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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV. 1.

fwarcz oben vmb den halls einen gelbn vberflag mitplossen armen bifz an die ellpogen habende in der rech-ten hannd ein fewr ween (Fenerwedel) mit weifsenfedern in ein gelb gefefsz gefafset vnd auf feinemhaubte ein fwarczn hüte darumb ein gewunden gelbfliegende pinden.

Als wohlgelungen darf in dem nachstehenden Falldas Bild eines Herrn bezeichnet werden:

Wappenbrief d. d. Augsburg 6. Aug. 1474 für HansHerr.

Mit namen einen weissen fchilde darinn ein grabparttets mannspild beclaidet mit einem roten mantelmit hanntlucken vbergeflagen hermlin golir vnd herlimprem verprembt sein arm ob dem pauch vbereinandergeslagn, habende auf seinem haubt einen roten gespicz-ten haydenifchen hut mit feinem hermlin vbergeflagnstülp vnd den heim gezieret mit einer roten vnd weis-sen hehnendeckhen darauf auch ein niannsprustpild miteinem roten mantel hermlin golir in hantluckhn vndvbergeflagn armen sein haubt bedackht mit einem hutlingefchickt gleich als in dem fchilde."

Ebenso der Schütz in dem Wappenbrief d. d. Augs-burg 5. Mai 1473 für die Brüder Hans und Georg Schütz.

M. n. e plaben Schilde darinne ein manspild ingelbem oder goldfarbem ganczem harnafch mit einersaler derselben färben, habende in seinen henndn eingelbs oder goldfarbs aufgespannen armbrost mit einemaufgesiagen strale zu dem fchus geschickt. Vnd denheline gezieret mit einer gelbn vnd plaben helmedeckhn,darauf zwifches zweien aufgetanen ilugen in der mittevberzwirich geteilt, das vnder teil blab vnd das obergelb ein gekronts junckfrawen prustpild on arm in gelbgecleidet."

Für das Wortspiel Mair Mohr habe ich glück-licherweise nur einen Beleg gefunden:

Wappenbrief von 1465 (s. d. e. 1.) für Michel Mair.

Mit namen ein weissen schilde darinn drey moren-heuppter in gründe des Schildes aines vnd darob zwaynebeneinander yedes mit seiner weisser pinden vnd aufdem Schilde ein heim getzieret mit einer swarczn vndweisser helmdekchen, darauf zway puffelhörner, darinnauch ein morenhaubt geschikchet als im fchilde."

Die Stadt Blaubeuren besitzt ihrenblauen Bauern",an dem schon der selige Sigmund v. Birken ein Aerger-niss genommen hat, seit dem 28. Juni 1471.

Ein Valentin Luwarth erhält, Rom 19. März 1452einen L e o p a r,d.

Mitt namen ainen schilt geteilt nach der lennghalb swarcz vnd halb weis habende darinn einen auf-gereckten leoparden mit dem haubt ruck und dem linkenfuess vnd vber sich geslagn swancze das weifs teil desSchilde berürende vnd mit der brüst vnd zwayen vor-dem vnd dem rechtu hinder fuessen das swarcz teildes Schildes beczaichend vund ainen helme gecziret mitainer swarczn vnd gelbn helmdeck habend darauf ainenhalben leopardn haltend in einen vortern taczn vndkloen ain swarczn knüttl."

Ein Hans Fünfer erhält zu Neustadt 1466 (s. d.)fünf Aere.

M. n. e. blawen f. darinne fünf weisz fliegend amin yedem tail oben vnd in gründe des fchildes zwennebeneinander vnd in der mitte einen vnd auf demfchilde einen helme mit einer blawen vnd weissen hel-mendekchen getziert darauf zway aufgetan flügel neben-einander ains blaw vnd das ander weisz."

Desgleichen zu Neustadt 27. Juli 1452 Oswaldv. Sibenberg sieben Berge:

Mit namen ainen gelben Schilde, aus des gründesiben plaw berge ye ainer für den andern entsteen,vnd ainen helme geziret mit ainer gelben vnd plawenhelmdeke, habund darauf ain gelbs vierekbats kusslemit ainem puschen plawen Btraufsenfedern."

