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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 4.

et siculiers suivis de leurs feudataires selon la Constitu-tion de VEurope et particulierement de VEmpire d'Alle-magne conformement a Vedit de 1356, appele la Hülled'or. Prccede de poesies heraldiquespar Gelte, Herautd'armes, publii pour la premiere fois par M. VictorBouton peintre hcraldique et paleographe I. Poesiesheraldiques. Paris, N.-V. Bouton, iditeur, 15. rue de

Maubeuge. 1881. (W. 295 8.).------- III. Armorial.

Paris 1833. (4<>. 584 S.).

Unter den Lobliedern sind für Deutschland beson-ders wichtig das auf Johan van Spanem (Spanheim)welches beginnt:

Eyn edel vrou sprac to my:

Hoir, Gelre nu wil ic dy

Bekümmeren mit eynre zaken;

Ich doe eyn nye kamer maken

Die ich mit wapen wil doen malen,

Du salt my bescreven halen

Ridder, die des wairdich siin

Dat ich in die kamer miin

Malen mach zonder wiswende etc.Ferner die auf Rudolph von Nydou (vergl. dieWappen-Abbildung oben S. 329) auf Greve Geraertvan Holstein (vergl. oben S. 112) van Virnen-burch, Hertoch vanGulic. Der Herausgeber giebtzunächst ein Facsimilie (schwierige Stellen in Licht-druck) sodann die Transscription, endlich eine französi-sche Uebersetzung mit heraldischen Noten.

Der dritte Theil des Werkes beginnt mit Tafel51 57 des Wappenbuches: Die Coninc von Engelaut.Dann folgen:

Taf. 5859. Die Coninc van Spaengen (Spanien).Taf. 60 ß2. Die Coninc van Arragoen.Taf. 63-65. Die Coninc van Scotlant.Taf. 66. Die Coninc van Zweden (Albrecht von

Meklenburg).Taf. 67. Die Coninc van Navaerne (Navarra).

Taf. 68. Die Coninc van Noorwegen.

Taf. 69. Die Coninc van Portygael.

Taf. 70. Die Coninc van Cecile. (Sicilien a. d. H.

Anjou).Taf. 71. Die Coninc van Cecilie (Arragon).

Taf. 72 73. Die Coninc van Behem.Taf. 74. Die Coninc van Cipers.

Taf. 75. Die Coninc van Aarmenyen.

Taf. 76. 77. Hertoge van Oosterijc.Taf. 78. 79. Hertoge van Bartaengen (Bretagne).

Die Ausstattung des Werkes mit Siegeln und an-deren erläuternden Darstellungen ist eine glanzvolle.

Mit Recht spricht sich Herr Bouton gegen dieMeinung aus, dass unser Gelre dieselbe Persönlichkeitsei, welche weiter unten unter dem Namen Beijerenvorkommt. Diese Meinung stützt sich auf die lateini-sche Note, welche den letzteren alsquondam Gelre"bezeichnet. Ich möchte aber Beijeren nicht als denSohn, sondern lediglich als den Amtsnachfolgerunseres Gelre ansehen.

6) Ueber eine Wappen - Handschrift des 14. Jahr-hunderts ,welche zwischen der Züricher Wappenrolleund dem Constanzer Concilienbuch die Mitte hält," hatder verstorbene Oberceremonienmeister Graf Stillfriedim Anzeiger für K. d d. Vorz. (1871 S. 31 f.) Nach-stehendes mitgetheilt:

Ein unter dem Titel Dit is dat Wapenbonchvan den Sefken auftretendes Manuscript, welchessich 1379 im Besitz des Bischofs von Lüttich (ArnoldusHorneus, filius domini ab Hörne) befunden hat. Das-selbe (kl. Fol. auf Papier etwa 300 Wappen enthaltend)wurde mir vor 16 Jahren durch einen Antiquar zumKauf angeboten, war aber von einem auswärtigen Con-currenten mit Beschlag belegt, ehe ich den Handel ab-

zuschliessen vermochte. Es ist mir bisher nicht ge-lungen, zu ermitteln, wo dasselbe geblieben ist. Glück-licherweise habe ich einige Wappen daraus copiert, vondenen ich unter Angabe der Farben ein Probeblatt hierbeifüge."

