Geschichte der Heraldik. III. 4.
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In der von dem Buchhändler Sigmund Feyrabendtverfassten Widmung (an den „Ehrngeachten vnd Für-nehmen Herrn, Adam Khalen, Fürstlichen Wirtzburgi-schem Bottenmeister, meinem Grossgünstigen Herrn)neisst es:
„Vnter andern aber hat sonderlich der Wolgelartevnd Ehrnhaffte Jacob v Köbel, vor dieser zeit Statt-schreiber zu Oppenheim, dieser mühe vnd fleisses sichvndernouimen, ein feinen schätz dess Römischen ReichsWap en zusammen getragen vnd für etlich jaren öffent-lich in Truck aussgehen lassen. Welches Werck nach<jem ich erfaren vnd gesehen, dass es vielen Ehrlieben-fl en leuten angenem vnd bequemlich gewesen, also dass»W dieser zeit alle Exemplaria Distrahirt, vnd öffent-lich nicht mehr wol zu bekommen gewesen, haben michflohen Standes Leute es auff ein neuwes in das werck2 U richten, zum bffternmal bittlich ersucht."
Demnächst folgt Köbel's Vorrede mit der Ueber-schnft: „Ein Liebhaber aller Geschieht vnd Historien-schreiber, vor etlich jaren gewesener Stattschreiber zuOppenheim, wündschet dem Leser glück vnd alle wol-
, Das Werk selbst enthält mehrere Abtheilungen, wo-° e | ich bevorworte, dafs die Wappen von Jobst AmmanPrächtig in Holz geschnitten sind, wodurch das Buchseinen Werth erhält.
»Welche auß den Geistlichen vnd Weltlichen Teut-schen Christlichen Fürsten, ein Römischen König vnd^•eyser zu erwehlen macht haben." Der Wappenschild
es Königs von Böhmen ist mit der Laubkrone bedeckt._ Ausser dem Kaiserlichen und der sieben KurfürstenRappen findet sich nur noch das der Landgrafen von«essen.
, Es folgen hierauf eine Menge von Fahnen von Lanz-*nechten getragen, auf einzelnen Blättern mit dem Mo-n °gramm I. K.
n«x J ? a PP«n6udj Bier 3nnen 2?ö. Kay. OTay. I fambt Olbur~ no Surften | (Sctftlidis tmnb IDeltlicb. Stanbts i Waffen,Twnemlidj a f, cr j, ecen ( f 0 au ^ perfcbjncm Heicbstag | 3a£ u 9fpurg im 3ar <582 gehalten, fclbs perfonlicb, erfebinen,«ua? beren | Jibroefenbcn, fo jf[rc (Scfanbten alba getjabt,I uu bereu 3ubeFom. . men müglidj gemefen, orbentlidj be-^k "' ' ^ ict 3 u fc'nfc auch neben ber Hörn. Kay. IKay. onbvT 1 / , a "rf? ber Stifft fampt mcb.rertb,eil ber Heicbsftätt,»«xv? en bcr viev £anb - I faitP 1 bcrfclbert (Stauen, ijerrenv"° ^oclsperfonen IDappen gefegt morben. | 2IUes mit fon-,(7 m JWfi 3«fammen getragen, Ertlich, (Srünbtlidj cnb
aentlid, fürgemalet, 3n Sechs Sucher abgeleitet, fampt
mem 3 u rudf) anae^njften orbenlidjen Hegifter ber Dier»nb m " ö in DCrIc 9 u "9 <8eorgen Br enteis, Burgers
\? aIers 3 U Saugingen 1 in (Erurf nerfertiget. (0. J.)T .,, M-rt Register 233 Blätter. Die Zeichnung ist meist
"trefflich. Es wird als Brenteh Wappenbuch citirt., Aus dem Vorworte, datum Laugingen den 10. Septbr.
nno 1584: „Nachdem der Weitberümte vnd Wolerfarne
«ei vnd Vest Peter Fleischmann zu Franckendorff,£?j£" Kay. May. vnsers allersgnedigisten Herrn be-
anter Ehrnhold, Im Anno etc. 1582 Jüngsten vnnd erst-8tPi^ tnen Au &spm-gischen Reichstag, ein sehr wolge-tem t Vnnd verbesserte Description was anff wolermel-an!i Loblicn en Reichstag für Chur vnnd Fürsten, AuchaurTj Ständ e desg Heiligen Römischen Reichs, so wol«rscV Abw esenden Gsande, Räthe vnd Potschafftenwo»i Den ' 8an ipt mehrern anhangenden Sachen gehalten«teh» D i' Wolb edächtlich in truck verfertigt vnnd auss-w " en tessen. Vnnd ich aber nunmehr mit allerhandÖjpPP 6 . 1 ». vnnd sonsten der Malerey kunst, biss in dieeyssig J ar i ang meln jjjjyj g enaDti damit vmbgangen,GesoM Ich "^nderlich aUe zeit dahin beflissen, der Altenauf» . hten Wappen zu erfahren, znerkundigen vnda, en nze,c inen, wie mir in solcher zeit für alte zukom-"> vnd Wappen ahznmalen förkommen. So half ich
nit vnderlassen sollen noch könden . . . sollich Ainsel-lig Werck auch nicht zuuerbergen oder verligen zu-lassen ..."
