben"Mt einem von gedachten Wörtern dem andern zu,Welchem oblieget, besagter massen fertig zu antworten,°der ein Pfand zu geben.

<Sefpräd?fpte!e IV. (Djeil ttürnberg 1644 S. 304 ff.

Die Heroldskunst.Reymund: Nachdem wir vor diesem der WapenJ*nd der Heroldskunst gedacht, erinnere ich mich bier-bey, wie wir derselben Deutungen heut zu Tag fastyerlohren, oder so gar in Vergess sinken lassen, dass wenig Büchern gründliche Anzeig davon zu befin-den. Es ist aber ausser Zweiffei, dass vor Alters kei-ne m kein Wapen ertheilet worden, er habe es dann miteiner sonderlichen That, und wolgeleisten Dienstenrühmlich erworben; daher dann leichtlich der Schluss

zu machen, dass nach Veranlassung solcher Dienste dasWapen visiret und ausgemahlet worden sey,

2. V. Heut zu Tage werden die Wapen durch dasSonnen-Metall erhalten, welches an stat aller andererTugenddienste herfürleuchtet.

3. D. Das ist der güldenen Zeite zu zuschreiben,in welcher, die Beutelfülle das fünffte Element ist.Aber wiederum auf die Wapen zu kommen, so sind ausvorbesachter Vrsache, dass jeder durch ritterliche Kriegs-dienste zu einem Adelichen Wapen gelanget, die unter-schiedliche Veränderungen der Löwen, der Adler undEinfassungen entstanden; weil ihm ein jeder für einehohe Ehre gehalten, dergleichen Königliche Thiere,oder etwas von denselben mit steter Ruhmgedächtnisszu führen. Vor Zeiten hat man bey Ertheilung derWapen in Acht gonommen, dass das Geflügel (unterwelchen der Adler König ist) für rühmlicher, als dievierfüsige Thiere gehalten worden, weil selbe mitdem höhesten Elementen, dem Feuer und Luft, dieanderen mit der Erden und dem Wasser genaue Ver-wandtschaft haben. Berührte Thiere hat der Herolddem Weltlichen Stand, sonderlich aber tapferen Kriegs-helden zugeeignet; den Gelehrten Pfäle, Hermelin,Balken, u. d. g. dem Geistlichen Stande aber die vielund mancherlez Kreutze ertheilet, wie solcher Vnter-schied aus alten Geschichten und Adelichen Geschlecht-bücheren sattsam zu bewähren ist.

4 R. Diese Veränderungen sind fast unzählig undist theils der Vnterschied an den Farben der Schilde,theils an den Figuren und ihren Stellungen. Einerführt einen steigendenGoldlöwen (Lion rampant)mit einer rollten Zunge in einem blauen Schilde. Derandere führt einen schwartzen springenden Löwen (Lion8aliant) in einem güldenen Schilde. Einer führt zweenlaufende weise Löwen (Lions pasants) in einem rohtenSchilde. Jener zween fortschreitende und zurücksehendeLöwen (Lions regardants). In eines Wapen liegt er(lion couchant) oder schiäfft (lion dormant) oder istgekrönt, oder zwirgeschwäntzt (lion a queue forghe)oder zergliedert (lion demembre) oder streitet mit einemanderen Löwen (lions combatants), drey halbe rohteLöwlein in einem Silberschilde (trois dentis lions) undso fort.

[Dazu gehört eine Tafel mit 20 Wappen mit denfranzösischen-Ueberschriften, die ich in den Text inKlammern eingerückt habe].

5. V. Dergleichen Veränderungen befinden sichauch bey den Adlern, welche aber leichter zu bemerken,als die viel unterschiedliche Kreutze, die in den Visir-ungen dienen. Nachdem Constantin der Grosse denKrieg wider Maxentzen, den Wüterig zu Rom, geführet,und ihn im Schlafe ein Kreutz, mit der Engelsstimme,erschienen, er werde in solchem Zeichen überwinden,hat «r solches Kreuz in seinen Fahnen mahlen lassen,für dem Heer geführet, und nachmals den Sieg er-halten : daher folgends alle Christliche Ritter das Kreutzund (weil der Wapen Absehen und Endursache ist dieVnterscheid deren, die selbe führen zu bemerken), selbesauf vielerley weise geändert, zu ihren Schildzeichentragen wollen. Hierbey kommet zu gedenken, dass derstreitbare Held Gideon, mit dreyhundert Manneren, dieFeinde erlegt, und ein Fürbild gewesen unseres Seelig-machers, der durch das Kreutz (so in GriechischerSprache ein T. ist und 300 bedeutet) den höllischenSeelenfeind überwunden und erlegt hat: Wie auch der-gleichen Gedanken von dem Siege Abrahams, Clemensvon Alexandria hinterlassen. Es haben sich die Egypterund Araber die Figur des Kreutzes, viel hundert Jahrevor Christi Geburt, hoch gehalten, und ihren Bilderenan die Brust gemacht, vorgebend, dass solches Zeichensonderliche Krafft und Tugend habe.

6. D. Daher schicket sich ein zuvor vergessenes