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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 3.

MCCCCCXXX. jar gehalten, Kegalia rmb £cf;cii tmber bemfan gelten, was auch jr Kai. ITtaie. rnb bcrfelbcn SruberKünig Jcvbiitanb 31t Ejuugern pnb Bcl;cm etc. 3Iudi arm-berc £h,urfiirften, dürften otib Stcnbc bes Kcidjs für Hättjctmb ZJbelsperfoiieu auf foldjem Kcidjstag gcl/cpt fjabcu 1 ).

Ein anderes Schriftchen *) erzählt die Beleunungdes Herzogs Philipp zu Stettin Pommern, zu Regens-burg am 5. Juli 1541 in folgender Weise:

Folgend um drey Uhrn haben sich hochgedachtsmeines gnädigen Herrn, Herzog Philipsen zu Stettin,Pommern et. eigen Hofgesinde, biss in die achtzigPferde, alle in der grünen Engelischen Hoffarbe, undnoch biss in die Einhundert und zvvantzig Pferde, sozum Theil seiner F. G. gehöret, und zum Theil auchvon seiner F G. Herren und Freunden, zu den ehrenund Dienste geliehen, und zugeordnet worden, auf demPlaze bey schönen Maria gesammlet, da ist die Ordnungdes Zuges gemacht und sind geritten, Erstlich zweenTrompeter, darnach drey Glied meines gnädigen HerrnHof-Junckern, in dem vierdten Glied ist der Hofmar-schalck Otto von Wedel, mit einem grosen rothenFahnen, von seidentafft gemacht, darinn gar keinWappen, der Blutfahn genannt, geritten, dem sinddie übrigen meines gnedigen Herrn Hofgesind gefolget,haben also den ersten Hauffen gemacht, und einjeglicher ein klein blaues Fe n die, darinn einrother Greiff das Stettinische Wappen gemahlet, denPferden an dem Kopffe oder auf den Hüten gefüliret,folgend seind die Neuen Land Fahnen von Zeindel, jeg-licher der Farbe, als das Feld im Schildte, darinn einesjeden Lands Wappen gemahlet, allemal drey in einemGlied gezogen und diese Fahnen sind durch des Her-zogen Käthe gefüliret worden. Nemlich Johst Moltzen,des Lands Erb-Marschall, hatte gefüliret den Kalmen,darinn das Wappen von dem Lande Stettin, HerrJörg Juncker zu Putbutsch den Pom er ischen, ClawesPutkummer Hauptmann zu Alten-Stettin, den Cassu-b ischen, Wolff von Wedel, Hauptmann zu Eldene,den Wendischen, Ulrich Schwerin des Landes StettinErb-Kuchenmeister, den Bartischen, Wedige von derOsten, den Hu ganischen, Daniel Bock den Wol-gastischen, Tamiges Massaw, den Surdon ischenund Joachim Zitzewitz den Gutzkockischen Fanengeführet. Diesen sind gefolget der Fürsten Cammer-juncker und fort bald darnach ist gedachter mein gne-diger Herr, Herzog Philipps allein geritten, inseiner F. (i. Herzogskleide, nemlich in einem langenrothen Carmosin Attlasin Rocke, biss auf den Fuss, der-gleichen vothe Ermele, und der Rock ist am Halse der-gleichen ferne und unten, mit weisen lasken daran dieSchwäutze gelassen, eine gute Hand breit allenthalbenverprämet, auf dem Kopff hat sein F. G. gehabt, einenrothen Hut von Carmosin Atlass, der Umschlag auchmit lasken verprämet, ....

Und darnach erstlich den Blutfahnen, und folgendeinem jeglichen Fanen insonderheit, nacheinander ver-liehen, und hat allemal der Churfürst zu Brandenburg,vermöge der Verträge, so zwischen dem Hause Branden-burg und Pommern aufgericht, mit an den Fahnen ge-griffen, und wann also ein Fahne angegriffen und ver-liehen worden, hat man erstlich den Blutfanen, darnacheinen ieglichen Fanen von den Landen, nacheinandervon dem Stul unter das Volck geworffen, das dieselbenzerrissen")........"

