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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV. 1.

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Bit vnbillich mit den roten vnd weissen Kosen 2 ), vndden Helm mit einer gülden Krön der Ehren, jedermen-niglichem vberlaut als mit Posaunen geblasen, zuuer-ffielden, damit ein jederman solchen woluerdienetenLeuten in Ehren ehrlichen vnd manlichen geübten-Thaten nachzufolgen, angereitzet vnd ermahnet werdenmöchten.

Das vnsere Voraltern anfänglich in ansstheilungderWapen (wie auch heut zu tage die Baron esthun) auff solche vnd dergleichen Dinge gesehen, also,das einem jeden nach seinem verdienst das Wapen zurZier vnd Ehre vber woluerdienten Soldt gegeben wor-den, daran ist aller ding kein zweiffei. Vnd damit hatman andere gereitzet, sich also auch zu verhalten, vndmi t Auffrichtigkeit, Mannheit, Dapfferkeit, ein solcheAdeliehe Zier vnd Ehr, sich vnd seinen Nachkommenzuerwerben."

Am verständigsten von allen Autoren des hier inRede stehenden Zeitraumes äussert sich JohannMe cht eli), Dechant des St. Georgenstifts zu Limburg,jn seinem bis zum J. 1610 reichenden Chronicon Lim-"Wgense. 3 )

Ich lasse hier den wesentlichen Inhalt seiner Erör-terung folgen:

Schild und Helm Fundatoris (von Limburg).

«Werden beschrieben bey dem Apostolo Ephes. 6.WS nemblig der Gürtel der Warheit, der Pantzer derGerechtigkeit, das Schildt des Glaubens, Stormhaubeund Helm des Heyls etc. damit unser seliger Fundatoran gethan, erstritten hatt das ewig Gutt in dem Himmel.Es seint sunst Krieg-Feldt-Zeichen und Pannier;^ s seint der Reisern Fürsten und Potentaten Muntz-ktempell; auch seint zum dritten und letzten Schildt,Helm, Wapffen und Signet der Wolgebohrnen, Groses,Mitteln und Nidrigen Stands, Fürsten, Grauen, Hern^d Ritter etc.

.Des Adlers Brauch zum Kriegs-Zeichen zu Feldtbaben die Kömer erfunden und gebraucht; wie geschrie-ben stehet, dass die Teutsche betten Quintilio Varo* w en Adler genomen, und 3 Legiones erschlagen, derReiser Augustus sich hoglig bekümert, das Haupt wi-"er die Wandt gestossen und geruffen: Quintili Varer edde Legiones, redde Aquilas.

. »Dan auch Keyser Constantinus Magnus das Creutz-^eichen in Schildt, Helme und Pannieren gefuhrt; auch^e etzliche wollen, unter den Muhtz Stempeln gebrau-ch et hatt, in anno Christi 306.

Nit weniger die Heidnische Saci oder Saxn, erst-"S ein schwartz Füllen gefuhrt, als aber Widekindusm 'dt dein einen Teill des Sachsen-Landts zum Christ-Jmhen Glauben bekeret wurden, hatt Carolus MagnusJttie die Farbe geändert und befoln, dass er nuhn hin-"uiro ein weiss Valen führen solle; Valen aber uff Sa-«8ch heischet so vill als einPferdt, Hengst, oderRoss;dalier wird das Teill in Saxen mit dem weisen Valeny^t- Valen genent. ander Teil* Ost Valen, nahe der^ben zu, jetz der Kern von Saxen und das Wort OstVa, en mit seinem Pferdt nit mehr im Brauch. Diesesgeschag nechst umb das Jar Christi 769 Crantz Saxon.Ijlb 2. Cap. 2.

Ottho Magnus contra Hugonem Gallo-Francum in

Kriegszugh befalg allen seinen Kriegsleuten strohernHuedt uffzusetzen, das daten alle, ausgenomen den Abtvon Fulda und noch drey seiner Geferden, die alleineohne zeichen scbwartze Huedt trugen. Etzliche aber,so midt Sturmhuben angethan, die setzten daruff einerSpinnrocken, der ander Spinspillen, wie die Weiberbrauchen, wann sey spinnen. Dieses obg. aber wärenit algemein, sonder nach dem Sprichwort: Facile estinventis addere, algemach gemein und durch die Weldtbekant worden; da auch Willigisus ein Kadt zu Erin-nerungk seines Herkumbst und Geschlegts hatt erho-ben und gewürdiget, dass es nuhn hinführo nit alleinin den Pannieren sondern auch uff der Muntz und zumSignet oder Sigelung in höchster Ehren gehalten wird.

