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Geschichte der Heraldik. IV. 1.
Im II. Band zwölften Buch uud 14. Capitel be-ginnt der heraldische Theil des Werkes: 14. Cap. Vonmancherley eusserlichen Ehrenzeichen des Adels vnd derHerrschafft in gemein. 15. Von des Adels Hauptzierde,vnd in Sonderheit von Kräntzen, vnd derselben ankunfft,vrsachen vnd gebrauch. 22. Von anderer AdelicherHaupt vnd Halszierde. 24. Von Schilden. Endlich
26) Von ankunfft Adelicher Helme, Schild vnd Wa-pen. 27. Von mancherley form vnd gestalt der Schilde.28. Von selbst aus eigener bedacht oder andern vrsachenerwehleten Wapen. 29. Von gegeben vnd verliehenenWapen. 30. Von verenderung der Wapen. 31. VonVerbesserung der Wapen. 32. Wem Wapen, Schild vndHelm gebüren. 33. Von Bildnissen vnd Gemälden inWapen vnd erstlich von menschlichen Figuren. 34. Vonmancherley Bildniss der Vögel in Wapen. 35. Von vier-füssigen Thieren in Wapen. 36. Von der Fische vndGewürme, Bildnissen in Wapen. 37. Von GesternetenWapen. 38. Von allerley Gewechs, Blumen vnd Bäwmen,deren man in Wapen gebrauchet. 39. Von Balcken,Felden oder Strassen in den Wapen. 40. Von vielenvnd mancherley anderm Bildwerck so vbei die vorigenin Wapen erfunden werden, nach dem Alphabet erzelet.41. Von Helmen, Helmdecken vnd Kleinoten oder libe-reyen auff denselben. 42. Wenn vnd zu welcher zeitvorgedachte Ehrenzeichen ausgeteilet worden 43. Wound an welchen orten man Adeliche Würde gegeben.44. Wie vnd welcher gestalt Adel vnd Ritterschaft mit-geteilet werde. 45) Warumb, vnd aus was vrsachenAdel vnd Adeliche Wapen gegeben werden vnd wozusie dienen sollen. 46) Von Bedeutung der Wapen, vndwas sich die vom Adel ein jeder bey seinem Wapenerinnern sollen. 47. Von rechtem gebrauch der Wapen.
Zur Kennzeichnung des Werkes hebe ich eine Keiheinteressanter Stellen aus:
(27) „Welche sich nun (i. e. bei den alten Kömern)iii Kriegen für andern wolgehalten, denen ward zu ei-nem besondern Ehrenzeichen ein bchild verehret, vndwurden solche als dann Scutati, die vom Schilde ge-nandt."
„Welche aber etwas fürtreffliches, Hohes vnd wich-tiges in Zügen, Schlachten, Stürmen, oder in Besatz-ungen mit rhat oder that ausgerichtet, dem ward einHelm zu danck vnd ehren gescheuckt vnd verehret.
„Erstlich, woher die Wapen komen, ist zu mercken,das dieselben entweder selbst ausgedichtet, bedacht,erwehlet vnd angenomen, oder von andern, sonderlichvon den Obern gegeben werden."
„Nu glaube ich wol, ist auch leichtlich zngeden-cken, das anfenglich jhm ein jeder selbst ein Wapen,wie jhm solches am besten gefallen, gewehlet vnd an-genomen habe, doch ohne Helm vnd Helmdecken, wienoch etwan die Kauffleute vnd Hendeler jnen ein gewismerckzeichen wehlen, damit sie jhre Wahr vnd Brieffebezeichnen, dieselben dabey zu erkennen, dergleichenauch die Notariatzeichen vnd gemercke haben. Vndgleicher gestalt etwan gantze Städte vnd Gemeine jnenein eigen Wapen erwehlet, vnd bissweilen hernach jnenbestetigen lassen."
„Solche erwehlung eigener Wapen ist aber ge-schehen, entweder aus freyer willküre vnd gutdüncken,oder aus zufallenden Geschichten, geschefften, vnd der-gleichen vrsachen, Oder aus besondern Offenbarungenoder angebornen zeichen, wie wir hören wollen."
„Aus freyer Willkür, vnd eigenem bedacht und wol-gefallen, hat jhm einer diesesj der ander «in anderhildnis belieben vnd gefallen lassen, dazu jn sein hertzvnd gemüt (doch auch nicht allerding ohnevrsach vnd nachdenckens) getragen, wie gemei-niglich alle fürtreffliche Helden gethan.
