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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. HI. 4.

1530 von Berbester, des prisen

man horte verre in witiu lantsiniu wäfen unerkantwären zuo den ziten.den fürsten sach man riten1535 in röter wat alsam ein bluot.ich waene daz der minne gluotim sin herze hrante.da von man in erkanteunder der minne varwe.Die Einschiebung, dass des Fürsten Wappen zu denZeiten unbekannt gewesen seien, ist nun nicht sehrgeschickt, deun damit verräth er gerade, was sein Mei-ster in dem ähnlichen Falle verbergen wollte: seineUnkenntniss.

Bemerkenswerth ist, dass überhaupt in Deutschlanddie echten Wappen der Reiche Schweden und Norwegenbis ins 15. Jahrh. hinein unbekannt waren. Einerder besten Wappenkenner, der Dichter des Reinfriedvon Braunschweig erzählt von künic Palarei zeNorwaege:

966 von lichtem rubin schön durhrehenalsus sin wäpenkleit man sachund was üf des schiltes tachgeworht ein meisterlichez schif970 von finem golde, und was sin grifdes schilt entwerhes überlegenein ort des schiffes sach man phlegenein ruoder klein daz dar an hienc.von dem andern orte gienc975 ein boun der den schilt hat verdaht.dar an ein segel was gestrahtvon kleinen wiz mergrizenund kund der unden sliezensich wider zuo der stangen.Noch im 15. Jahrhundert sagt Hugo von Ehren-berg 1 ) in einem Gedichte, das weiter nichts ist, als eineBeschreibung der Wappen der drei mildestenFürsten:

Magnus ain edler kinig vfs swedenDes nam all zeit In milt erhiltSeyn woppen kleyd vnd avch sein schilt75 Der ist geferbet nach saffires glastEin schiff gesegelt vnd gemastDer segel in windes zügen strebtDie färb von berlin davr In swebtVnd ist versarcht ein bor dorm80 Den fursten lobt meins hertzen sin.

Unter den Wappensammlern darf der wackere JanAdolphi nicht vergessen werden, der im Jahre 1594eine Beschreibung der Wappen vieler Geschlechter desLandes Dithmärsen zusammengestellt hat. Abge-druckt und mit Abbildungen versehen hat die Schriftv. Westphalen in seinem Werke monumenta inedita IVS. 1441 ff.

Wir heben einige Proben aus:

Idt sin in jeder Caspel herliche olde Geschlechterso van undencklichen Jahren her trmb ehrer Uprichtig-keit und erlichen Daden willen, mit herlichen schönenHertecken und Wapen gezieret, de under sick insünderliche Klüffte gedehlet, und grote Verbündnüssegehadt, de eine dem andern, ock den allergeringstenund ärmsten nicht tho vertaten, so ehnen jemand vor-unrechtigen und belaestigen wolde^ Im Fall nu eineruth frömbden Landen sick im Raspel nedder gelaten,und in ein Geschlecht sick tho begeben und tho be-

1) Anzeiger f. K. d. teutschen Vorzeit von MeneVIII (1839) S. 592 ff.

frunden begehret, wenn desülve ehrlich und adelhafftTüchenjlsse siner ehrlichen Gebort, Herkamens Handelsund Wandels, schriftlich oder ock bestaendig und münd-lich intügen laten, hebben se den sülven vor einen Ved-dern des Geschlechtes angenahmen. Se hebben alletidtFryeheit und Ehre leef gehadt, ock sick vacken an an-dern Orten versucht ..."

Chris tian Becker uth Wesselbühren, is vonCarolo V. tho Brüssel den 12. Jan. Anno Christi 1532umme siner getruwen Deenste willen ein Grave desLateranischen Palatz erwehlet und mit sinem BroderSöhne Reimer Becke, folgends alle Manns- und FrawensPersohnen ehra Geschlechts geadelt, und ehm sin Schildverbetbert, nedden schwärt, baven goldgeel, thor linckenHand ein blau Stern mit 6 Strahlen, up der andernSiden ein schwärt Adeler mit einem hövede, uthgestre-ckeden Flögein und Sterte, mit uthgestreckenen Voten,apenen Munde, thor rechten Siden gewandt, ins gold-geele Feld gestellet, welche den dröden Deel des Schil-des beschlat, baven den Geschlachthelm goldgeeleschwarte Schleyer, gewunden Schorten dersülvenFarwe, ein half Adeler, dat baverste Deel wit, an deBorst schwärt, mit uthgesperreden Flögein mit apenenMunde, thor rechten Sid gewandt, einer utgestrecken-den schwarten Tungen."

In dem Lande sin dorch uth keen bemührte Ste-den, als in andern Laendern idt sind dennoch herlicheschöne Blecke darin, so velen Steden an Ordnung, Stra-ten, Zierheit und Grote velicht nicht wicken und nach*geven in welche herliche schöne Kercken, an etzlichenrden insonderheit gebuwet, der sick ock herliche Stedenicht Schemen dörffen, und gehören tho densülven deummeligende Dörper na Gelegenheit jedes Örds, undwerden darumb dat Bleck mit sinen ummeliegendenDörpen, Caspel genömet,"

In dat Kaspel Busum sind die Schlechte DickBollingmans dat grötsse und öldeste als de Dick um-meher begrepen und daher den Namen erlanget; företder van Geneve in der Schwitz Wapen einen halbenschwarten Adeler up der einen Siden im Witten Feldeund einen Schlöttel up der andern im schwarten Feldeetc. wowohl tho vorne de Hersenklufft alleine dit Wa-pen gehadt und se vor- Olders allein einen Schlötel imWitten Felde geföhret, hefft die Klufft, Hersamklufft,Hudingmansklufft, Osterklufft und Westerklufft thoDickhusen."

Wittingmanns Geschlecht föhret ein roden Lö-wen, de im Gande, den einen vorsten Foth upböhretim Witten Felde, hefft in sick Brussmankjufft da'de Low thom Afftecken föhrt ein Kleverblat im Munde.Dressenklufft hefft einen mit den vorsten Fötenupspringenden Löwen, Streckmanklufft hefft einenLow uth dem Wolde springe."

Molrinen Schlecht, sin Einkameling und ehr«Stifter 4 Möller gewesen, vor wenig Jahr, ut West-phalen her bördig, heben 15 Kinder gehadt, darva»dith Geschlecht entspraten, dewile idt mehrendehls uth-gestorven, hefft sick tho Wittingmanns geschlagen, be*holt doch eine Molrinen der Stadt Hameln W»'pen."

Heimans Schlecht föhret ein upgerichteten An-cker, dat Holdt herwärts gekehret im Witten Felde."

Osterwürdingman Schlecht föhret ein wft9"senden naiven Manen, davor in Westen de Morgen-stern."

Westerwttrdingmans Schlecht föhret ehr*mals ein einköppigen schwarten Adeler, nu aber BJfltwee köppigen."

Jemals Schlecht ehrmals dat grötste und g e "waldigste nu awer schier mit manck den geringsten)