Geschichte der Heraldik. III. 4.
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ser Maximilian durch ein eigenes Diplom 1 ) d.d. Augs-burg 10. Sept. 1518 anerkennen:
»------dass Uns der Wohlgebohrne, Unser vnd
des Reichs lieber getreuer Günther Grave zu Schwartz-burg vorbracht hat, wiewohl die Grafen von Schwartz-burg auf das heil. Rom. Reich gewidmet, vnd diesel-bigen von weyland Unsern Vorfahren am Reich, Rom.Kaysem und Königen, als der vier Grafen Ge-schlechte eines zugeordnet were, so möchte sich doch?ie kunfftige Zeit zutragen und begeben, dass solchesin Vergessenheit kommen,.....declariren und er-fahren."
Der Vier-Grafen-Stand wurde 1566 und 1567 be-stätigt.
Eine von den Wappenbüchern fortan mit besondererLiebe behandelte Persönlichkeit ist der Priester Jo-hann, ein Mann von einer ausserordentlichen Zählebig-st, ein wahrer Priester Ewiglich, wie es in dem«alme heisst. Den ersten Bericht von ihm enthält dieUronik des Otto Frisingensis (1145). Der Hochmeisterdes deutschen Ordens Conrad von Jungingen correspon-dirte mit ihm im Jahre 1407 und auf dem Concile zuKonstanz erschienen drei Mohren, die sich für Abge-sandte des Priesters Johann ausgaben 2 '. Da sie aberd'e lateinische Sprache nicht verstanden und sich über-haupt nicht verständlich machen konnten, so wurdensie mit Misstrauen aufgenommen. — Der Herold Oelregiebt das Wappen des Priesters Johann unter der Be-nennung König von Armenien.„ 9) Ueber das „Sancti Christophori am Arlperg■oruederschaft Buech" nebst einer kurzen Geschichte«« Heraldik in den deutsch-österreichischen Erblandenal s Einleitung hiezu. Von Ed. Gaston Freyherrn v. Pet-ten egg. In: der Heraldisch - genealogischen ZeitschriftAdler. (Wien) 1871 u. 1872.
Die Einmalungen beginnen mit dem Ende desXi - Jahrhunderts und gehen bis zum Jahre 1718.
Zur Veröffentlichung ist dieses Werk bis jetzt lei-«er noch nicht gelangt
^ 10) Dem Anfange des 15. Jahrhunderts gehört einWappenbuch an, welches sich gegenwärtig im BesitzeQ es Freiherrn Bernhard von Scheibler zu Aachen be-endet. Die Vorgeschichte dieses Buches ist völlig inDünkel gehüllt, - der gegenwärtige Besitzer hat es°hne nähere Angaben im Nachlasse seines Vaters vor-gefunden, der Öriginal-Einband ist nicht mehr vorhan-den, sondern durch einen modernen ersetzt. Die Anlage<" e . s Buches bilden 343 Blätter starken Handpapieresnut dem Wasserzeichen des Ochsenkopfes, 25 cm. hoch,i* c m. breit. Die ersten 225 Blätter enthalten 450Y appenmalereieu von der Hand eines hervorragenden^«deutschen Meisters, welche — wie ein bekannterKunsthistoriker sagt - Jeden Kenner und Kunstfreund«Weh ihre kühne stilgerechte Ausführung und Farben-Pracht in Erstaunen setzen."
fi Proben aus diesem Abschnitte des WappenbuchesJ"Wen sich im Jahrbuche VI. VII der k k. heraldischenGesellschaft Adler in Wien (Facsimiles von Alexandery °» Dachenhausen und Joh. Schratt).
S. 27! Heydenreich Gesch. des Hauses Schwarzburg
2) Zur Literatur über Priester Johann gehören:«„v V p P ert > der Presbyter Johannes in Sage und 1*6-sehichte. Ein Beitrag zur Völker- und Kirchenhistorie«na zur Heldendichtung des Mittelalters. Berlin, Sprin-ger 11 Verlag. 1864. gr. 80. V u. 208 S.di» i rof -Di\ Ph. Brunn in Odessa, die Verwandlungen«o\ £ res byters Johannes. In der Zeitschrift der Gesell-8c baft für Erdkunde zu Berlin. XI. 8. 279.
