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Geschichte der Heraldik. IV. 1.
[Es folgen neun Schilde mit den Farhen und demEisenhutmuster; Hermin nicht.]
IV. Capitel. Von den Tugenden, Temperamenten,Planeten, Himmelszeichen, Edelsteinen, Wochen-tagen, Elementen (quel des III. elemens) undMetallen, welche jede der genannten Metalle undFarben in den Wappen bedeuten. — Und weildiese Materie von vorzüglichem Nutzen undziemlich weitläufig ist, wird sie nach Ordnungder beiden Metalle und der fünf Farben in 7 Ab-schnitte getheilt i).
1. Abschnitt.
Gold, bedeutet in. der Wappensprache (blasond'armes) vier Tugenden: Edelmuth, Wohlwollen, Trostund Hoheit; unter den Edelsteinen: den Karfunkel.Von den 7 Planeten: die Sonne. Von den Wochen-tagen: den Sonntag.
2. Abschnitt.
Silber, bedeutet 5 Tugenden: Demuth, Ehren-haftigkeit, Reinheit, Weißheit (blancheur) und Unschuld.Von den Temperamenten: das Phlegma. Von denPlaneten: den Mond. Drei Himmelszeichen:den Krebs, den Skorpion und die Fische. Von denElementen: das Wasser, von den Edelsteinen: diePerle, von den Wochentagen: den Montag.
3. Abschnitt.
Roth, bedeutet zwei Tugenden: Tapferkeit undKühnheit, von den Temperamenten das cholerische,von den Planeten den Saturn, von den Himmels-zeichen den Widder, den Löwen und den Schützen,von den Edelsteinen den Rubin, von den Wochen-tagen den Sonnabend, von den Elementen das Feuerund von den Metallen das Messing (letton), worausman la rouge mine (Mennige ?) bereitet.
4. Abschnitt.
Blau bedeutet unter den Tugenden das Lob,die Güte und die Hoheit. Von den Temperamentendas sanguinische, von den Planeten die Venus, vonden Himmelszeichen: Zwillinge, Wage und Wasser-mann, von den Edelsteinen den Saphir, von denWochentagen den Freitag, von den Elementendie Luft, von den Metallen das Feinsilber, worausman Blau bereitet.
5. Abschnitt.
Schwarz bedeutet die Trauer und den Reichthum.Von den Temperamenten das melancholische, vonden Planeten den Mars, von den Himmelszeichenden Stier, die Jungfrau, den Steinbock, von den Edel-steinen den Diamant, von den Wochentagen denDienstag, von den Elementen die Erde, von den Me-tallen das Eisen, woraus man Schwarz macht.
6. Abschnitt.
Grün bedeutet die Liebe, Ehre und Höflichkeit,von den Planeten den Merkur, von den Edelsteinendie Ermeraulde, von den Wo eben tagen den Mittwoch,von den Metallen das Quecksilber, woraus Grün be-reitet wird.
7. Abschnitt.
Purpur bedeutet Freigebigkeit, Ueberfluss undWeisheit, von den Planeten den Jupiter, von denEdelsteinen den blassen Rubin (balay), von den
1) Auf diese Art der Wappensprache zielt WalterScott in einem seiner schönsten Romane, im 33. Capiteldes Quentin Durward. Ich bedauere, dass es der Raumnicht gestattet, die köstliche Schilderung hier im Wort-laute folgen zu lassen und bemerke nur, dass das„Wappenamt von Regensburg" nicht historisch ist, wasaber unsern seligen Georg Hesekiel nicht verhindert hat,es in seinem Romane Unter dem Eisenzahn anzubringen.
Wochentagen den Donnerstag, von den Metallendas Zinn (l'estain), von den Elementen die Wolken(les nues).
V. Capitel: benennt 9 Dinge, von denen jedes dendritten Theil des Schildes einnimmt, und wennsie kleiner sind, ist der Schild getheilt (devise).Wie man jedes der 9 Dinge blasoniren soll.
Jedes der folgenden 9 Dinge: Chef, Pal, Bende,Fesse, Chevron, Giron, Orle, Crois und Saultouer, mussden dritten Theil des Schildes einnehmen; ist es kleiner,so heisst es getheilt (devise).
Und 6 von jenen Bildern, nämlich bende, pal, fesse,chevron, giron und orle, wenn sie aus mehreren Stückenbestehen, blasoniren sich mit einem Worte, wie folgt:X führt in Gold eine bende von Roth zu 6 oder 7Stücken, (d'or ä une bende de gueules de VI ou VIIpieces) und ähnlich so von den andern fünf.
Vom crois, chef und saultouer hat man nur eineForm, welche den dritten Theil des Schildes einnimmt.Befinden sich in einem Schilde mehrere Kreuze, so sinddieselben nach ihrer Zahl zu -blasoniren.
[Es folgen nun 12 Schilde mit darunter gesetzterBlasonirung:]s. Schildeshaupt in B.: d'asur ä ung chef d'argent.schwarzer Pfahl in G.: d'or ä ung pal de sable.g. Schrägrechtsbalken in R.: de gueules a une
bende d'or.s. Querbalken in B.: d'asur ä une fesse d'argent.g. Sparren in Schwarz: de sable ä un chevron d'or.von S. u. Gr. geständert: de synople ä un giron
d'argent.in Purpur ein g. innerer Rand: de pourpre a ung
orle d'or.b. Kreuz in S.: d'argent ä une crois d'asur.schwarzes Andreaskreuz in S.: d'argent ä ung saul-
toer de sable.6 schwarze Schrägrechtsbalken in S.: d'argent a un
bende de sable de VI pieces.in G. ein vierfacher innerer fl: Band: d'or ä un orle
de sable de V pieces.in S. ein r. Schrägrechtsbalken begleitet von 6 b.Kreuzen: d'argent ä une bende de gueules a VIcrois d'asur.
VI. Capitel: welches angiebt', bis zu welcher Zahlman alle in den Wappen vorkommenden Dingebenennen und in welchen. Fällen man die Zahlnicht benennen resp. „besät" sagen muss.
Kugeln (tourteaulx), Bizande und Bandstreifen (00-tices) werden bis zu 8, Rauten, Spindeln, Schachfelderbis zu 25, Thiere, Vögel, Blumen, Fische und alle an-deren Dinge, die in den Wappen vorkommen, bis 16gezählt. Bei Ueberschreitung der genannten Zahlen,blasonirt man „ohne Zahl" oder „besät", wie bei denWappen von Laval, wo man sägen muss: in G. 16b. Flügel (d'or ä XVI ailes d'azur); oder bei den Wap-pen von Pulli, wo es heisst: von Gold, besät mit b.Adlern ohne Zahl (or, seme d'aigles d'asur sans nombre).
VII. Capitel. Von der Ordnung der «Metalle undFarben und wie man die falschen von den echtenWappen unterscheiden kann.
Der Schild aller Wappen ist von Metall, Farbeoder Pelzwerk.. Z. B. X führt in Gold ein rothesSchildeshaupt (d'or au chief de gueules); oder: in B-einen s. Querbalken (d'asur ä 1 bende d'argent). Ausser-dem ist zu wissen, dass Wappen, in denen Metall autMetall, oder Farbe auf Farbe steht, falsch sind. Unddurch dieses Mittel kann man häufig die Wappen derLeute von niederem Stande und Unadelichen erkennen,welche ohne Discretion nach ihrem Belieben Wapp« 11annehmen. Z. B. Einer des Namens Jehan oder Pierre