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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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tieschichte der Heraldik. IV. 1.

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j r ^' n / ü ' irt in Roth einen schwarzen Raben (corbin);oder ein Anderer des Namens Jehan du Chesne führtin Gold einen silbernen Eichbaum (chesne) u. s. \v. unddergleichen Wappen sind falsch. Ueberhaupt siud alleWappen falsch, welche von Metall auf Metall und von*arbe auf Farbe sind, ausgenommen die Wappen*°n Jerusalem nämlich: d'argent ä une crois po-tenc6e et quatre croisettes d'or. Dieselben sind nichtfalsch, aus dem folgenden Grunde: Als Gottfried vonftouillon siegreich das heilige Land erobert hatte, wurdedurch die tapferen und edlen Fürsten, die sich in seinempeere befanden, befürwortet, dass ihm zum Gedächtnissj^ nes . ausgezeichneten Sieges Wappen gegeben würden,die sich von dem gemeinen Brauch unterscheiden, da-mit sich jeder, der sie sieht, weil sie falsch sind, be-Wogen fühle, nachzuforschen, aus welchem Grunde einso edler König solche Wappen führe, und er würdedann über die genannte Eroberung belehrt werden.

[Es folgen nun die fünf Schilde welche im Textea »s Beispiele angeführt sind.]

VIII. Capitel: lehrt, bei welchem Theile des Schil-des man mit dem Blasoniren beginnen soll.

(1) Wenn der Schild von Metall und Farbe ist, eineroder mehreren, und der Schild ist ungetheilt(entier, voll) soll man zuerst die poincte benennen.

12) Ist der Schild getheilt, so muss man auf derrechten Seite beginnen.

W Ist er ecartelirt, bo muss man das Quartier zurrechten Handi) zuerst benennen. Beispiele (esfolgen drei Schilde):

(1) G. mit fj: Schildeshaupt: d'or au chef de sable.

(2) Gespalten; vorn schwarzer Schrägrechtsbalkenin S.; hinten von Veh: party, le premier d'argentä une bende de sable, l'autre de vars.

(8) Von 8. u. Schw. geviert: escartelfe d'argent etde sable.

IX. Cap. behandelt gewisse Unterschiede der Vögelund Thiere im Blason der Wappen.

j,.. Von allen Vögeln, welche Schnäbel, Beine undusse von anderem Metall oder Farbe haben, als der

T; or P e r> muss man sagen: begliedert, ausgenommenie Merlette welche in den Wappen weder Schnabel nochusse hat. Und die Löwen, Leoparden und andere

filiere, welche Zähne und Krallen von anderer Farbeaben, als der Körper, blasonirt man wie folgt:

In R. einen g. Löwen, schwarz bewaffnet: de

gueules a ung lyon d'or arme de sable.

X. Capitel; erläutert, in welcher Weise die Löwen,Leoparden und andere Thiere zu blasoniren sindund den Unterschied zwischen Löwen und Leo-parden.

Von allen Thieren, die in Wappen vorkommen,

j uss man Stellung und Gestalt angeben, ausgenommen

wen und Leoparden, weil die Löwen von Natur

anipant sind und die Leoparden passant. Das ist der

ste Unterschied zwischen Löwen und Leoparden. Und

enn sie die umgekehrte Stellung einnehmen, sagt man:

j ö " f ieopardirter Löwe (lyon leopardei und ein ge-

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enn sie die umgekehrte Stellung einnehmen, sagii leopardirter Löwe (lyon leopardei und e^ 6 ~w .ter Leopard (leopard lyonne). Der andere Unter-med ist der, dass der Löwe in den Wappen nur einu ge und ein Ohr hat, während der Leopard derenZw ei besitzt.

