Geschichte der Heraldik. III. 3.
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mit einer roten Krön der Graffschafft Orlamund wappen,ist zur lincken Seiten geritten.
„Graff "Wolff zu Ebersteiu, hat gefürt des Burg-graffthumbs Magdenburg Fahne, den halben weissenAdler im rothen Felde, mit der güldenen Kronen, samptden vier roten Balcken im weissen Felde, ist zur rech-ten Hand geritten.
„Graff Wolff zu Barby hat gefürt der Pfaltz Dü-ringen Fahnen, ein gelber Adler im schwartzen Feldemit ausgebreiten Flügeln ist zur lincken Hand geritten.
»Graff Burckhart zu Barby hat gefürt der edlenHerrschaft Landsberg Fahne, zwen blawe Balcken, von°ben herab die leng in einen gelben Feld, ist zur rech-ten Hand geritten.
„Graff Wolff von Hohenlohe, hat gefürt der Graff-schafft an der Pleyse Wappen, eine blawe Fahne, darauffein auffgerichter Löwe, halb zerteilt, das ober teil gelb,das vnter teil weiss, ist zur lincken Hand geritten.
„Herr Georg Freyherr von Schonburgk hat gefurtder Graffschafft Aldenburg wappen, ein weisse Fahne,darinn ein rothe Rose inwendig mit gelben samen,knospen, vnd fürstechenden spitzlein zwischen den Wet-tern ist zur rechten hand geritten.
„Herr Wolff Freyherr von Schonburgk hat der Herr-schafft Brena wappen gefurt, drey roter Hertz, auffWelchen drey weisser Kleebletter im weissen Felde, istz ur linken Hand geritten.
„So bald eine Lehenfahnen verliehen gewest, ist die-selbige durch die keyserlichen Herolden mit guter Be-scheidenheit an der seitte do die gehalten, vber den*ollast vndter das vmbstehende Volck geworffen wor-den, darüber sich dann das Volck dermassen geheufftUnd gerissen, das keine Fahne noch Spiess gantz blie-ben, ausserhalb des Hertzogthumbs Sachssen Fahne
Qarauff der Bautenkrantz.....(Weil dasselbe auch
1558 sich ereignete) so achtet man solches für sonder-lich gut Omen und anzeigung, das das loebliche Haus80 Sachssen vnuerletzt bestendig werde erhalten werden,^d die edle Baut allezeit grünen.". Als der letzte Hochmeister des deutschen Ordens* Preussen Markgraf Albrecht von Brandenburg 1525p a s Ordensland als weltliches Herzogthum von der KroneE°ien zu Lehen nahm, wurde dort der Brauch der*ahnenlehen nachgeahmt. Diese polnischen Belehnungen«Bit der Fahne sind die letzten, welche in Mitteleuropav orkamen, Daher mögen folgen:. Einige Nachrichten von den preussischen Lehns-mannen und ihrer feierlichen Einholung in Königsberg.v °m Herrn Geheimen Archivar Faber In: Beiträge**\ Kunde Preussens III. Band. (Königsberg 1820)ö - 146 ff.
