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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 3.

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Frucht verderbet. (Anton della Scala, war ein unechterSohe des Can Grande II.; er mordete 1381 seinen inrechtmässiger Ehe erzeugten Bruder Bartolomeo).

Zur Strafe für seine Schandthaten (zweimaligerB*uch des Charfreitags durch hinterlistige ErmordungWehrloser Männer, Entweihung des Tempels etc.) werdeJetzt der Wagen von der Schlange erkrochen.

Das Gedicht muss unmittelbar nach dem VerlustePadua's durch den jungen Carrara geschrieben sein,denn nur auf die damalige Situation passt es.

Ein unter dem Eindrucke der Schlacht von Sempach(1386) gedichtetes Schmählied auf das Haus Habsburg«wähnt Aegidius Tschudi^r.

Ein Ochs spricht zum Öesterrichifschen Löwen:Ach Low was fchmuckst du dinen WadelUnd last vertriben dinen hohen Adel,Mit Hörs-Strit und mit Gwalt,Was soll dir din grüssliche GstaltWilt nit änderst tun darzuSo frifst dich dermaln einst ein Schwitzer-Kuh.Der Bischof von Würzburg Johann von Brunnit 1440) ein prachtliebender und verschwenderischerfürst, wurde von dem Volk, weil er eine Angel (r. in S.) Wappen führte, der Angler genannt. So oft erneue Steuern anlegte, sagte man, er hätte die AngeljjÄon Fischen ins Wasser gehängt. Ein gleichzeitiger«leistersänger Johann Simon machte auf den Bischof«dgende Verse:

Und er empfand bald Mangel

Darum dass er sein Angel

Zu oft und vil thät senken

Und in das Wasser henken,

Dass ihm schier der Querder brach,

Dadurch eroset ward der Bach

Und ganz von Fischen leer

Da musst zuletzt der Herr

Hin und wieder Beussen legen

Und das Wasser bass bewegen

Doch ward der Fischkorb unten hohl

Und mocht darum nit werden voll

Gar mancher Fisch hindurch kroch

In solchem schob er vor das Loch

Sehr viel' der Schlösser, Stadt und Land

Noch ward die Beuss nit wol verdankt 2 ).Auf eine Fehde zwischen Hans von Waidenfels und°M Stadt Nürnberg vom J. 1444 ist ein Lied gedichtet,« dem es heisst:

Bald sah man auf dem Kirchthurm stehn

Der Waldenfelser behende Fahn

Der halbe Adler musst weichen zurück

Das Einhorn erhielt den Sieg und das Glück*).In einem Liede auf die Schlacht von Granson 4 )'st es:2 Darnach do zog der her ins veld

und Swiz, das crucifix ich meld

mit götlicher marter frone,

da swebt der stern von orient

der den drin küngen ward gesent

und zunt an den orten schone.

26 Kein gewalt uf erden nie ward erkanntder im torst tön ein widerstanddem hastu sin cronen abgesnitenund hast im all sin wapen erblent

1) Chronicon Helveticum ed. J. R. Iselin I. 529.Tr» a J Chronik von Lorenz Fries (1546). Neue Ausgabe,"vurzburg 1848. I. 724 f.

«) Hübsch, Geschichte von Naila (Helmbrechts 1863).

*) Liliencron, historische Volkslieder II, 73.

löwen, gilgen ganz durchschenter wolt, es were vermiten.

In einem Volksliede auf die Fehde zwischen Braun-schweig-Lüneburg, dem Bischof von Hildesheim (geb.Herzog von Sachsen-Lauenburg) dem Grafen v. Schaum-burg und von Diepholz einerseits und den braun-schweigischen Herzogen in Wolfenbüttel, Calenberg undMinden und der aufständischen Hildesheimer Bitterschaftanderseits (15191523) heisst es:

1 Nu höret und market ut ganzem flitwo geschein is ein lawenstrid

nu to dusser stunde;de lawen hadden sik des vorplicht,ein gegen den andern to donde nicht,dut weren falsche funde!

2 Dar van men hört ein nige gediehtok darto barmelike geschieht,

wat böse harte makeu.

Nu blawe law und halve kränz

hebben begunnen einen danz

ut unweideliken saken.

5 De Minder law is also gedantwe slotel vor sime hove stanbereid was he to slutenelven dusend word der gülden geteltde blawer lawe entfeng se baldall findschop was dar buten

30 Och ,halver kränz, bedenk den grund,wat blawer lawe gein sine frundgesegt to orem fraraen:dat nettelblad is lose kruddat werft men over den tun hen ut,dat ward hirut noch kamen."

v. Liliencron') bemerkt dazu irriger Weise:mitdem Nesselblatt scheint der Kautenkranz gemeint." DasNesselblatt ist bekanntlich das Schaumburger Wappen.

Im bekehrten Bitter Florian sagt Schuppe (um 1660):

Könnten die Jesuiter es dahin bringen, dass ihrOrden ein Ritter-Orden würde, der Römische Kaysermüsste sich vor ihnen fürchten. Sie könten ehe eineArmee auffbringen als Franckreich oder Engeland.Franckreich hat ihnen zwar etzliche Possen bewiesen,allein, sie haben auch hinwiederumb Spanische Künstegebraucht, dass die Frantzösische Lilien auffdem Italiänischen Boden nicht recht wach-sen wollen, sondern Italia gemeiniglich der Frantzo-sen Kirchhof ist."

In ähnlicher Weise findet sich in den Wahrsage-Kalendern eine verblümte Bezeichnung der Staaten etc.vermittelst der Wappen. Zum Verständnisse der Watir-sagerei wurde den Kalendern ein Wappen-Schlüssel bei-gegeben, zum Beispiel:

Neuer Astrologischer Caiender-Schlüssel, wormitDerer inn- und außländischen Potentaten, Herrschafften,Stände, und etlicher Städte, Wapen und Nahmen, Dererman sich in diesem Englischen Wahrsager verblümterWeise gebraucht hat, ausgeschlossen werden. Was vondem Lauff der Welt dem Leser scheint versteckt | daswird durch dieseSchrifft eröffnet und entdeckt. Augs-burg Druckts und verlegts Caspar Brechenmacher.(Ohne Jahr. Hoch 16«. 44 unpag. Seiten).

Enthält eine Reihe von Wappen, nach den Bilderngeordnet, ohne Rücksicht, ob dieselben auf Schild oderHelm erscheinen. Auch sind einzelne Felder eines viel-feldigen Wappens einfach auf den Namen des Wappen-herrn bezogen z. B.Drey rothe Jägerhörn er im gül-denen Felde, Chur-Cölln" etc.

5) Historische Volkslieder III. 280.