Geschichte der Heraldik. IV. 1.
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Heber ober Jürftlidjer Sdjilbt foll ober etnanber gerottfeit,°o« tttn mafjfen roie bie 3 ia I' al1cr äutbun pflegen, (Serabeober (gebogen, fonbern fdjlecbt in (Triangel auf brey §ügober £inien, roie rjieljer 3ufeb,en t>mb ntlerlay nrfad;, bie icrj8 pn fürtje wegen rjie 3U erbeten, aud; pnberlaffen, rmb aufam anbere 3ctt angeftellt rotll rjaben, Dann ich, fyoff mit berWlff (Sottes, folebes in ber beclaration aincs fonbern (Erac>ws Don ben Wappen , barinn fürnemblidjen angejaigt•Wrt, roeldje bie it>appcn am (Erften erfunben, auf roas»rfadjen, roarumb, rnb roeldjen »öitfern man foldje follgeben. 3tcm anfj roas ITCateri fy gemacht fein, rmb ge>mad;t foüen werben, roas bie ITTetaü rmb Jarben in beuWappen bebeuten, rmb fünft aderlay begreiffen roirt, ben<«nt)oIbten, rmb nacbuolgcubs ben ITtalern, rmb anbern ber-gleichen bienftlicb."
. Dieses Versprechen hat Francolin meines Wissensnicht gehalten.
2. Capitel.
Kanzlelmasslge Kunstsprache.
ß u- e w * r dazu übergehen, die Versuche auf dem"ehiete der Wappenwissenschaft in Betracht zu ziehen,wollen wir noch der Thätigkeit der kaiserlichen Kanzleia uf dem Gebiete der Kunstsprache und der Wappen-Symbolik zwei Capitel widmen. Denn obgleich diesethätigkeit eine wissenschaftliche nicht genannt werdenKann, so ist sie doch vortrefflich geeignet, den wissen-8 chaftlichen Standpunct der Zeit zu kennzeichnen.
. Die Kanzlei des Kaisers Friedrich III. bediente
ich — wie w j r früher gesehen haben — in einzelnenwenigen Fällen bei der Beschreibung der Wappen nochoer Heroldssprache. Im Allgemeinen jedoch sind die^Schreibungen im gewöhnlichen Kanzleistyl abgefasst."derselbe zeichnet sich gegen die spätere Gepflogenheit^»ch eine straffe Kürze aus. Es sind nirgends mehrWorte verwendet, als zur Gemeinverständlichkeit noth-™endig sind Auch ist ein gewisses System in diesen
Schreibungen nicht zu verkennen.
Die Quertheilung heisst geteilt über zwirich.Bei mehrmaliger Theilung werden nach altem Brauch
icht die Theilungslinien. sondern die Stücke gezählt.f z. B. Wappenbrief d. d. Neustadt 22. Mai 1466"« Richart v. Spaw.
, »Mit namen einen Schild geteilet vber zwirich inj re y teile das vndrist vnd obrist teyle swarcz vnd das° der mitte weisz vnd auf dem Schilde einen helmesetzieret mit einer weissen vnd swartzn helmendecken,
Wauf e ; n swarczer e3e i m it ,i em na ] 8 bisz auf dieTust.«
..Gespalten heisst: gleich ab nach der leng ge-od V ~ in der mitte nach der leng abgeteilt,er kurz getailt nach der lenge.Die Schrägtheihmg wird meist umständlich be-trieben: geteilt aus dem vordem obern egk in dasinaer vnder teil. Jedoch wird auch der bessere Aus-Uc «: geteilt uberegk angewendet.f z- B. Wappenbrief d. d Neustadt 22. Autr. 1465lur Martin Marquardi.
»Mit namen einen schilt geteilt vberegk, das, * teil weisz, darinne ein blaw lilien vnd das oberMl blaw mit einer weissen lilien, baid lilien auchoeregk widereinander kerende vnd auf dem schild'nen helme getziert mit einer plawen vnd weifsenneimedekchen, darauf ein blawer hutte mit einem weis-en geschriezten anfgeworffen stülpe vnd an der rechtenhall • des huetes ein blaw stamen, darauf ein weissf lb Wien an der andern seitt ein weiss stamen mitBln er blawen halben lilien.«
Quadrirt heisst in vier teil geteilt.
