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Geschichte der Heraldik. III. 4.
norddeutschen Adels. Aus Stammbüchern des 16. und17. Jahrhunderts gesammelte wortgetreue Copieen derInschriften und genaue Beschreibung der Wappen. Berlin1875. Mitscher u. Bösteil. gr. 8». XV, 486 S.
Zur Wiederbelebung der Sitte des Stammbuchtra-gens hat Geh. Rath Warnecke im Jahre 1883 ein präch-tiges Schablonenbuch unter folgendem Titel herausge-geben :
fjeralbifcbes Stammbud? mit 50 Schablonen nach geteb.nungen oon 3oft 21mman. Berlin, Derlag t>ort £j. S. ^er-mann, Seutbjirafe 8. quer gross 8».
5. Capitel.Gedruckte Wappenbücher.
Die Kunst des Holzschnittes und Kupfersticheswurde bereits im 15. Jahrhundert in den Dienst derHeraldik gestellt, zunächst hauptsächlich zur Herstell-ung von Einzelblättern. Da diese uns hier nicht näherbeschäftigen, so begnüge ich mich, auf ein Werk hin-zuweisen, in dem die Meisterwerke bedeutender Künst-ler zu einem Ganzen vereigt sind:
Heraldische Kunstblätter nach im Kunstdruck u. s. w.ausgeführten Entwürfen von Mart. Schongauer, Israelvan Mecken, Albrecht Dürer, Virgil Solis, Jost Ammanund anderen deutschen und ausländischen hervorragen-den Meistern herausgegeben von Friedrich War-necke. Facsimile-Druck von A. Frisch in Berlin. Görlitz 1876. Starke Fol. 26 Blatt mit 15 Blatt Text.
- - 2. und 3. Lieferung. Görlitz 1878. ä 25 Blattmit 12 und 11 Blatt Text.
In einem grösseren Massstabe wurden die graphi-schen Künste erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahr-hunderts zur Herstellung von Wappensammlungenin Buchform angewendet. Es sind diess - wenn wirvon Jost Amman absehen — meist handwerksmässigeErzeugnisse. Wenn man die Arbeiten von Amman undZacharias Bartsch vergleicht, so würde man kaum glauben, dass diese Männer Zeitgenossen waren. Jedochdarf auch der letztere, so grob sein Schnit ist, in man-cher Beziehung als mustergiltig angesehen werden.
Ganz anders gruppiren sich die Wappenbücher imHinblick auf ihren wissenschaftlichen Werth. VirgilSolis, Martin Schrot haben hauptsächlich das Concilien-buch ausgebeutet; der letztere hat die Wappen in einersehr willkürlichen Weise behandelt. Bartsch und Wesselhaben provincielle Wappenbücher von hohem Werth ge-liefert. Amman giebt die Wappen von Zeitgenossen,die ganz willkürlich ausgewählt sind.
Andere Sammlungen sind nicht in Buchform, son-dern als Tafel aufgestellt, z. B. eine Tafel vom J. 1588mit den Wappen der Lehnsleute des Hochstifts Würz-burg ').
Wir überblicken nun die wichtigsten Druckwerke:
Croneefcn ber faffen. Am Schluss: Duffe Fro>netfe van Feyferen mibe anberen furjten tmbe fteben |besfajjen mit oren maven rjefft gepreut petcr fdjoffer van gcr'nfjf-b,cim 3" &** ebbelen ftat ITtencj. bte eyn aticfangf ts berprentery. 3tt bem iare na crtfH gebort. Dufetit tnerbun-bert . I.fjfijo. ppe ben Seften bacb, bes lTterc3en. (fol. 274 S.)
Die Kgl. Bibliothek in Berlin besitzt zwei Exem-plare dieses seltenen Werkes, die in Bezug auf Blätter-zahl nicht völlig mit einander übereinstimmen. Diesesherrliche Holzschnittwelk ist wegen seines Formen-schatzes von grossem Interesse.
1) Im verkleinerten* Massstabe reproducirt imdeutschen Herold 1877 S. 68.
