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Geschichte der Heraldik. III. 4.
Philipp Apian, als Sohn des MathematikersPeter Apian am 14. Septbr. 1531 zu Ingolstadt geboren,legte eine Sammlung von Wappen der Stifter, Klöster,des Adels, der Städte und Märkte Bayerns an und Hesssie in Holz schneiden und zwar der Gleichförmigkeitwegen bloss die Schilde. Diese im Jahre 1562 zumAbschluss gelangte Sammlung von Holzstöcken hattewahrscheinlich den Zweck, in den Text seiner Topo-graphie Bayerns eingerückt zu werden. Das Werk ge-langte jedoch damals nicht zur Veröffentlichung, dieHolzstöcke wurden zerstreut und sind erst in neuererZeit etwa zur Hälfte des ursprünglichen Bestandes inden Besitz öffentlicher Sammlungen übergegangen. Glück-licher Weise sind von den fehlenden Holzstöcken ersteAbzüge erhalten geblieben, so dass die Apian'sche Wap-pensammlung ziemlich vollständig wiederhergestellt wer-den konnte. Der bekannte Heraldiker, Reichsarchiv-assessor K. Primbs in München hat diese Aufgabeglücklich gelöst und das Brgebniss folgendem Werke:Philipp Apian's Topographie von Bayern und bayeri-sche Wappensammlung. Zur Feier des 700jährigenHerrscherjubiläums des erlauchten Hauses Witteisbach.Herausgegeben von dem historischen Verein von Ober-bayern. Mit 60 Abbildungstafeln. München 1880. 8<>.als Anhang beigegeben.
Wappen Buch, barinen aller (Setftltdjen prclaten Ejerrentmb £anbleut aueb, ber Stett bes löblichen ^ürftenttjumbsSteyer Wappen tmb Insignia, mit jfyten färben, naä) orb>nung, rote bie im Eanbtfyutfj 311 (Srätj ongemab.lt }u fiitbeu.(Sebrurft 3U (Srätj bureb. gadjariam Bartfcb. .formfdmet'ber 1567. 8°. 140 Tafeln.
Das Buch wurde nach den vorhandenen Holzstöckenim J. 1872 von dem steiermärkischen Landes - Archivneu aufgelegt Die Farben-Angaben hiezu finden sichin der Wiener heraldisch-genealogischen Zeitschrift Adlervom J. 1872 S. 72 ff.
IDappen Sudj bes fyofjen (Seiftfidjen tmb roeltltdjenStanbs ber dfjriftenbdt in (Europa, bes 2Ipofto(ifd;en Stuels3U Hont: Der Patriarchen, darbinälen, CErtj tmb gemaineSistumben: ber (Sefürften prclaten, ilbbteyen, 21ud; berDniuerfiteten tmb <t|ob.en Sdjulen ZTamen tmb Knappen.Zlefjgleidjen audj bes Hömifdjen Heidjs tmnb Kayfertfmmbs,ber <£b.rift(id;en KSnigretdjcn, <£bur tmnb ^ürftentb.umb,©raff tmnb fjcrrfdjafftcn, fambt ben Jreyen Heid/s-Stättctt.3n roeldiem jetjtgemeltem TDappen 23ud? gleidj als inneinem Spiegel 3ufeb.en, u>ie weit ftdj ber (tbriftlidje (Slaub,tmnb fonberfid? bas Hämifdje Heia) tmb Kayfcrtbumb etroanerffretfet bat. Dura) Martin Sdjrot Don Uugspurg 3U.famen getragen. (Setrucft 3U ITtündjen. XTTit Hörn. Kay:ITtay: Jreybrit ntt nacbjutrutfen. M.D.LXXVI. (kl. 40.178 S.).
In der Vorrede vom 21. Juli 1576, welche von„Adam Berg Buchdrucker inn der Fürstlichen StattMünchen" verfasst ist, heisst es:
„Dann vnd nach deme sich Martin Schrot, ein Mit-bürger von Augspurg, auff mein verlag vnnd costen,der gantzen Christenheit, als fürnemblichen der Römi-schen Key. vnd Kon. May. sambt den Chur vnd Fürsten,Grafen, Freyen vnnd Reichsstätten etc. dessgleichen dieAmbter so dem heiligen Romischen reich seind zuege-than, sambt dem Geistlichen stand, deren aller Wappenvnd namen, in ein libel oder buechle zusamen zubringenvnderfangen hat ....
„üieweil aber vermelter Schrot verstorben, vndsouil wie vor äugen, der stende vnd glider des heiligenReichs zueaamen gebracht, gleichwol noch biß in 350allerley stende vnd statt verhanden, wellicher wappen,ertlichen seineb Schrotens ableibung, dann auch kurtzerzeit halben, dißmals nit fertig haben mögen werden,Hat mich nun für guet angesehen, diß angefangenwerck nit zuuerh alten . . .
