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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV. 1.

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* 61) Vom Gold und was es bedeutet.

* 62) Desgleichen vom Silber.

Diese Farbe wird den Muscheln, Perlen (unionibus,Wargaritis exluminatis, hoc est perlis, quae sunt lapidespreciosi) verglichen. Sie bezeichnet die Kindheit von7 bis 15 Jahren; den Mond; die Hoffnung; den Montag';das phlegmatische Temperament; die Unschuld; die Be-redtsamkeit.

(In derselben Weise werden die Übrigen Farbenbehandelt. Ueberall giebt er zuerst die Deutung desBartolus).

* 68) Von der rothen Farbe und deren Bedeutung.

* 64) Jene drei Farben (Gold, Silber und Roth) sinddie vorzüglicheren.

No. 65 - 68 handelt von der blauen, schwarzen,grünen und Purpurfarbe.

68; Purpur wird von Einigen für eine Farbe ge-halten, von Andern nicht.

69) Der einfnche Wappenschild soll entweder vonMetall oder Farbe sein.

Er erklärt das Räthselwappen von Jerusalem in derbekannten Weise. Dasselbe sei nicht für falsch zu hal-ten; und weil der Fürst (Gottfried v. Bouillon) es sogewollt hat, sei weiter nicht zu disputiren, wenn mankein Sacrileg begehen wolle.

70) Vom Pelzwerk.

* 71) Die vornehmere Farbe ist in den vornehmerenu nd oberen Theil des Schildes zu setzen.

72) Ordnung der Farben und der Farbenangabe je"ach der Theilung des Schildes.

73 ) In der Wappenkunst giebt es neun Zeichen(Bilder) welche den dritten Theil des Schildes einnehmenniiissen, nämlich: chief, pal, bende, cheuron, orle, gyron(Ständer), crux, saultoir (Andreaskreuz).

74) Wappen auf verschiedene Art zu blasoniren,lc h sage nicht: schmeichlerisch zu preisen, sondernUm an irgend eine Tugend zu erinnern, nach der Ver-schiedenheit der Zeichen, welche in die Wappen ge-atzt sind.

Wenn eines jener neun Dinge (No. 73) nicht dendritten Theil des Schildes einnimmt, so ist es nicht proParte armorum anzusprechen, sondern es ist getheilt.

Blasoniren ist die Sprache der Armaristen (etc.).

75) Verschiedene andere Wappenbilder.

(In diesem Capitel werden 31 Figuren abgebildetUnd dazu die entsprechenden Kunstwörter gegeben. DieA bbild uil g eil der Frankfurter Ausgabe sind sehr hübschv °n Jost Amman in Holz geschnitten)., T . 76) Manche Zeichen bedeuten in den Wappen eineMinderung.

T 77. ob die Legitimirten die vollen Wappen desHauses fuhren, von dem sie abstammen.

78) Ob das Zeichen, in der Wappenkunst burla»)|6in Querbalken) genannt, eine Farbe ist, wie es zubl| den und zu nennen ist.

79) Wappen werden auch aus Thieren, Vögeln, undfischen, Bäumen, Kräutern und Blüthen gemacht.

80) Wappen, aus Thieren bestehend, sind vollstän-diger als die aus Vögeln und Fischen, die aus Vögeln-bestehenden sind vornehmer als die aus Fischen.

81) Wie die mit Vögeln geschmückten Wappen zu"nasoniren sind.

_ Die Vögel haben Füsse und Schnabel von anderemMetall bezw. Farbe, als der übrige Körper; im Blason^rrd diessmembratae" genannt. Eine Ausnahme bil-det die merula (Amsel 1 , Serie), welche in den Wappen»eine Füsse hat und nichtmembrata" genannt wird.

Di

ess ist ein Grundsatz der Wappenkunst.82) Die Zahl der Thiere ist anzugeben.

1) Burelle.

83) Die Vögel müssen je nach ihrer Natur stehenoder sitzen; was sie bedeuten.

84) Woher die Thiere in den Wappen ihren Ur-sprung haben, und von ihrer Bedeutung.