Reproductionen von drei Blättern in Lichtdruckenthält die Taf. 49 der „Heraldischen Meisterwerke vonder Internationalen Ausstellung für Heraldik zu Berlinim J. 1882. Herausgeg. von Prof. A. M. Hildebrandt.
Für unsere Tafel No. 12 ist eine der erwähntenReproductionen des Herrn von Dachenhausen benutzt.
Die von S 451 an folgenden Wappen gehören einerweit späteren Zeit an und verdienen eine besondereErwähnung nicht. Am Schlüsse sind 20 Blätter voneiner anderen, jüngeren Papiersorte (Wasserzeichen mitder Jahreszahl 1693) angebunden, die hauptsächlich einalphabetisch geordnetes Inhaltsverzeichniss enthalten.
11) In der von Redinghoven'schen Archivalien-Sammlung in der Königl. Hof- und Staatsbibliothek zuMünchen Band 38 befindet sich ein der ersten Hälftedes 15. Jahrhunderts angehörendes niederrheinischesWappenbuch aus 15 Blättern bestehend Graf KarlEmich zu Leiningen-Westerburg hat dasselbe zum erstenMale im deutschen Herold (1887 S. 41) sachkundig be-schrieben. Eine Copie, angefertigt von dem FreiherrnKarl von Neuenstein in Heidelberg, ist jetzt Eigenthumdes Vereins Herold in Berlin
12) Ein nach dem Vorgange des Fürsten F. K. vonHohenlohe-Waidenburg IPappenbud; für bic (Deftcrreidji-fdjen fjerjögc genannter Codex, der nach v. Weittenhil-lers Bestimmung zwischen 1445 und 1448 angelegt istbefindet sich im k. k. Haus , Hof- und Staatsarchiv zuWien.
Von den 50 Pergamentblättern (50 cm. hoch 32,5 cm.breit) sind 34 Blätter benutzt zu 170 Wappendarstell-ungen, die zum Theil unhistorisch aber schwungvoll ge-zeichnet sind somit jedenfalls den Werth als gute Musterhaben. Einige Proben befinden sich im Jahrbuch VI. VIIder k. k. heraldischen Gesellschaft Adler in Wien.
13) Im Besitze des Freiherrn Johann Georg von Cottain Stuttgart befindet sich folgendes Wappenbuch vomJ. 1459 ').
3tem bc (Sefcllfdjafft t>ott bem (Efcl <£iu parfefonttgenantt fjans 3"9eram b,at bytj pnodi gemacht inbem 3 0te 00 matl 3il* na< § *Pt. geburt meecrirmij3ar uf 2Ttid?ab.cIis.Gekannt und benützt hat das Werk der evange-lische Pfarrer und Comes Palatinus Samuel WilhelmOetter. Das der zweiten Vorrede zum 1. Stücke seinerWöchentlichen Wappenbelustigung (Augsburg 1761) voran-gestellte Bild eines Reichsheroldes mit der Ueberschrift:ITCein mnpt ift »on alters <£brenbotbtCugcttt lieb 311 haben für filber unb «Sofbt.ferner das Bild vor dem 5. Stücke (jedoch mit Aus-schluss der zopfigen Umrahmung) mit der Inschrift:
fjanns 3"9 r im ein parfefant unb Knecbt ber gefell«fdjafft r>on bem cEfel, welcher bjeporgefdjriebne ber(Tbutmersgefelifdjajftcn Hamen unb IDappen sufammgetragen bat 2Io i>ni ^59 3um Jejl JTtidjaelts.— also ein Bild des Verfassers — sind dem In-gram'schen Wappenbuche entnommen. Leider sagtOetter nicht, wie ihm das Wappenbuch zugänglich ge-worden ist.
Beschrieben hat das Wappenbuch bis jetzt meinesWissens noch Niemand.
14) In der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbiblothekzu Donaueschingen befindet sich eine Papier-Handschriftin 4° vom Fürsten F. K. von Hohenlohe-Waidenburgals Wappenbuch vom Jahre 1433 bezeichnet.
Auf der Rückseite des zweiten Blattes befand sichdas Wappen des Kaisers Sigismund (von dem aber nurnoch die drei Helmzierden übrig sind). Dem lateini-
1) Correspondenzblatt des Gesammtvereins. 1861.S. 45.