Von dem nachfolgenden Wappen lässt sich sagen,dass, wenn auch die Allusion eine geringe Erfindungs-gabe verräth, doch der Gedanke in trefflicher WeiseGestalt gewonnen hat:

Wappenbrief vom J. 1465 (s. d. 6. 1.) für JobstWeidenholczer.

Mit namen einen schilde geteilet aus dem hin-dern teil vberegk ah halber swarcz darin ein gelberweydenstam mit sechs essten vnd das annder halb taildes Schildes, gelb entspringende darein aus dem gemel-ten weydenstam des mittern asstes ein swarczes zweylvon dreyen weidenpletern vnnd darunder auch zweyiunge pletter derselben färben vnd auf dem schildeeinen helme gecziret mit einer gelben vnd swarzer helm-decken darauf ein gewunden fliegend pyndenbayderlay färben mit einer zwifachen aufgetanenflügel auch mit stamen essten plettern vnd färben aus-getailet vnd geschikchet als in dem schilde."

Das Wappen, welches Jörg Haller durch Diplomd. d. Neustadt 17. Mai 1466 erhalten hat, spricht ohneBeschreibung nur für den Numismatiker:

Mit namen einen roten schilde darinne einen weissenhaller, getzaichent mit einer hannd, habent auf demschild einen heim getzieret mit einer roten vnd weissenhelmendekchen vnd auf dem helme ein rote flüg darinneein haller auch getzaichent mit einer hand von färbenals in dem schilt."

Zuweilen müssen 8child und Helm mit vereintenKräften arbeiten, um das Bebus rechtarticulirt" zumachen.

Wappenbrief d. d. Graetz (s. d.) 1468 für ConradChoppenwalder.

Mit namen einen weifsen schilde darinn ein pogen-weifz vberegk des fchildes ein fwarczer chapp odervifch mitten mit einer stral in gelb gefchifftet vndweifsen federn gefidert durchfchofsen, beide kreuczweifevber fich vberegk kerende vnd auf dem fchilde einenhelme getzirt mit einer weissen vnd fwarczen helm-decken, darauf ein dreyegkat gelb oder goldfarb pergeentspringende aus yedem berge auf dreyn gelben ftamenmit iren eisten ettlich grün pawm als ain pawm."

Das Helmbild ergänzt den Wald.

Hermann Mulphort ergattert (Diplom d. d. Augs-burg 8. Mai 1473) für seinen Schild einen Mühlstein,für den Helm eine Pforte:

M. n. e. blaben schilde darinn ein weisser mul steinvnd den heim gezirt mit einer weissn vnd blaben helme-deckhen. darauf ein gelbe oder goldfarbe phorttn miteinem fchofsgatter."

Das Wappen welches Peter Pawman zu Augsburgam 5. Mai 1473 erhielt, zeigt im Schild einen M» n(Mond) auf dem Helm einen Mann, ist also doppeltredend:

M. n. e. weisseu fchilde darinn in mitte' ein rotersterne darnebn in dem fchilde ein halber roter manedie fcherff für sich kerende, vnd auf dem fchild einenhelme geziret mit einer roten vnd weissen helmedeckhen,darauf ein parttets mansprustpild on arm mit gelbenroten hare sein haubt bedackt mit einem roten heide-nischen hut mit einem vbergeworffen weissen stülp-

Ich lasse nun noch einige Beispiele aus spätererZeit folgen.,

In dem Wappenbriefe des Kaisers Ferdinand I. d. n-Wien 3. April 1564 für Conrad Gegner der FreienKünste und Arznei Doctor (gleichzeitige Uebersetzungin schweizerischer Mundart) wird das Wappen 5> e "schrieben: ....

Nämlich ainen Schilt, der lennge unnd b ra .37 ^nach Inn vier gleiche thail außgethailt Inn wellichesdem obern linggen weyssen veld stat ain rotter Adlermit außgestregktem flüglen zerthonen füessenn unnooffnem Schnabel dann so diser Vogel ain Künig ist alle