Stam cnb tDapenbudj Ijodjs vnd nibers Stanbs. Da=rinnen ber Hömifcben Keys. 2Ttt: befj heiligen Hörn. HeycbfjCburfürften, Jürften, (Srafen, Jreyen tmb Ejerrn, 2Iucb be*ren com 3IbeI, cnb anberer t>om guten (Sefcblecbt Ijerfom-menbett perfonen, IDapen, mit jr'en Sajilt rmb Reimen,aueb fj^ugefe^ten Symbolis, unb Heymen, in melcben 3umtb/eyl ber IDapen eygenfcbafteu rmb bebeutnuffen gu%röi>ger molmeynung begriffen »erben, eygentlid; rmb aufsffcyfftgft 3ugertcbt. mit angebengten nilen lebigen Scbilbten»nb Reimen, benen, melcbe ber frembben Ztationen, oberanberer IDapen meijr, auttj biereyn 3U bringen luft fetten.§u nu^ »nb eb,ren alten ber Kunft Eiebljabern, (Selefjrtencnb Dngcleljrten, mit grog:r müh,, arbeyt onb cnfoften,3ufammen getragen bureb Sigmunb Jeyrabenb. <Se>brutft 3u § rancffnrt am irtayn, mit Hämifcber Keyferlicbermaieftet Jreytjeyt. M.D.LXXIX. 40.
In neuerer Zeit sind von diesem Wappenbuch zweiFacsimile-Ausgaben erschienen:
Jost Ammans Stamm- und Wappeubuch, neu heraus-gegeben und geordnet von Friedrich W a r n e c k e Fac-simile-Druck von A. Frisch in Berlin. Verlag von CA. Starke in Goerlitz. 1877. 4".
Liebhaber-Bibliothek alter Illustratoren in Facsi-mile-Reproduction. III. Bändchen. Jost Amman'sWappen- und Stammbuch. Franckfort a. M. bei Sigm.Feyrabend 1589. München bei Georg Hirth 1881. kl. 40.
Ueber den Künstler, der in diesem Werke Unver-gleichliches geleistet hat, urtheilt Matthias Quad(1609): „Joest Amman von Zürich ist Virgilio mit stel-len vnnd inuentiren nit sehr vngleich gewest, doch alleinin holtz vnd im etzen, vnd hat dem leben mehr gefolgtals einiger seiner Zeitgenossen."
Von den Wappenreimen sei einer hier angeführt:-clburfürft t>on Branbenbnrg
IDo sugleycb ift fterd nub cerftanbt
Da ift bef HeycbJ ein felger ftanbt
Sieb bidid; fofd;er «Ehren rühmt
Das Bau§ Branbburg, jm ge3tempt.
Drumb ben Scepter t>mb ringen tljon
Die Söuroen, cSrcyffen, 21bler, fd;on:
Darburcb beg Keyfers <2br ftdj roeyt
3m ganzen Canb cmbf|er anpreyt.CJironicon Alsatiae, €belfaffer £b,ronicf onnb aufjfür«liebe Sefcbreibung bes oniern Clfaffes am 2?b,etnffrom ic.Durcb, ben (£b.rnDeften, t fjoebaebtbarn, £jerm Berntjart Ber.fcogen, biefer 3Ctt ^anam £iedb,tenbergifcb,en 2Imptmann 3nIDärbt. «Sebrntft 3U Strasburg, bnrdt. Sernbart 3obtn,2Inno 1592.
15 ZDappenbüdjIein 96 (auf einem Bande, darunterdie drei Nürnbergischen Wappenschilde, darunter aufeiner Leiste die Inschrift) 3°I)in Sibmadjer feciiJfribeticb, Dürer Excvd: (Querl6°)
Ein.Besitz des Herrn Geh. Rechnnngsrathes War-necke; besteht ausser dem Titel aus 18 Blättern. Diemeisten Blätter enthalten ein Wappen in der Mitte,umgeben von vier Wappen, in kleinerem Massstabe ge-zeichnet, welche das in der Mitte befindliche Wappenansehen. "So steht rechts neben dem Wappen des Erz-bischofs von Mainz (v. Dalberg) das Wappen des Bi-schofs von Speyer, welches links oben und rechts untendas Speyer'sche Stiftswappen, rechts oben und links untendas Weissenburger Castell enthalt. Die Wappen sindsolche gleichzeitig lebender Personen. So finden sichdie Wappen folgender Kirchenfursten: Wolfgang v.Dalberg Erzbischof von Mainz (1582 1601), Eberhardvon Dienheim Bischof von Speyer (1581 - 1610), Neid-hard von Thüngen Bischof von Bamberg (1691 -1598)Julius Echter von Mespelbrunn Bischof v. Würzburg