Geschichte der Heraldik. IV. 1.
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Fron Stete treit saffir blo 1 );
Der niuostu stet dienen also,
Daz sie kein unstät erfert.
So wirt dir recht Ion beschert.
Fr011 w Liebe treit ein grüen cleit
Wan sie sich schouwet, sie ist genieit
Sie weiz, dass du liebe verborgen treist.
Dar umb wirt dir truw geleistet
Fron Maze treit berlin wiz.
Wer maze hat an den leit sie fliz.
Mit gunste und ouch mit muote
Lonet im die werd guote.Bin Augsburger Geschlechter Gossenbrot verfasstenm 1460 eine;' Abhandlung über Tincturen undWiderwappen 2 ), welche als eine Ergänzung derbezüglichen Ausführungen des Johann es Bothe angesehenWerden kann. Durchaus original und einer historischenBegründung nicht entbehrend ist die Bestimmung des■Begriffes der Widerwappen.
Die Abhandlung hat folgenden Wortlaut:„Es ist ze wissen, das der schilt varb nur zwo sein,gel vnd weiss, vnd was man dar ein macht vonAndern varben das ist gerecht, doch weiss nit in gel,noch gel nit in weiss, das haisen dann gancze™*pen vnd nit halbe oder widerwaben.
„Aber wo der schilt hat andre varb, dann gel oderweiss vnd was varb dann darin stat gel, weiss oderander varb, das haist ain widerwapen.
»Welcher schilt dann ist halb gel, ess sey nach derieng oder vber Zwerg vnd dar zu das andertail ainander varb aun weiss, das haisent halbe wider-waben, oder halb weiss und dar zu ein andre varbau n gel, das ist auch ain halb wider Wappen.
»Wo aber der schilt getailt ist mit varben aun gelynd weiss, vnd in den selben varben gel vnd weiss* s ti das haisend widerwaben, darum, dass das Zaichen"es Schildes varb hat gel oder weiss vnd der schild aina nder varb dann gel oder weiss.
„Darumb so mag man vil ganczer guter waben,v 'nden, das alweg der schild seine gancze varb hat,Sei oder weiss, von zweierlay oder treierley merlay
„Also mach ain gelben schilt vnd ain plae strass
? ere gg, vnd dar in trey gel glogen oder schellen oder
Si'gen oder aier totter, das wem nur zwo varb, gel
Vn d pla, des gleichen in den weisen schilt oder mit
andern varben etc."
. Mit der Geschichte des Wappenwesens beschäftigtsich eingehend zuerst, der Züricher Priester Felixttemmerlin (Malleolus), geb. 1389, 1412 Chorherr in^Urich dann in Zofingen, 1422 Propst von S. .S. Ursus et14K t0r in Solotüur n. !428 Cantor in Zürich; f zwischenr?j' und 1461. Meister Hemmerlin schrieb bald nach9q e i. nen Tractat de nobüitate ei rusticitate 3 ) dessen"■ Capitel „de signorum, insigniorum et armorum ad im-
.1) Auch Konrad von Megenberg (um 1350) sagt:"P ei P1 ä w e r varb verste wir gemaincleich staetikait,Wan ez ist ain reht himelvarb."
p 2) Enthalten in dem Wappenbuch Augsburgischer^schlechter, Cop. germ. 98 der König! Hof- und^aatsbibliothek zu München; v. Hefner, altbayerischeHeraldik § 147 und 353.
j. 3) Clarissimi viri Juriumque doctoris Felicis* e m m e r 1 i n cantoris quondam Thuricensis varie, gestationis opuscula et tractatus (o. 0. und J.) ent-p alt . u. A. mit besonderem Titel und selbstständigerr aginirung : Felicis malleoli vulgo hemmerlein: Decre-
peratorem, reges et principes et alios nobiles propriepertinontiuni usu et consuetudine" handelt DenUrsprung des Wappenwesens beleuchtet der Verfassermit Citaten aus den heiligen und profanen Schriftendes Alterthums. Zur Einführung in den Gedankenganglasse ich die Inhaltsangabe Rebers 1 ) theilweise hierfolgen:
„Zuerst werden Stellen d. A. Tstt. angeführt, woGott davon redet, wie er ein Panier erheben wolleüber Israel und die Völker. Ferner bestimmter vonJuda : Nach Gen C. 49 sei ein junger Löwe in seinenFahnen gewesen ... So habe einst Hercules das Felldes erschlagenen Löwen getragen. Auch Josua hat inseinem Schild und seine Fahne einen Drachen geführtund Judas Machabeus einen Löwen mit Menschenantlitz;David eine Fahne und Schild mit bestimmten getheilten Far-ben ; undHector von Troja im Schild 3 Löwenbilder (hierübersiehe Isidor) dieser sagt auch: Hauptzeichen für dieKrieger seien Drachen und Adler. Letztere deshalb,weil als Jupiter ausgezogen zum Titanenkampf, so seiihm ein Adler erschienen als Siegeszeichen. Der Drachestammt von Apollons Drachenkampf. Seitdem wurdendiese Zeichen bei Griechen und Römern getragen.Anfangs trugem die Römer unter Romulus statt einerFahne, Heubündel, daher auch der Name manipulus,eine Handvoll. So setzte der König Herodes einengoldnen Adler über die schöne Pforte des Tempels vonungeheurem Gewicht zur Ehre des römischen Senats"u. s w.
Der wappenrechtliche Theil der Schrift beruht imWesentlichen auf dem Tractat des Dr. Bartolus deSaxoferrato.
Ein unbestreitbares Verdienst Hemmerlins ist es,den Clipearius des Conrad von Mure, welcher von unsan anderer Stelle bereits gewürdigt worden ist, seinemTractat einverleibt und dadurch vor dem Untergangbewahrt zu haben.
Noch unbedeutender ist die in der Note 6 ) bezeichneteSchrift des Petrus von Andlo von ca. 1460, derenCapitel 14 des II. Buches de aquila et armorum insig-niis handelt. Der Verfasser pflügt mit dem Kalbe desDr. Bartolus.
torum doctoris iuieconsultissimi De Nobüitate etRusticitate Dialogus : sacre Theologie : iurium : Philo-sophorum et poetarum seutentiis : hystoriis et facecijsrefertissimus.
Unten am Fusse dieses Zwischen-Titels stellt be-merkt „Vixit Foelix iste Malleolus circa anuuiu dominiM ccccxxxxiiij."
Das Buch ist weder mit Ort noch Jahr des Drucksversehen, doch lässt sich das letztere ziemlich genauauf etwa 1497 bestimmen. Auf der Rückseite desTitels befindet sich nämlich eine Widmung an den Erz-bischof Hermann von Cöln, d. H. R. R. Churfürsten,durch Gallien Erzkanzler, Landgrafen von Hessen,Herzog von Westfalen und Engern, Coadjutor vonPaderborn. Da Erzbischof Hermann am 1. Octob. 1496Coadjutor von Paderborn wurde und nach dem Todedes Bischofs Simon III. v. d. Lippe (7. März 1498) dortals Administrator succedirte, so muss die Publicationzwischen diese Zeit fallen.
Einige Capitel des Tractats de nobüitate sind inBürgermeisters Bibliotheca equcstrisll Band abgedruckt.
4) Felix Hemmerlin von Zürich. Neu nach denQuellen bearbeitet. Von Balthasar Reber, V. D. M.und Phil. Dr. Zürich Verlag von Meyer und Zeller 1846.
5) Petri de Andlo, canonici Columbarieusis, decr.dr., de Imperio Romano, regis et augusti Creatione, in,