Dieses altes ahn seyn Ort gesetzet, auchSchildt und Helm, Pferd und Harnisch, Wapfen undWehr, Spiess und Stangen (ohne welche RitterlicheTadten zu vollbringen, so wenig möglig, als möglicheinem Vogell ohne Fedtern fliegen) bey irem alten Ge-brauch und Ehren zu lassen, mögen selbige woll vondem Nemroth Genesis 10. 1. Paral. 1. oder Trojanerniren Ursprung haben; thun aber wenig zu unserm Iu-tent, darin wir suchen, die Schildt und Helm unseresseeligen Fundatoris, ohngezweiffelter zuversigt, da wirdieselbige finden, auch ahn sein Stam und Name, Landtund Leudt lichtlig kommen werden.

Dan selbige Schildt und Helm*) werden nit mehrin der Schmidten gescbmidet, noch auch midt des Plat-ners Hendt-Kunst gebollirt, bestehen auch nit in eisernStormhauben und Pantzer, sonder in eheliger Geburtund frommen guten Herkumbsten Adelichs Stammensvon dennen, so erstlig, und vor alteu Zeidten ihr Gudtund Bludt uffgesetzt und gewaget, oder umb den Christ-lichen Catholischen Glauben, oder vor die Ehre desRömischen Reichs, um Ehre, vill mehr, als umb denSoldt, Geld und Gudt zu stridten, in eisern Hauben,Helm und Schildt, sich beschreiben und ritterlig ge-brauchen lassen. Das hatt seinen Anfang langnach Christi Geburt, lang nach unsern Fun-dators Lebtagen in bello sacro contra Sara-cenos umb das Jahr Christi 1130 seinen vol-ligen Schwanck bekommen und den Brauchbiss daher erhalten. Da nemblig erstlig die be-zeichnete Schildt und Helm durch ritterlige Tadtenconsecrirt, entlig uff den Ritter-Dagen und Thornier-Platzen gewürdiget und bestediget worden. Und gleich,

,., 1) Es bezieht sich diess auf das v. Schleinitz'scheWappen.

2) Johann Mechtel geb. 1562, wird 1592 Cononicusa "i Georgenstift zu Limburg a. d. Lahn, 1604 Dechant"Selben, geht 1617 nach Trier.. 3) Abgedruckt bei: v. Hontbeim, Prodromus Histo-i'iae Treverensis P. IL (1757) S. 1046 ff.

4) Eichhorn in seiner Staats- und Rechtsgeschichte§. 341 und sein Abschreiber 0. F. F. v. Strantz(Adelsgeschichte S. 183) citiren den Satz:Dannselbige Schild und Helm" etc. mit der Verweisungauf die Fasti Limpurgenses, und zwar Eich-horn bibliographisch genau mit dem Zusätze:(1617.8«). Die Fasti Limpurgenses d. h. die unter diesemNamen bekannte köstliche Chronik von ca. 1400 (vergl.S. 328) enthält jedoch die fragliche Stelle nicht, sondernerst die um 200 Jahre jüngere Chronik Mechtels, derTilmans Werk allerdings in seine Chronik verarbeitethat. Die hier in Rede stehende Stelle ist aber unzwei-felhaft Eigenthuin Mechtels. - Eichhorn muss demnachdie äusserst seltene Faust'sche Ausgabe, obwohl ersie citirte, nicht gekannt haben; er hat das Citatwahrscheinlich Hagemann's Schrift vom VVappenlehnentnommen, wo kurzweg dielimpurgische Chronik 1-als Quelle genannt ist In einer anderen DissertationHagemann's die in s. kleinen juristischen Aufsätzensteht, sagt H. S. 110rasti Liinpurg. Das ist einewohlgeschriebene Chronik etc. edit. 1612 rec. Wetzlar1720 stehet auch in Hontheim's prodrom. bist. Trevir.P. IL"