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Geschiebe der Heraldik. III. 4.
sehen Titel des Kaisers Sigismund ist die Jahreszahl1433 heigesetzt. Leider kann ich mich der Ansicht desverewigten Fürsten, dass darin eine urkundlicheZeitbestimmung des Wap penbuches liege, nichtanschliessen. Die Zahl 1433 bezieht sich auf den kai-serlichen Titel, denn in diesem Jahre ist Sigismundzum Kaiser gekrönt worden.
H. Grote in Hannover hat im Anzeiger für Kunded. d. Vorz. (1878 S. 14) ausgeführt, dass das Donau-eschiuger Wappenbuch zwischen den Jahren 1448 - 1470entstanden sein möchte. Es enthält nämlich das Wap-pen des Königs Karl VIII. von Schweden aus der Fa-milie Bonde, welcher 1448 znm König gewählt wurdeund 1470 starb. - Wir fügen hinzu, dass dieses Wap-pen auch im Grünenberg'schen Wappenbuche enthal-ten ist.
Einige Proben (die Farben in Schraffirung über-setzt) hat Fürst Hobenlohe in seiner Schrift über dasheraldische Pelzwerk (1867) Taf. V. mitgetheilt. InFarbendruck reproducirt ist das kur sächsischeWappen in desselben Verfassers Schrift der sächsischeRautenkranz Taf. I. und das fürsten bergischeWappen in der Monographie Zur Geschichte desFürstcnbergischen Wappens Taf. IL Einige Helmklei-node und ein vollständiges Wappen im Jahrbuch V. desAdler.
15) Das grossartigste aller originalen Wappenbücherist dasjenige des Conrad Grünenberg , dessen Urschriftauf Papier sich im Besitze des Königlich PreussischenHeroldsamtes befindet, während eine gleichzeitige Nach-bildung auf Pergament zu den Schätzen der König-lichen Hof- und Staatsbibliothek in München gehört.
Grünenberg stammte aus einem Constanzer Ge-schlechte; er kommt im Jahre 1442 zuerst als Bau-meister der Stadt Constanz vor; 1454 ist er Mitglieddes grossen, 1462 des kleinen (regierenden) Bathes;dreimal war er Bürgermeister.
Kaiser Friedrich III. nennt ihn 1465 seinen Dienerund verleiht für seine treuen Dienste am kaiserlichenHofe ihm und seinem Bruder Hans die Gnade, dass siesich der Freiheit bedienen dürfen wie die Gesellschaft„auf der Katze" zu Constanz i).
Im Jahre 14F6, wo er zum ersten Male den Rit-tertitel führt, am 22. April, trat Grünenberg eineWallfahrt nach dem gelobten Lande an, welche ernebst der Rückreise in 23 Wochen vollendete. Vondieser Reise dürfte er den Orden vom heil. Grabe undden Schwertorden von Famagusta mitgebracht haben,deren Zeichen neben der Stola Ainprisia (vergl. S. 327)und dem Kleinod des St. Georgsordens sein Wappenzieren.
Im Jahre 1494 wird er als todt bezeichnet.
Grünenberg benützte alle ihm zugänglichen Quellenmit grossom Fleisse und vollendeter Sachkenntniss.Einige seiner Quellen citirt er selbst in erkennbarer
1) „Also daz sy vnd ir eelich Ieibserhen hinfür allevnd yglich gnad freyhait ere vortail vnd gerechtikaithaben .... die vnnser vnd des reichs burger zu Costenzdie man nennet der Alten gesiecht der geselfchaft aufder Katzu haben geprauchen vnd geniessen von rechtoder gewonheit vnd sunst aller vnd yeder auflegungOrdnung gewonheit vnd beswerung so zunfftmessig leutannder burger einwoner oder hindersessen von irer han-tierung gewerb hantwerck oder der geleichen Sachenwegn ze tund schuldig vnd verbunden in masz die ob-genantn vnser vnd des reichs burger die man nennetder alten gesiecht auf der Katzn ze Costentz ganz freyledig -«angelangt vnd vnbeswert sein vnd bleiben sol-len." Chmel, reg. Frid. II, 447 f.
