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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV. 1.

Gebrüder Peter und Michael Newnburger von Passau,wie folgt beschrieben:

Mit namen einen Schilde geteilt in zweiteilvber zwirich das vnder vnd merer teil desSchildes swarcz darinu 'ein weisser sparre kerende denspicze vber sich vnd das ober als das dritteil des Schil-des rot vnd auf dem Schilde einen hellme geczieret miteiner weissen roten vnd swarczen hellmedekchen, darauffzway püffenhornere eins gancz swarcz, vnd das andervnden das halb teil weisz vnd das oberteil rot."

Die Spitze heisst Zwickel.

Wappenbrief d. d. Wien 9. Nov. 1471 für SebaldSchreyer.

M. n. e. fwarczn fchilte geende von grund auf eingelber zwickhl, darinn ein mörinpilde on fuess vnd onarm in swarcze becleidet, hangende in den oren gelberinglin vnd einen geflochten zopfen vnd umb sy eingelbe gürtel auch vorn in dem rock drew gelbe gesperrvnd oben in yedem egk des fchilts ein gelber mayeranapfel yeder mit einem stingel, vnd auf dem heim gezirtmit einer swarczn vnd gelbn helmdeckhn darauf einzwifach aufgetan fluge mit dem zwickhl mörinpilde vndmayeranapfel von färben gefchickt vnd ausgeteilt alsin dem fchilt."

Die Raute und die Wecke laufen unter der ge-meinschaftlichen Bezeichnung Wecke.

So wird die Raute im v. Grafeneck'schen Wappen1459 alsein viereckhet Wegge" angesprochen.

Der Sparren ist ein geläufiger Kunstausdruck fürdasselbe Heroldsbild, welches auch wir so bezeichnen

Wappenbrief d. d. Regensburg 15. Juli 1471 fürdie Gebrüder Johann und Conrad Kaltofen.

,M. n. e. weifsen schilt darinn von grund auf einroter sparre dazwifcbn in grund vnd obn in yedem eckdes fchilts ein rote mermufchel vnd den heim gezirtmit einer weifsen vnd roten helmedeckhn darauf einroter ochfenkopf mit dem hals bisz an die brüst mitweifsen hörnern."

Geschacht heisst schackirt, Schachbalken scha-ckirte Leisten. Die Zahl der Plätze wird meistnicht angegeben. In einem Wappenbriefe von 1454heisst es: über zwirich zwo listen geteilt in XIIveldung schachzabelweise.

Wappenbrief d. d. Wien 31. Januar 1470 für PaulusMüszler.

M. n. e. weissen fchilde geende aus dem vordemobern egke in das hinder vnder egke des fchildes einfchkakirte leisten weisz vnd plaw vnd in yedemteil vnden vnd ob der leisten ein plawe rosen mit einemweissen püczlein. dann auf dem fchilde einen helmegeczieret mit einer weissen vnd plawen helmdecke,darauf ein portuagalisch frawnpild an die fuefs mitausgerackten armen vnd in plaw geclaidet vmbgebnmit einer weissen gürttel habende in yglicher irerplofsen bände ein gelbs zwey mit dreyen essten diezwen vnden nacheinander und das mitter mit einerplawen rosen."

Ganz unbekannt ist das heraldische Pelzwerk ge-worden. Bei einem Wappen, wo dieses Pelzwerk sicher-lich zum Vorbilde gedient hat, wird dasselbe als Wol-ken bezeichnet:

Wappenbrief d. d. Cöln 15. April 1475 für die Brü-der Heinrich und Erasmus Metsperger.

M. n. e. roten fchilde darinne in gründe ein drei-egketer weisser perg vnd ob demselben perg in mittedes fchilds vberzwirich ein leistin von fwarezen vndweissen wolkhen ineinander verwechselt. Vndden heim gezieret mit einer rotten vnd weissen helmen-decken, darauf ein zwifach aufgetan fluge von falbenvnd flguru allermass gefchikht als in dem fchilde."

Einen weiteren Beweis liefert das Diplom d. d.

Augsburg 21. Sept. 14881), mittelst dessen der Kaiserdas dem Johannes de Houthem von dem RömischenKönig Maximilian verliehene Wappen bessert DerWappenschild ist von Veh (Eisenhutmuster) mit einemrothen Freiviertel darin drei goldene Hämmer. In demDiplom wir dasselbe beschrieben:

videlicet scutum cujus sinistra et duae inferiorespartes certas figuras argenteas et caelestinas cir-cumquaque in modum pilei oblongi inter se di-stinetas, dextra vero rubro tineta, tres malleos aureosin formam trianguli locatos, contineat."

Hier wird die Figur mit einem länglichen Hut nurverglichen, während sie 50 Jahre später von demHerold Riixner alsHut" kurzweg bezeichnet wird. Inden Wappenbeschreibungen zu seinem Turnierbuchsagt er:

Bappenheim, oben an der ersten theilung zwenhalben vnd ein gantzer weisser Hut, in der andernzwen weiss Hut. vnd in der dritten theilung ein weisserHut, all in blau wer feldung."

Landshutt, 3 blauw Hut mit roten Riemen inweissem Felde."

Kronberg, acht blauw Hut in weissem Felde dieandern zwo Feldung rot."

Zwischen dem gemeinen Hut und dem heraldischenEisenhut" 2 ) macht er also keinen Unterschied. DieLandshuter Hüte haben genau die Formen des Herolds-stückes.

Dagegen wird das gemeine Grau werkVeh" ge-nannt:

K. Friedrich verleiht 1452, 22. März zu Rom denGebrüdern Andre Ruprecht, Weifgang und AmbrosGärtner ein Wapen:

Mit namen ainen rotn schild mit ainem zwiezel-ligen vehwemlein striche in mitte vndlennge des Schildes vnd ainem geerönten helmegeeziret, mit ainer roten vnd weifsu helmdekg habendedarauf ainer junkfrawen brustpild geklaidet mit desSchildes varbn vnd vehwemlein mit ainer roten vndweifsen gewunden vnd fliegunden binden vmb sein haubtgeslagn" 3 ).

Derungebildete" Halbmond heisst entschiedenbesser ein drittenteil manschein.

Wappenbrief von 1465 (s. d. e. 1.) für Jörg Snell-mann:

Mit namen einen weissen schilt darinn ein drey-eckgat swarcz perg darob ein dritten teil man-schein seiner natürlichen goltfarben, kerende die spi-czen vber sich und auf dem Schilde einen helme getzie-ret mit einer swartzen vnd weissen helmdekchen daraufein zwifach aufgetan weisz flügel, auch mit den pergenmonschein vnd färben geschikcht als in dem Schilde."

Enthält der Schild mehrere gleichartige Figuren,so wird die Stellung derselben genau angegeben.

1) Abgedruckt bei Christyn jurisprudentia heroicaI, 374 ff.

2) Dr. II. Grote hält die Bezeichnung für einenUebersetzungsfehler. Er schreibt:

Als ich in Monet's Origine des armoiries den ortho-graphischen Schnitzer: pots de fer anstatt peaux de vairlas, kam mir der Gedanke, dass wahrscheinlich unseredeutschenEisenhütlein" auf dem Uebersetzungsschnitzereines alten Heroldes beruhen, welcher unter den ver-muthlichen peaux de vair irrig des chapeaux de fer ver-standen hat; wie ja doch noch neuerlich ein deutscherUebersetzer aus demallgemeinen Fasten" (jeüne ge-neral) einen jungen General gemacht hatte." (Numis-matischer Anzeiger 1H72 S. 116).

3) Chmel, regesta II 287.