Der Inhalt des Buchs ist folgender:
Bäpstlicher Heiligkeit Wappen. Die 4 Ertzpatriar-chen des Römischen Stuels Die 4 obristen Haubtkirchendes Römischen Pabstumbs. Die 4 Haubtberg der Rö-mischen versamblung. Die 4 Ertz Cardinal des Römi-schen Stuels. Andere Cardinal der Römischen Kirchenvnd Ertzpriester. Folgen andere Bischoffe in Italien.Folgen die fürneinbsten Bistumb in Franckreich, Vnderstlich die 5 im Parlament zu Pariss. Andere Bistumbvnder dieser Cron Franckreich. Andere Bisthumban der Franckreichischen grenitz. Fürneme Bistumberin Hispanien. Die fürnembsten Bistumb in Engelland,Schottland, Dennmarck, Norwegen vnd Schweden. Fol-gen etliche Bistumb im Königreich Vngern. Im König-reich Behem. Etliche Bistumb in Grecia. Folgen dieTeutschen Bistumb, vnd erstlich die Churfürsten. VierErtzbistumb. Drey Gefürste Bistumb. Gemaine Bistumb.Folgen die Kayserlichen, Gefürsten vnd gefreyten Ab-teyen in Teutschland. Folgen etliche Probsteyen. Dievier höchsten Orden der Confirmirten Creutz Herren.Folgen die fürnembsten Abtisinnen im Reich. Folgendie hohen Schulen, mit jren Wappen vnd PoetischenKreutzen, so vil man der auff dißmal hat zuwegenbringen mögen."
„Register aller Wappen, wie ein jedliches, nachseiner rechten art vnnd freyheit, inn seine färben auß-gethailt werden sol, wie folgt."
Ich bemerke hier in Parenthese, dass es sich fürden Herausgeber des Wappenbuchs gar nicht um eineBlasonirung der Wappen, sondern einfach um eineAnweisung zum Coloriren gehandelt hat. Fürdiesen Zweck sind die Angaben des Registers aus-reichend 1 ).
„Folgen des heiligen Römischen Reichs Glider, sovil deren auff dißmal fertig seind. (Die Wappenschildeder Königreiche sind mit der Laubkrone, die der Für-stenthümer mit dem Fürstenhute bedeekt).
Der Inhalt ist zum überwiegend grössten Theiledem Concilienbuche entnommen, und tbeilweise in rechtwillkürlicher Weise behandelt Aus quadrirten Wappen-schilden einzelner Bischöfe etc. ist das erste undzweite Feld herausgenommen und in einem gespaltenenSchilde vereinigt. - Einzelne Wappen sind gleichzeitig)so ist das vermeintliche Wappen der Abtei Thorn dasWappen der v. ßrederode, aus welchem ßeschlechte diedamals regierende Aebtissin stammte.
„Wapen des h. R reichs. Frauckfurt 1570. DurchCyriax Jacob Köbeln Stadtschreibern zu Oppen-heim."
So finde ich das Buch citirt in Estors AnenprobeS. 30. Gesehen habe ich nur die folgende neue Aus-gabe , die sich im Besitze des Herrn Geh. Rechnungs-rathes Warnecke in Berlin befindet:
Wapen bef ^eiligen Hihnifcben Heidjs (EeutfcbetXTatton, als Keyferlidjer tmb Königlicher ITCaycfti»aud; ber Cburffirflett, Jürften, (Srafen, ;Jreyb.errrt,Hittern, tmb ber meb,rer tfyeif Statt fo 3U bem Heid)(in üeutfdjen £anb gelegen) geboren tmb gehört ba<ben. 21udj rote, wo tmb burdj roen, bie errocbjunfjtmb Krönung eines Hömtfdjen Königs tmb Keyfersgefdjetjen fol. ITtit einer erflärung 3U enbt btefe«Sudjs, rote ein jebes IDapen gemab.lt roerben fo»-3etutnbt roiberumb auffs neun) in tErurf oerfertiget-(Setrucft 3U Jrantffurt am IlTayn M. D. LXXlX(folio 180 S.).
1) Zu dieser Bemerkung veranlasst mich v. Qu 6 ?"furth's Kritisches Wörterbuch der heraldischen Termi-nologie (Nördlingen 1872) S. 32, wo eine an sich aller-dings unverständliche Beschreibung des Schrot'schenWappenbuchs mit dem Zusätze wiedergegeben ist: „Da 9ist so ein Pröbchen aus der Zopfheraldik." Die „Zopi"heraldik" datirt wohl nicht von 1576!