(Es folgen die entsprechenden Abbildungen.)

w . 1) Prinsault meint, wie das folgende Beispiel be-scb die recnte Han(i des Schildträgers, nicht des Be-

XI. Capitel, Von der Form der besans, tourteaux,cotice, endente, engrelle, losenges, fusees, escha-quier, frete, gemelle, billete. Und von dem Unter-schied zwischen crois patee, c. fichee, c. potencee,c. croisee und c. floronnee

Die Besans (Bizande, Bizantiner) sind rund undvon Metall. Die Tourteaux (Kugeln) sind grösserund von Farbe. Cotice (Bandstreif, Schrägleiste) istdas Drittel (le tiers meindre) der bende und läuft schrägwie diese. Zwischen endente (gezackter Schildrand)und engrelle (gezahnter Schildrand) besteht der Unter-schied, dass jene grösser ist als diese. Losange (Raute)ist von gleicher (?) Höhe, Tiefe und Breite (a g u e parle hault et par bas et auxdeux costez). Fusee (Spindel)ist oben und unten pointirt. Echaquier (Schachfeld)hat die Form eines Schachbretts, worauf man Schachspielt. Frete (Schräggitter) ist cotice, schräglinks undschrägrechts gezogen (l'une au contraire d' l'aultre)Gemelle (Querleiste) ist das Drittel der fesse, und läuftwie diese quer über den Schild. Billete ist ein weniglänger wie breit. Der Unterschied zwischen den Kreu-zen wird praktisch (durch Abbildungen mit beigesetzterBlasonirung) gezeigt.

In B. ein h. (breitendiges oder, Tatzenkreuz : d'asurä une crois patee d'argent.

In S. drei schw. Kreuzchen, oben nagelkopfförmig,unten gespitzt: d'argent ä III crois fichee s de sable.

In B. ein g Krückenkreuz: d'asur ä une crois po-tencee d'or.

In B. ein r. Kreuz, dessen jeder Arm ein Kreuzbildet: d'asur ä une crois croisee de gueules.

In Grün ein s Lilienkreuz: de synople ä une croisfloronnee d'argent.

XII. und letztes Capitel. Blasonirung von 15schwierigen Schilden, mit dem Beschluss diesesBuehes.

Auf Grund der in diesem Buche gegebenen und er-klärten Doctrin kann Jeder die Wappen aller Kaiser,Könige, Herzoge. Grafen. Barone. Ritter, Edelknechte,Städte und Länder oder wappenführenden Gemeinschaf-ten rasch und geschickt blasoniren, sobald er solcheirgendwo gemalt oder abgebildet sieht. Und für denFall, dass man fremdartige Blasons linden sollte, wollteich 15 der schwierigsten Schilde oder Blasons die ichfinden konnte beschreiben .... (Es folgen nun dieAbbildungen mit beigesetzter Blasonirung z.B. Lilien-haspel: de sable ä im eseharboucle perse, floronne,poincte d'or. Eine Kirchenfahne, deren drei Zagelgezahnt sind: d'argent ä un gonfanon de gueules).

Aehnlichen Inhalts ist der trattato dei colon nellearme des Sicillo, dessen französische Uebersetzung fol-gender elenden Schrift als Unterlage gedient hat:

Curieuses unb luftiges Eractätleitt r>on bcn Jarbeitanff bett 2Dapctt; Don ben geheimen I>encffprüd;ctt auf bertSdjtlbcn; Von bcn Jarbett bcr £tl>creycn utib Säubern;Don Scbetirmtgeit ber platteten, Blumen utib Jriidjte;3mglcid;cit oon ben Spritdjen bcr £tebe; 21ud; non bcrfelbenllcbcfcttiftimmutig uttb Dcradjtung, tueldje bttrdj alletfjanb21rt bcr Säume, Kräuter uttb Bhir/tnen jtdj eräugen. 21usbem Jratt^ciftfdjen rerbeutfdict. gitnt erftettmabf gebrueftpon Sottfrtcb fjerbert, Bitd]bänbf: Anno 1679. o, 0.16«. 106 S

Die überlieferte Geheimlehre der Herolde war wiewir oben (S. 225) gesehen haben seit dem Ende des15. Jahrhunderts obsolet geworden. Nach Ehrenliedernwar keine Nachfrage vorhanden und die kaiserlicheKanzlei, welche den Herolden eine neue Thätigkeithätte schaffen können, unterliess es, von der brach lie-genden Arbeitskraft Gebrauch zu machen. Anderseitswar der wissenschaftliche Gehalt der Lehre zu gering-fügig, um den Gelehrten, die sich jetzt des Wappen-