K. Friedrich verleiht 1471 Aug. 2. Regensburgdem Vogt Ulrich von Metsch, Grafen zu Kirchberg, dasvon den ausgestorbenen v. Facz geführte Wappen zurHerrschaft Tafas und Prettigaw.
„M. n. e. fchilt in vier teil geteilt, das vorderober vnd das hinder vnder egk rot vnd die andern zweiteil vberegk blaw vnd weiss fchakirt ausgeteilt. Vndauf dem fchilt einen tornyr helme gezirt mit einerroten vnd weissen helmendeckhn, darauf in einer gel-ben oder goldfarben crone zwen weiss gepogenswannkregen biss auf die prust mit aufgetanem rotenfnabel."
Der Balken und der Pfahl heisst ohne UnterschiedLeisten, wobei die Richtung jedesmal bezeichnet wird.
Der Balken heisst über zwirich in mitte einleisten.
z. B. Wappenbrief d. d. Nieder-Baden 11. Aug.1473 für Hans Heinrich v. Rot:
„M. n. e. weissen schilde darinne vber zwirich inmitte ein blabe leisten steende vnden in grund zwo rotrosen und oben drey rot rosen nacheinander vnd aufdem fchilde ein helme gezieret mit einer roten vndweissen helmedeckhn, darauf zwei weisse puffenhörnerauch mit einer blaben leisten in der mitte vberzwirich."
Der Schrägbalken heisst uberegk ein leisten.Seltener wird die Richtung umständlich angegeben.Enthält der Schild mehrere Balken so werden dieseund nicht die Stücke gezählt.
z. B. Wappenbrief d. d. Wien 27. Januar 1472 fürHans Hohen wart er.
„M. n. e. fwarczn fchilte, geende von dem obernhindern egk abwerts in das vorder vnder egk zwo gelboder goldfarb leistn, vnd auf dem fchilt einen helmegezirt mit einer fwarczn-vnd gelbn helmedeckhn, daraufein grob parttet mansprustpild on arm in fwarcz be-cleidet mit reidem bare, habende auf seinem haubt eingelb oder goldfarb cron vnd gefpieztn fwarczn huetsteckende darinn drey strawfseufedern die mitter gelbvnd die andern zwo fwarcz."
■ Ferner Wappenbrief d. d. Regensburg 23. Juli 1471für die Gebrüder Heinrich und Jacob von Brunnen.
„M. n.- e. weissen fchilt darinn vberegk drey rottleystn, vnd auf dem fchilt einen helme gezieret miteiner roten vnd weifsen helmdeckhen, darauf zwo auf-getan flug in der mitte vberegk geteilt, das vnder teilrot vnd das ober weisz."
Der Pfahl heisst in der mitte nach der lengeab ein leisten. Einmal werden zwei (s.) Pfähle (in R.)als fünf Leisten blasonirt in dem Wappenbrief d. d.Metz 22. Sept. 1473 für Claus v. Stille genannt Spa-czinger;
„M. n. e. f. nach der leng ab in fünf leistngeteilt, die drey rot vnd die anndern zwo weifs vndden heim gezirt mit einer roten vnd weissen helmen-decken, darauf ein rot parttetz mannsprustpild in weissbecleidet mit einem zapfen, sein haubt bedackht miteinem roten heidenifcheu hüte."
Der Schildesfuss wird in dem Wappenbrief d. d.Wien 13. Februar 1472 für Erhard Federlin beschrieben;ein schilt geteilt in drew teil, das vndristgelb vnd die obern zwai swarcz.
Anders in dem Wappenbrief d. d. Augsburg 26 Mai1473 für Berthold Kruss.
„M. n. e. fch.. geteilt vber zwirich das vnder desdritteils des Schildes weiss vud das ober ganczbläh steende in demselben blabn in mitte ein vorderteil eins weissen prackhn vnd auf dem helme zweiweisse püffelhorner steende dazwischen auch ein weissVorderteil eins prackhn."
Dagegen finde ich das Schildeshaupt in demWappenbriefe d. d. Neustadt 18. April 1466 für die