..»-Die handschriftliche Nachricht im geheimen ArchivMeldet, dass Albrecht, sein Bruder, der Markgraf George"Ud Herzog Friedrich von Liegnitz „„das neue Panniervon weissem Damast, in welchem ein schwarzer Adler«ttt'goldenen Klanen, eine goldene Krone um den Hals,goldene Streifen in beiden Flügeln, in der Brust abergB silbernes S gemacht"" in den Händen haltend, demr^ige und der Krone Pohlen den Huldigungseid leiste-Äitl- ^ arnacü schlug der König den neuen Herzog zumBai k™? inm e ' ne schwere goldene Kette um deni ,s B nd tibergab ihm das neue Pannier, welches Al-diirt eänem seiner Eäthe, dem von Heideck, einhan-dln i? Nacn ^KisMund I. Tod liess Albrecht im J. 1550Sj* Erneuerung der Belehnung von dem jungen Könige"•wmund August durch bevollmächtigte Abgeordnete^«»suchen .... Die feierliche Belehnung erfolgte inS^Hi am 9. Dez. 1550 ... Der König ritt vom"•^oase im feierliehen Zug auf das Bathhaus, legte
daselbst den königlichen Ornat an, und begab sich vonda auf den Thron. Vor ihm wurde die Lehnsfahne ge-tragen. „Sie war von weissem Dammast gemacht, da-rauf ein schwarzer Adler gemahlt, in der Brust ein S.am Halse eine goldene Krone habend. Ausserdem wardie Fahne ziemlich mit Gold belegt, am Ende war eingrosser seidener Tollen, weiss mit wenig Gold ge-schmücket. Sie war an einer rothen Stange befestigt,oben auf wo das" Spiesseisen zu seyn pflegt, war einegoldene Rose; überhaupt war sie 20 Schuh lang." Beider Uebergabe der Lehnfahne mussten sämmtlichepreussische Abgeordnete die Stange angreifen, die Ge-sandten der beiden (mitbelehnten) Markgrafen hieltendas Ende der Fahne. Nach der Ableistung des Eidesübergab der Gross-Marscliall die Fahne den preussischenRäthen, um sie in ihre Herberge zu führen.
„Der Herzog Albreclit Friedrich leistete die feier-liche Huldigung dem Könige Sigismund August zu Lublinam 19. Juli 1569. Der König begab sich vom Schlossherab mit einer ansehnlichen Begleitung in die Vorstadt,wo der königl. Thron errichtet war. „Vor ihm wardvon dem Sohne des Grosskanzlers die Fahne getragen.Sie war von weissem Dammast, wie eine Reuterfahnemit zwei. Zipfeln, darin der preussische schwarze Adlermit den Buchstaben (Monogramm aus SA) am Halse,gemalt, der Dammast auch sonst noch mit goldenenZirkeln und darin Granatäpfel geziert. Bei der Leistungdes Huldigungseides überreichte der Gross - Marschalldem Herzoge die Fahne die der Landhofmeister, HansJacob Erbtruchsess und Freiherr von Waldburg ihmhalten half. Die Fränkischen, Märkischen und Branden-burgischen Gesandten empfingen durch Berührung derLehnsfahne die Mitbelehnung. Nach vollendeter Feier-lichkeit trug Achatius von Dohna dem Herzoge dieLehnsfahne vor und diese wurde nachher den Tag überaus dem Gemache des Herzogs auf die Strasse ausge-steckt.
„Die folgenden Belehnungen .... geschahen mitähnlichen Zeremonien.
„Im J. 1633 liess der Churfürst Georg Wilhelm beidem neuen Könige von Pohlen Viadislaus IV. die Er-neuerung der Belehnung (die er im J. 1621 in eignerPerson in Warschau empfangen hatte) durch seinenMinister und Günstling, dem in der brandenburgischenGeschichte berüchtigten Grafen Adam von Schwarzen-berg nachsuchen. Die feierliche Investitur erfolgte inKrakau am 21. März 1 ).
„Der Churfürst Friedrich Wilhelm erhielt nach sei-nem Regierungs-Antritte von demselben Könige in PolenVladislaus IV. am 7. Octoh. 1641 in Warschau in eignerPerson die feierliche Belehnung mit Ueberreichung derLehnsfahne und im J. 1649 am 15. Febr. von JohannCasimir II. die Erneuerung der Belehnung durch seineGesandten ... Es heisst in der Beschreibung:
„„Die Lehnsfahne hatte der König auf eine sonder-lich prächtige Art fertigen und sticken lassen, und wardarauf auf der einen Seite im rothen Felde der weissegekrönte polnische Adler mit dem königlichen Stamm-wappen, auf der andern Seite aber de» schwarze preussi-sche Adler im weissen Felde mit dem Herzogshute aufdem Kopfe, und in der Mitte der königliche und chur-fürstliche Name (Monogramm aus J C und F) in einan-der geflochten.
Diese Lehnsfahne, die Letzte — denn im J. 1657am 19. Sept. im Tractate zu Wehlau, erhielt der Kur-fürst die Souverainetät über das Herzogthum Preussen —ist allein hier (in Königsberg) noch vorhanden und wirdim geheimen Archive aufbewahrt."
1) Vergl. oben S. 476.