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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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IV. Buch.

Die Wappenwissenschaft von ihren Anfängen bis zn Ende des

achtzehnten Jahrhunderts.

Jlnnere Eiben annere lübenl Hemernid; blot annere tüben, ne, of annereSebiiben.

Fritz Reuter.

I. Abschnitt.Die Anfäng-e.

1. Capitel.

Der Untergang der Heroldkunst.

f ol ^ere deutschen Wappenknaben, Herolde, Wappen-ttbpr ben s ' cl1 niemals damit befasst, die mündlichLehr t e * ten Regeln ihrer Kunft in der Form einerihjp v ft zu verewigen. Sie begnügten sich damit,thäf Unst P raktisch in Dob- und Straf-Poemen zu be-erb a'i? 611 ' die uns leider aucn nur zum kleineren Theilspärr ^ Sieben sind - D ie Regeln, welche aus denden ü 6D Deberresten dieser Literatur abgezogen wer-Btellt ° nnten ' 8ind bereits oben (S. 21ß ff.) zusammenge-

Traot T 80 w i'lk° mm ener muss uns der französischedas des Clemens Prinsault vom J. 1416 sein, welcher

ganze Arcanum der Heroldskunst enthält,sich r* in der eigentlichen Kuustsprache unterschiedDie P's . d ? utscne Heroldskunst von der französischen,der fl äc,sion un(J Knappheit der letzteren widerstrebtesich ?? tscn ? n Individualität, welche sich damit begnügte,dem < * ie ÜMPtbegriffe zu einigen und das Einzelne

"* Persönlichen Belieben zu überlassen.,j 6llti ~ a der Tractat des Clemens Prinsault auf die^ar a r e Literatur wenigstens mittelbar von Einflussden 'Jt er nier n ' cnt übergangen werden. Ich gebeJak» t sentlic hen Inhalt nach der Pariser Edition») vom

I- Capitel. Von den Erfindern der Wappen.Ktj n |~ er sehr heldenmüthige und siegreiche Alexander,der ? x von Macedonien, der sehr mächtige Hector,

ander

sich ti e Fürsten, welche zu wissen wünschten, obmre Vasallen und Unterthanen bei Waffenthaten

4t J) Dn Traite du Blason du XV« Siecle publie par(Pa»£' ,r 0Mg ' d'Arcq. Revue archcoloqiauc XV. Annee^aris 1858) S. 321 ff.

tapfer verhielten, und um jeden nach Verdienst zu be-lohnen, ordneten an, dass in ihre Schilde ein gewissesunterscheidendes Zeichen gesetzt werde, durch welchesman ihre tapferen und wackeren Thaten klar erkennenund beurtheilen konnte. Diese Wappen wurden vonden genannten Fürsten nicht nur jenen tapferen Leuten,sondern auch ihrer ganzen Nachkommenschaft über-wiesen, zu einem Gedächtniss jener tapferen Thatenund damit die Nachkommen desto geneigter und be-geisterter seien, die guten, tapferen Thaten ihrer Vor-fahren nachzuahmen.

II. Capitel. Auf welche Art man Wappen macht.Es ist zu wissen, dass alle Wappen aus drei Dingen

zusammengesetzt sind, nämlich von Metall, Farbe undPelzwerk (de penne), oder aus einem dieser Dinge, wienachstehend erklärt wird.

III. Capitel. Von den Arten der Metalle, derFarben und des Pelzwerkes und wie man sieblasoniren soll.

In den Wappen giebt es nur zwei Metalle, näm-lich Gold und Silber, und fünf Farben nämlichgueules oder Roth, azur oder Blau, sable oderSchwarz], synople oder Grün und pourpre, welcheskeine einfache sondern eine zusammengesetzte Farbeist, denn wenn man alle obigen Farben zu gleichenTheilen mischt, so entsteht Purpur.

Ferner giebt es zwei Arten Pelzwerk (pennes) näm-lich hermines und vairs. Und man soll blasoniren indieser Form: der und der Prinz führt von Gold odervon Azur oder von Hermin u.s. w. Und obgleich Her-min von Silber und Schwarz ist und das V ir vonSilber und Blau so nennt man das Hermin doch nie-malsvon Silber und Schwarz" und das Vair vonSilber und Blau" sondern sagt mit einem Worte: "vonHermin" odervon Vair". Ausgenommen wenn "dasHermin von anderem Metall und Farbe ist als Silberund Schwarz oder das Vair von anderer Farbe als Sil-ber und Blau, in welchem Falle man sagt: Vair oderHermin von Gold und Roth u. s. w.