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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 4.

Blatt 133 b. beginnt der Adel, nach Turniergesell-schafften geordnet, zunächst: bie fobfid? gefellfdjafft bespifdjs rmb falfen.' An der Spitze jeder Gesellschaft stehteine Dame, welche die Banner der ersteren hält.

Blatt 141. Die löblich gefelfcbafft ber Cron.

Blatt 143 b. Die loblidj gefelfcbafft bes laitbracfenrmb Frentjlin.

Blatt 147. Die löblich gefelfcbafft bes <2feis.

Blatt 149. Die löblich gefelfcbafft bes tsolff.

Blatt 151. Die loblidjen gefelfcbafften ber Jrancfen2Inb,ürn, Spendjy (Fürspang) nnb Beten.

Blatt. 159. Die löblich, gefellfdjafft bes rDinbs, rinifcb.

Hlatt 163. Die OCurnierer t)on ben payern. Darun-ter befinden sich auch Rheinländer.

Blatt 168. Die löblich. gefeUfd)afft bes geFränten Stain.bocfs, Hinifcl;.

Den Schluss des Wappenbuchs bis Taf. 198 b. bildendie Wappen verschiedener deutscher Adelsgeschlechter,in deren Aufeinanderfolge eine Ordnung nicht erkenn-bar ist.

Auf Tafel 200 sehen wir die Bannerträgerinnennochmals auf einer Gallerie vereinigt mit der Ueber-schrift: Das fein bie gmelff turnyr gefelfdjafftn ber nie:lannb, Schwaben, ^rangFen, Seinlenber rmb Bayern.

Taf. 201 das Bild einer Helmschau: ZT. folidjer ge<ftalt Sdjawt man by Ejelm rmb roeldjer ntt gcnofj ift, bentjaift man fein Flainet abtragene bo mit er nit gefcfymäcljetmerbet.

Die erste, unvollendet gebliebene Ausgabe begannim J. 1840 unter folgendem Titel zu erscheinen:

Des c£onrab (Srünenberg, Kitter unb Burger 3U Co-

!üen3 IDappenpuodj. üolbradjt am nüuben tag bes Jlbreüen,>o man 3alt Cufenb rtierrjunbert brü unb aajt3ig jar. 3 nJarben gebrucft Ittbcccjl.

Herausgeber waren Rudolf Freiherr von StillfriedUnd Dor&t (« Schatzbert)) Der Erstere sagt 1871:Dorst welcher fast 7 Jahre (von 1837 bis 1843) alsGast in meinem Hause verweilte und mich bei diesemUnternehmen mit seinem Zeichnertalente unterstützte,hat später noch eine Fortsetzung herausgegeben " Beider Fortsetzung scheint sich also Stillfried nicht be-theiligt zu haben.

Die Zeit war dem Unternehmen durchaus nicht gün-stig, es fehlte noch das Interesse und das rechte Verständ-niss für die Wappenkunst, wir möchten sagen glücklicherWeise: denn Dorst's künstlerische Kraft und seine Ein-sicht war der Aufgabe in keiner Weise gewachsen.Der Umstand, dass die Ausgabe nach geringen Anfängengänzlich ins Stocken gerieth Hess die Bahn frei für eineunter günstigeren Umständen eingeleitete Reproductiondes Grünenberg'sehen Wappenbuches. Es ist diess fol-gende Ausgabe':

Des <£onrab (Srünenberg, Hüters unb Burgers 3U c£o>

Sen3 tDappenpucb, t>on>rad)t am niinben (tag bes ZJbrellen,0 man 30h tufenb Dierrjunbert brü nnb acb^ig jar. 3«^arbenbrud neu herausgegeben t>on Dr. H. «Sraf Stiüfrieb-Jllcantara nnb 21b. ITC. ^ilbebranbt. Berlin ao. bm. m.becc. Ijjro. Gross Folio mit 168 Seiten Text.

Der reiche Schatz des Grünenberg'schen Wappen-buches ist hiemit zum Gemeingut gemacht worden. DieReproduction von Hildebrandts Meisterhand ist demOriginal vollkommen ebenbürtig, und. sichert dem ver-dienstvollen Künstler die dankbare Anerkennung fernerZeiten.

Wir wollen hier noch anführen, dass der VereinHerold in Berlin am 9. April 1883 das 400jährige Ju-biläum des Wappenbuches festlich beging, mit einerFestrede des Professors Ad M. Hildebrandt und einemvon demselben gedichteten kleinem Festspiel, auf wel-ches ein gemeinsames Abendessen folgte.