„Und nach dieser weise haben jnen auch vnter den
fürnembsten hochgelahrten vnd hocherleuchten Mennernjhrer viel jre sonderliche Symbola vnd kennzeichengleich als Wapen, doch ohne Bitterliche Schilde, Helmvnd Helmdecke, erwehlet, dessen ich nur etliche wenigEierapel erzelen wil."
„Der hochbegnadete, thewre vnd werthe werckzeugGottes, vnser Deutschen von Gott sonderlich gesandterProphet D. M. Luther, hatte eine weisse Bösen, vnd inderselben ein rotes Hertz vnd darauff ein schwartzCreutzlein."
„Herr Philippus Melanchthon, die eherne Schlangeam Creutz,"
„D. Joh. Buggenhagen Pomer. Davids Harpffen,"
„D. Justus Jonas, den Propheten Jonam im Wahl-fach."
„D. Caspar Oreutziger, die Area Noae, vnd dieTauben mit dem ölblätlein vber dem Wasser zu derArea fliegend."
„M. Matthias Flacius Illyricus, das Osterlämbleinmit der Creutzfahnen vnd einem sckweren Sack vollervnser Sünden, auff dessen Bücken liegend."
„Mein Vatter (seliger) M. Johan. Spangenberg,hatte zum Sigill vnd Handzeichen jm erwehlet, zweneBerge, die ein Wasserfiuss scheidete, vnd auff jedemBerge eine Spange, welche er damals in der Jugend,als er sich mehrerteils in Poesie geübet, für die beidenBerge der Musarum, Heliconum vnd Parnassum, vnddas Bächlein für den quellenden Bronn Aganippe ge-deutet. Hernach aber, als er ein Theologus geworden,solche Berge Sinai vnd Sion sein lassen, das Wässerleindarzwisclien den Jordan, darinnen der HErr Christusdie Tauffe gestifftet. Wie jm dann ein kunstreicherMeister, Nicolaus Rolandus, hernach dieses Wapen nochweiter mit vielen Parergis heraus gestrichen, vnd indie eine Spange das Gesetz, in die andere das Euuaii-gelion geschrieben. Welche gestalt einem jeden erleu-bet ist, sein angeborenes oder angenomenes, oder ge-gebenes Wapen auffs beste, höchste, ehrlichste vndnützlichste zu deuten vnd zu erkleren."
„Eben solcher gestalt haben auch der Edlen Kunstder Buchdruckerey Meister vnd Fürsteher, jre Zeichenvnd Wapen offt gar tieffsinniger weise, vnd nicht ohnehochbedenckliche vrsachen vnd bedeutungen erwehlet."
„Etwan hatte einer ein Wapen gewehlet, das mitseinem Ampt, so ihm zu verwalten befohlen, vberein-troffen: Als die Schencken einen Kopff, Schale oderBecher, die Marschalck ein Rösslein, vnd so fortan: dieJäger ein Hörnlein: die Truchsessen zwene Köpff oderSchüsseln vbereinander."
„Also haben die Zünfften vnd Gülden in grossenStädten jhre eigene Wapen vnd Fähnlein, welche jnendie Oberkeiten auch confirmiret."
„Bissweilen hat man auch wol andern zu trutzvnd verdriess besondere Wapen gemacht vnd gebraucht,aus vorwitz vnd mutwillen, oder aus grosser Hoffartvnd vermessenheit, wie Albertus Crantz dessen eineHistoria erzelet wie etwan etliche von der Asseburgmechtige vnd wohlhabende Junckern, welche dem fromenvnd Btillen Fürsten H. Albrechten zu Brunschwig zurVerachtung in jr Wapen (darinn sie sonst einen Wolnfüreten) einen Lewen, vnd auff denselben jre Wölffemahleten, also, das er dem Lewen mit seinen klewennach den Ohren grapte, darüber der BrunschwigischeLewe (welchem dieser höhn wehe gethan) auff gewacht,vnd die Asseburg, gar ein wehrhafftiges Haus, belagertund nach dritthalb Jahren gewonnen, vnd gedachtenJunckern beynahe alle ihre Güter genommen, vmb das1256 Jhar.
„So ist nun niemands dieses gewehret, obgedachtervrsachen halben jhm selbst ein Wapen zu erwehlen, ersey auch gleich wes Stands er wolle, wie Panormitanus