Im Correspondenzblatt des Gesammtvereins 1876S. 42 theilt Herr Falk folgenden Titel mit:
„Glaubliehe Offenbarung wie vil.furtrefflicherReychvnd Kayserthümb auff Erdtrich gewesen, wo das Ko-misch Reich herkom", aus was Ursache es zu den edelnTeutschen verändert worden seye. Auch von der Er-wölung, Salbung, Weyhung, Crönung etc. eines röm-Königs und Kaysers, von andern Kays, herrlicheitenund ordenunge, flndeftu in diesem Büchlein, zu eerendem-grossmechtigsten Carolo V. Röm. Kays, angezaygt. -f8 Bll Fol. o. 0. mit dem Censurschreiben des Fried.Graw, Bartholomäitag 1632.
„Ein Auszug daraus wurde nach seinem (Köbels)Tode dem Wappenbuche des ht. röm Reichs, Frankf.Cyriak Jakob 1645 fol. einverleibt, welchss hauptsäch-lich aus einer grossen Reihe "von Fahnenträgern mitden Wapen auf ihren Fahnen, in vortrefflichen Holz-sohnitten besteht, deren Bezeichnung mit dem Buch-staben J. K. dazu verleitet hat, sie dem Köbel selbstzuzuweisen. Da aber in dessen Bücherholzschpittenkeine Spur von den Arbeiten des Meisters J. K. z*dnden ist und solche sämmtlich aus der Zeit sind woKöbel schon todt war, so wäre höchstens zu ver*muthen, dass jener Künstler ein Sohn Köbels gewesensein mag."
Drfpning bes red/ten | löblichen Zlbels tmb bes Ejeylig*»'2X8* | mifdjen Heicbs (teutfdjer naction, burdj | Hartman(Letitfcbolb cor 3aren | Feyferlicben jjerolt tremlicb I ortbtool befdjriben, allein I im befdjlujj yetjt ein i wenig gebeffert.Am Schluss: <5cbru<ft 3U Hürnberg burdj cEbnftoff03utfned;t. (0. J.) 4°. 8 Blätter.
Kaiser Carl V. ist als regierender Herr erwähnt —Die Schrift scheint der einleitende Text zu einen)Wappenbuche zu sein, da gesagt wird:
„Damit jr aber inn die fußftapffen ewr Vorelternzutretten, vnd jren Adelichen Helden thaten, nach zu-folgen, deftmer vrfach vnd luft tragen mügend, So habich ewr eines yeden, vnd des gantzen Teutschen ReichsWappen, Schilt vnd Helm, vom höchften an biß zumnidersten, mit Fleiß abmalen Jaffen, Euch habt ewrftammen vnd Eltern gethaten zu erinnern, zu erfrewen,vnnd der gleichen, als fie zuthun, das geruchen vonmir mit gnaden anzunemen."
Wappenbüchlein. Zu Ehren Der Römischen Kay. vnd
Kn. Mt. auch Bäbstlicher Heyligkeit|, sambt anndern
der furnem8ten auslendischen Königreichen Chnrfusten,
Fürsten vnd gemeinen stennden. Darauf des Heyligen
Römischen Reychs grundtveste gepflantzet vnd ge-
ordnet ist. Souil derselben Wappen zubekhumen sind
gewesen, mit Iren namen vnd färben. Durch Vir-
gilj Solis Maler vnnd Burger zu Nurmberg, mit
sonderm fleys gemacht.
Der Titel befindet sich auf S. 2, auf S. 3 derselbe
in lateinischer Sprache Auf Seite 1 steht das „Insigel
vnd Wapen eines Ersamen, Vorsichtigen vnd weysen
Rahts der Stat Coln." Auf S. 4: „Insigel vnd Wappen
Eines Fürsichtigen Ersamen vnd weysen Raths vnd der
Löblichen Gemainen Statt Nurmberg etc. Anno 155 5.
Demnächst folgen die „Wappen des Geystlichen
stanndts. Der Heyligen Römischen Christlichen Kirchen
Bäpstlicher Heyligkeit, Cardinäln vnnd Bischoffen."
Nächst dem Wappen des päpstlichen Stuhls kommen
„die ersten iii Wappen in der Welt" (Abisey, Ga-
nameus, Sabieg) „die heiligen drey Khvnig" (Caspar,
Balthaser, Melcher; das Wappen Balthasar ist mit der
„heidnischen" Krone bedeckt, die beiden anderen mit
einer Laubkrone) „die Cardinel" „die Ercz Bischof
„Bischof".
Die zweite Abtheilung umfasst die „Wappen derRömischen Kayserlichen vnnd Künigklicher Mayestetauch derselben Erbländer vnd annderer außlendischenKünigreich" und zwar „des Heiligen Römischen Kaiser-