* 85) \Vilde Thieie sind nach ihrer edleren Be-wegung abzubilden.

86) Nicht bloß lebende Wesen, sondern auch be-liebige andere.Dinge können nach der ihnen zukommen-den Proportion und Qualität in Wappen gesetzt werden.

* 87) Auch die nicht wilden Thiere sind in ihreredleren Bewegung zu malen.

* 88) In den Wappen muss stets der rechte Fussder Thiere vorangehen und erhoben sein.

* 89) Wie die Wappen in Fahnen, die erhoben ge-tragen werden, zu setzen sind.

* 90) Desgleichen in Fahnen, die an Trompetengetragen werden.

91) Wie Fahnen gemacht werden sollen, in welche-zwei sich anblickende Thiere zu setzen sind.

* 9297) Wappen an Kleidern der Menschen, Sie-geln, Schilden, Bett- und Pferdedecken, Mauern, Wän-den etc. (nach Bartolus).

* 98) Das Kreuz Christi darf nicht in die Erde ein-gegraben werden. Mancherlei vom Lobe des Kreuzes.

99 und 100/ Verschiedenartige Formen des KreuzesChristi.

6. Oapi t e 1.<> risu-iis SpaiigiMiberg.

Als eine selbstständige und zusammenhängende Lehr-schrift über das Wappenwesen, die einzige deutsche ineinem Zeiträume von etwa 250 Jahren, können die Aus-führungen angesehen werden, welche Gyriacus Spangen-berg seinem Adelsspiegel einverleibt hat.

Spangenberg, Mitglied einer bekannten Theologen-Familie Mitteldeutschlands, war am 17. Januar 1528 zuNordhausen geboren und ist am 10. Februar 1604 zuStrassburg im Elsass gestorben.

Das Vorwort des Adelsspiegels ist von Vacha, amTage Bartholomäi 1591 datirt. Der Verfasser klagt,dass er zu seinem Werkegar keine hülffe, Vorschub,noch ergetzung gehabt, ohne das mir zum anfange die-ses Wercks die Edlen Burgmanne der Kay. freien BurgFriedburg in der Wetteraw, einen guten Trunck aneinem halben Fuder Wein verehret."

Der bibliographisch genaue Titel des Werks istfolgender:

Jlbels Spiegel, fiiftorifdjer ausfiirlidier Beridjt: Was21bcl fcy tmb rjeiffe, IPorfcr er Fomme, lt>ie mmtrbcrlcy erfey, Pub was benfelbeu ^ierc nnb erhalte, and; hingegenperftellc mib fdimädic. Descjlcidjeti »ort allen (ßöttfidieti,<5ciftlid?cit rmb mcltiidjeit Stäuben anfp (Erben, etr. roie fol«die« alles ber 3uub,nlt uad; ber Porrebe maubafftig vttb inber orbmiug geiget. Dem ganzen Dcntfdieu 2IbeI 311 befon>bertt (Etjrcn, aus etlid; tninbcrt Jliitrjorn mit groffer mühermb auffs fieif;igftc befdjrieben, bttrdi DT. CyriacumSpangenberg. (Sebrncft 511 Sdjmalfalbert, bey ITtidicIScbntürf MDXCI. fol. 462 Blätter.

2Jnbcr Ceti bes 21bc!fpiegels Was Jlbel madjc, beför.bern, siere, oenneb,re tmb erijaltc: Pub binroiber fdjroäcbf,rjcrftellc, tinb verringere. Darinnen attdj am 31bler nrtbfottft, burdj rielfeltigc rmb mattdjcrley Dermaiuntg rmb War-nung, in Sprühen rmb (Erempeltt ein fdjöncr Hegeutett-Spiegel 21(feu in ber ©brigfeit in allen löblirfjen üugenbett,aus (Softes Wort fürgcftellct roirb bttrd; 2Tt. CyriacumSpangcnbergf. (gebrach 31t Sdmialfalbeu, bei JTtidjelSrfjmiirf. 21mto Crjriftt 1594. fol.' 487 Blätter excl. Re-gister.