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Geschichte der Heraldik. IV. 1.
Er fromikeid han si genozzinDaz si wonen den forstin bi.Daz silbir adir golt die nmzin linUf allin gewoppintin Schilden,595 Wiz und gel do vor ouch sinAn feldin adir an bildinWerne desir zweier varwe gebrichtAdir eme daz feit ist grüne,Dem ist ez danne kein wappin nicht600 Wi menlich her si adir wi kuneWelch schilt had gudir varwe zwoZu deme Felde und zu dem bilde,Ist er ein guldin, den prise ich hoVor di andirn gemeinen Schilde605 Welchir abir hat der varwe driAdir ein ding genannt unedelichDes woppin muzin swelchir si,Sin adcl gewest ist schedelich.1 mer ein schild der varwe had,610 I minner der woppin werdit geacht;I minner bilde do habin stad,I edelichir si sind gemacht.Ist ein schilt gehalbirt glichDi twernist adir di lenge615 Der bunt ist feit do sundirlichDaz andir zn bilde breiige.Wer danne die rechtin sitin hadVon silbir adir von golde,Der hand begangin di bestin tad6^0 An des koniges solde
Wer einen fogil adir ein tirFurit an sime SchildeDar an sult ir nu merkin schir,Ez si zam adir wilde,625 Ist em daz antlitze bedackitAdir sint em di ougin vorbundinSo was die mutir der erin nackit,Do eme daz woppen wart fundin.Adir ist ein langir strich do dorch630 Mit einer andirn varwe getrichin,Also dorch den ackir get ein forch,So had sin adil zu erst gewichinFurit her eiu schemelich Woppin danDaz mir vor einen were leid,635 So had her wedir daz riche getanUnd wedir di heiligin cristinheid.Di tir di von art sind wildeBedutin die rechtin manheld.Si ediin gar sere di schilde,640 Sint si mit golde ummeleidVele edelir ist ein guldin feldDanne ein guldin bilde;Daz silber hat daz selbe geldWanne man di ere ganz hilde645 Ab ein man manheit adir mit listIrwerbit der ritter ordinDaz silbir daz in sime Schilde istIst darum me nicht gnldin worden.Gehoerit ouch daz golt darin650 Und gebruchit her nicht der ritter-sch af t,Di gele farwe sal vor daz golt sin,Di bedutit ez mit ere kraft.Di tir ouch di man heldit zamBedutin rechte senftmutikeid,655 Mit den i'ogeln heldit man ez alsamWan er nature werdit uz geleid.Furit einer dann vischeDi gehin in deme wazzir liseEz bedutit sine werke rische660 Senftmutig, retig und wiseFurit einer blumen,
Si sint lang adir kort
Daz bedutit der lute rumen
Und daz her had ein gudis word.665 Furit her bletir adir krud
Adir boime adir etsliche fruchte,
Daz bedutit daz her obirlud
Had hobischeit und züchte
Furit her feit in feldin670 Gestuckit adir gestrifit,
Alt adil kan ez gemeiden
Ab ez zwo färbe begrifet.
Furit man abir gezowe
Adir andirlei ding und huesrad,675 Daz bedutit eine drowe
Mit einer schedelichen tad.Vor Allem ist die genaue Kenntniss der auf dieFarbenpaarung bezüglichen Kegeln beachtenswerth, dochgeht Rothe darin zuweit, dass er auch die Wappen mitgrünem Felde als falsch bezeichnet. Die Farbe Grünwar aus optischen Gründen unbeliebt aber nichtunerlaubt.
In den Versen 613 ff. definirt er die Begriffe vonFeld und Bild in Bezug auf die Sectionen: die Um-fassung des Schildes (biunt, peunt) ist das Feld, dieFläche des Schildes, welche von der Farbenvariationeingenommen wird, ist das Bild.
Enthält das Schild ein Thier, dessen Antlitz ver-deckt ist, so war die Mutter des Wappgnerwerbers miteinem Ehrenmakel behaftet. Rothe denkt hier offenbaran den .Kebssohn des Landgrafen Albrecht des Ent-arteten, dem er in seiner Düringischen Chronik einsolches Wappen beilegt 1 ) Mit Unrecht hat er aberjener Wappen-Zusammenstellung, die in Mitteldeuschlanddurchaus nicht selten vorkommt (vgl. S. 195) generelleine schändende Bedeutung beigelegt.
Den Schluss bildet eine Symbolik der Wappenbilder,die sich bereits weit entfernt von den gesunden An-schauungen des 33. Jahrhunderts.
Meister Altswert der etwa 1440 lebte, giebt inseinem Gedichte „der Kittel" die nachstehende Aus-legung der sechs Heroldsfarben:
..... Die sechs königin
Die geben von farwen lichten schin
Des sint sie vil wol gemeit
In sechs farwen sint sie cleit,
Die wil ich dir hie ganz nennen,
Da mit lerst du sie kennen.
Frau Venus die treit golt;
Wer der dienet, dem git sie solt;
Im wirt von ir, waz er wil.
Daz tröste ich dich uff kurz zil.
Fronw Ere treit rubin rot;
Wer sich mit trawen an sie lat,Dem hilfet sie in ere groz
Daz er bi ir wirt ein husgenoz.
Frauw Truwe treit ein swarzez cleit
Wiltu ir zuo dienst sin bereit,
Duo muost getruwe stete sin;
Dar umb tuot sie dir helfe schin.
1) „Dae erbeitte landtgraue Albrecht dar nach, wyedas her die kindere erbelos gemachte, vnde liess sinenson, den her hatte bie können von ysenberg die WÜ6das sin eliche frawe noch lebethe, elichen von demkonnige vnde her meynte her wolde denselben kebissfonczu eyme herren in dornigen gemacht habe, da woldenom die erbarn luthe nicht hulde noch die stete, da ga"her om Theneberg in vnde das gerichte, das dar czugehöret, vnde syn wappen was ein buntherlawemit eyme helme obir das houpt gestorczit,vnde syn name was landtgraue Apetz."