16) Da8Ansbacher Wappenbuch " aus dem Endedes IB. Jahrh. im Besitze des dortigen historischen Ver-

eins, enthält etwa 550 Wappen in meist bemalten Feder-Zeichnungen. Nähere Nachrichten über diese werthvolleSammlung mit genauer Inhaltsangabe hat Herr EugenFreiherr Löffelholz von Kolberg geliefert 1 ).

17/Wir sctiliessen unsere Uebersicht mit dem Ori-ginal des Fugger'schen Ehrenspiegels.

IDarbafftige Befctjretbung 3a>aier in atnem ber aller«ebelften uralten unb tyodjloebltdjften cSefdjledjten ber c£b,rtften'fjait bes £jabspurgifcb.en unb (Defterretchjfdjen (Sebliets, fambtberfelbigen lobroirbigen {7erFb,omcn, (Seburten, £eben, Hegi-ment unb Hitterlidjen übaten, con bem Zlnfang bifj auffbie Unübertoinblidjflen, (Srofjmccbügiften dürften unb Ferrenfierrn <£aro[um ben ^ünfften unb Jerbinanbum ben (Erften,Kämifctje Kb,aifer unb Kljünig, aueb, redjt orbentlid; ertnelteuub geftjrönte ©bnfte Ejaupter ber c£briftenb.eit burd; bentüobjgcbotnrnen ije'rren Ejanns 3 ac °b tf u 99.er, bauetJjodjgenannten Komifcr/cn Kb.aiferlid;en unb 'Krjünigltdjenrrtajeftäieu Hatf[, auefy Ejerren oon Kirdjberg, tüei§enb.orenunb pfterbt, ntt onc fb,Iaine mieb,e unb uneoften nach. Stani'mens (SerecfytigFtiait auff bas getreulicbjft unb ffetfjtgtft, foimmer müglicb mit feinen IDappen unb Jiguren gc3icret,3uefamen ge3ogen, unb in bifj iDerfh. ber <£b.rcn befdjltcfj'Itdjen gebracht Zlnno ;555.

Auf Regal Papier in gross Folio in zwei unge-heuren schwarzen Bänden mit etwa 30000 gemaltenWappen and Siegeln. Manuscrip t der Königl. Biblio-thek in Dresden; von Birken's Ehrenspiegel ist vondem Original himmelweit verschieden, besonders in derWappenkunst. (Goetze, Merkwürdigkeiten der Kgl-Bibliothek zu Dresden. I. 8. 25.

Eine andere Original - Reinschrift der sechs erstenBücher des Werkes (450 Seiten Text) befindet sich inder Kaiserlichen Hofbibliothek zu Wien.

Gemalte Wappenbücher aus dem 16. und 17. Jahr-hundert sind in grosser Anzahl vorhanden, in altenBibliotheken wird man kaum umsonst nach solchen fra-gen. Es ist mir unmöglich selbst nur eine Uebersichtder erhaltenen Codices zu geben. Der Werth der Bücherist naturgemäss ein sehr verschiedener, zum Theil sindes bloss Copieen, zum Theil mit Wappen vermehrt, diedem Verfasser durch Nachbarschaft der Geschlechteru. s. w. bekannt waren. Wichtiger sind die Wappen-bücher von Genossenschaften, Zünften, Aemtern undandere zu einem besonderen Zwecke angelegte Wappen-rollen. So erwähnt Estor ein Wappenbuch der West-fälischen Ritterschaft 2 ). Auch Gewerbsleute und Künst-ler, die berufsmässig mit Wappenmalerei zu thun hatten,haben werthvolle Wappenbücher hinterlassen 3 ).

Anhang.

Eine höchst ergiebige Quelle für Wappenkundenicht nur, sondern auch für Gelehrtengeschichte, Kostüm*künde und überhaupt Culturgeschichte darf hier nichtunerwähnt bleiben: die Stammbücher.

1) Im deutschen Herold 1878 No. 5 f.

2) Die Westfälische ritterschaft hat für sich selbstund auch für andere sehr wohl und loeblich gesorget,dass sie ein sogenanntes ritterbuch zu Arensberg er-richtet, worinnen der sämmtlichen ritterschaft wapen,wie sie vor alters gewesen, nachdem alle gescheheneänderungen und eingeschlichen gewesene mißbraucheder wapen, gäntzlich abgeschaffet worden, richtig ein*getragen und aecurat gemahlt zu finden sind." Anen-probe S. 39.

3) Der Glasmaler und Rathsherr Hans Jost T s c h u p Pin Sursee verfertigte 1663 - 1665 ein Wappenbuch nU*historischen Notizen, welches Herr Meyer - Amrhyn inLucern besitzt. Anzeiger für schweizerische Alterthums*-1878. S. 861.