Weise. Auf Blatt 37 b giebt er die Wappen der achtHaupt-Könige in Persien. am Schlüsse vier leere Schilde,in deren einem steht: 3* cm wcldje fcbilt nit gemacht fittbb,ab tneber 3m f u u c 3 i 1 1 i u m nod; f ain büd)er funb er«fareu aber noch, bcttodjt tjan 3^ fy ge3cidjttet, babi besfanf maebt futit merb. Er spricht hier augenscheinlichvon dem Concilienhuche des Ulrich Riclienthal. Ausser-dem ist nachgewiesen, dass er die sog. WeingartnerLiederhandschrift gekannt und benützt hat.
Das Titelblatt trägt das Wappen des Conrad Grü-nenberg in herrlicher Ausführung (vergl. die verklei-nerte Nachbildung Taf. 13) die Rückseite desselben eineReihe von Ordenszeichen.
Auf dem I. Blatt befindet sich ein Bild des Kaisersauf dem Thronlehen-Stuhl sitzend, von den Kurfürstenumgeben.
Blatt I b. Das Stieb ift oolbradj am Hiinbcn tagbes abreiten bo mau jaft (tufent rnertnmbert brii onb 2Id;t>
3«9 3<".
Darunter 9 Wappenschilde: Kling Arttus, grosKaifser Karlus, Hertzog Gottfried, — Hertzog Jossuwe,,küng David zu Jerusalem, Judas Machabeus — kungAllexander, der erst kaisser Jullius, Ector von Troy_kung. Der Grund der Zusammenstellung ist: die dreibesten Christen, die drei besten Juden, die dreibesten Heide n.
Blatt II: Der trimm ftnig baitibcs ben er itampt bcr^.Smmcn turn ber mit buseut Sdjiltcn befhribet cnb gejicrewas, bar 3 n " er f' tIC f tr 't baner bat.
Blatt II b. 3 tcm n>c(d;cr Bömifcber faifer (Scwunneb3 fyailig grab oub bas felb fyaüig lanb 3ctitfialcm bermacht fitie roappen cnb bannet, wie ber abier nor fdjttWÖmit btyeu bjobter mas, alfo gulbitt nerfert, an ber miber«fart') 311 aiuetn §aid;eu groser fröbett cnb siges, od; 3Uaiuer einigen gebüdjtnus.
Das Hauptbild ist das Wappen mit einem dreiköpfi-gen goldenen Adler in Schwarz; oben im Halbbogen 7Schilde: f;ie ftoub bic erftett Siben fung bie gewcfjen fmb30 rom, e b3 faifertum uff erftunb.
Blatt III oben : Des atlerburcblitdjtigcfteii Dub grof*mädjtigcfteu »uferf gtiäbigcfteu Ijcrn faifer v fribridjs <£ra?'tor (Character i. e : ignum) ben an oil Dingen gar liebrub gejairfjnct l;at. Danehen die mit einer verschlunge-nen Schnur eingefassteu Vocale A E I O V darüber:bcbutiitif ber fünf oocales, 211 ere ift oftcrid) tmberton.Darunter: 211 cre 3f' °b Dlls - Dann folgt auf der un-teren Hälfte des Blattes:
Cjcrnad; Stat gesaidjtiet ber Schilt Hom, bariunb ber<2rft Kaifer 011b bic tiädjften gmelf erftett Kaifcr bic 2trt*beru, ber atit große 3a! ift, (jab 3^? burd) fur^erung. unllen»nbertoegeu gelangen, won fy gar nad] ains aigen bud;s-bebörfften.
Blatt III b. Die Kaiserkrone, darunter drei Wap -pen: Der Römische Kaiser und der Römische Königidazwischen ein Wappen mit einem dreiköpfigen Adlerin Schwarz, dabei die Inschrift: 3U tuyfeu welcher faiferb3 rieb, mit aitt ober mer fongfrieb merette, bas ber fitieroaiipctt alfo füren mag ob er mit ben abier mit bryeiiIjobtten.
Die beiden nächsten Blätter enthalten die Wappender geistlichen und weltlichen Kurfürsten Sodann be-ginnen die Quaterninnen :
Blatt 4 b bes Hidjs ftcr firebetr: Rom an der Tif-fer, Brem ander deissel, Massow an der weichsei, Metzan der Massel.
Blatt 5. Des bailgeu Hidjs fier Stil. Pfalzgraf beiRhein, Herzog von Schwaben, Herzog von Braunschweig.
1) wenn er zurückkommt.