Auch diese Veröffentlichung hatte nicht das er-wünschte Resultat. Das Wappenbuch ist bis jetzt ver-schollen geblieben.

Die Probetafel enthälts sechs Wappen: D. hoemeist. pruse.; D. bischopff va coellen; (ein unbestimmtes);D. markgr. v baden; Der markgrave va. missen; D.greve va. norenberch.

7) Wappenbuch des Wappenkönigs vonGeldern, Beijeren um 1400, klein 4» auf 62 Perga-mentblättern mit beiläufig 1100 Wappen. [Das Buch,vortrefflich conservirt, befindet sich gegenwärtig imBesitz des Jonkheer J. F. L. Coenen van s'Graveslootin Leiden].

Fol. 1. I.Dit zijn die conijnge, die hertoge diegreve, die borchgreve, die bannerherre, die ritdere enknechten, die waren in den grooden tournoij tot eom-pinge (Compiegne) int jair ons here MII° en XXXVIIIin den zulle maent. Die IL Abtheilung beginnt aufFol. 13 und enthält die hertoge etc. die mit HerzogAelbrecht van beijeren laegen voor gorinchem im Jahr1402. Die III. Abtheilnng auf Fol. 28 mit dem tour-noij then berghe u. s. w. Auf der letzten Seite stehendie Worte:Explicit iste über per manus beijerenquondam gelre armoru' regis de ruris."

8) Der Constanzer Bürger Uolrich Richenthal ver-fasste eine Chronik des Allgemeinen Concils von 1414bis 1418 in welche auch die Wappen der dahin gekom-menen Herren so wie sie an deren Herbergen ange-schlagen waren aufgenommen sind.

Die älteste, vor 1424 geschriebene Handschrift derChronik befindet sich im Archive des Grafen vonKönigsegg zu Aulendorf. Eine erweiterte Hand-schrift ist im Eigenthum der Stadt Constanz.

Die älteste Ausgabe erschien im J. 1483 bei AntonSorg in Augsburg, eine zweite Auflage im Jahre 1536.Eine andere Ausgabe besorgte der Frankfurter Buch-drucker Feyerabend im J. 1575.

Die Aulendorfer Handschrift edirte ProfessorDr. H Sevin im J. 1880 durch Lichtdruck in einerAuflage von 50 Exemplaren; die Constanzer Hand-schrift wurde von dem Hofphotographen Wolf in Con-stanz in 12 Exemplaren photographirt. Die letztereHandschrift sollte einer Ausgabe zu Grunde gelegtwerden, welche das Literarische Institut von Dr. M-Huttier zu Augsburg im April 1886 ankündigte, dieaber bis jetzt nicht zu Stande gekommen ist.

Das Concilienbuch scheint der Urquell jener histo-risch - statistischen Spielerei der Quaternionen z ftsein, von dem wir bereits früher (vergl. 8. 411) g e "sprochen haben. Die meisten allgemeinen Wappen-bücher der Folgezeit enthalten die Quaternionen. Einegenaue Uebersicht derselben geben wir bei Beschreibungdes Grünenberg'schen Wappenbuches.

Irgend welche historische Grundlagen hat das System der Quaternionen jedenfalls nicht. In einzelnenFällen mag der Erfinder an gegebene Umstände ange-tupft haben. So erscheint die Stadt Cöln (Colonia)an der Spitze der vier Bauern (coloni), eine äugen*scheinliche Anspielung auf den Namen.

Dem Geschmacke jener Zeit scheinen die Quater-nionen sehr zugesagt zu haben, sie bürgerten sich einund wurden im 16. Jahrhundert selbst von der Reichs-gewalt anerkannt (S. 411).

Die unter den vier Grafen aufgeführten Gräfe"von Schwarzburg Hessen sich in dieser Würde von K& 1 '