Voigt hernach die Belechnung dem Administratordes flochmaister ampts beschehen.

Auff egemelten Afftermoutag, der da was der26. Julij ... zu derselbigen stund ward der Kaiserlichstuel durch die verordneten des Hochwirdigsten Fürstenvnd Herren Herren Walther von Cronberg, Administratordes Hochmaisterampts in Preussen, vnd inaister Teutsch-ordens in teutsch vnd Welchen landen zum ersten mal(auch fast prachtlich mitt einer zimlichen anzal etlicherGranen vnd Herren, sampt jren Dienern) berennt.

Vnd als der gedacht Fürst der Hochmaisterpersönlich zu dem Kaiserlichen stul rennt, wurden zu-nechst vor dem Fürsten zwen fanen gefürt, nämlich ainRotten, genannt des Reichs oder plut fan, denselbigenführt ainer des Ordens, genannt Eberhard von Ehingen,Kumpter zu Helprunn teutsches Ordens, der annder fanwar Weyß, vnd darinn ain schwartz creutz, auff demschwartzen creutz ain guldin creatz, in der Mitte des-selbigen Creutz ain schwartzer auffgethauer Adler, vndzu den vier enden des guldin creutz, an yetlichem ortain guldin Lilien, ist des Hochmaisters von Preussenwappen, ward gefürt durch Herren Diettrichen von Ba-ien, genannt Fleck, des Ritterlichen Teutschen Ordens,haußkumpter zu Reuell bottschafft des maisters außLyffland."

In einer gleichzeitigen Nachricht *) von des Kur-fürsten August von Sachsen Belehnung d. d. Augsburg23. April 1566*) heisst es:

Die Blutfahne ist von Christoffeln von Ragwitz,welcher dieselbige zuvorn in Churfürst Moritzen (löb-licher Gedechtnus) belehung auch sonst im Felde ge-führet, befohlen worden.

. . . . Philippus Graff zu Hanaw etc. Hat gefürtdie Churfahn, welche oben schwartz vnd vnten weiszerteilt, darinnen zwey Riter Schwerter vberschrenckt,ist zur rechten seiten geritten.

Graff Ludwig von Königstein, hat des Hertzog-thums Sacbssen wappen geführt, eine gelbe Fahne,darinnen fünff schwartzer Balcken, darüber ein grünergewundener Rautenkrantz zwerch vber die eck, hat zurlincken seiten gehalten.

Graff Ludwig von Eberstein hat des Landgraff-thums Diiringen wappen gefürt, eine blawe Fahne,darinnen ein auffgerichter bundter Low mit weissenund roten vier strichen zerteilt, vnd einer güldenenKrön, ist zur rechten Seiten geritten.

Graff Albrecht Georg zu Stolberg hat des Marg-graffthums Meissen wappen gefürt, ein gelbe Fahn,darinnen ein schwartzer auffgerichter Löwe, ist zurlincken seiten verordnet.

Graff Wilhelm zu Schwartzenburg hat der PfaltzSachssen Fahne darinnen ein gelber Adler mit ausge-breiten Flügeln, vnd einer güldenen Krön auff demHaupt gefürt, hat zur rechten Seiten gehalten

Graff Bruno von Mansfelt hat gefürt den schwar-tzen Löwen im gelben Felde vnd roten Rosenblettern,

1) Gleichz. Druck kl. 4<>. Kgl. Bibliothek in Berlin.

2) Des Herzogs von Pommern Lehens-Empfahungunter dem Fahne. Gedruckt zu Augsburg durch Hein-rich Stegner.

3) Joh. Heinr. Drümel, Neue Bewährung aus Ur-kunden, Gesetzen etc. dass die Reichsritterschaft von

Anbegin des Reichs zu dem Adel in Teutschland ge-zehlet worden. Frankf. u. Leipzig 1754. UrkundenS. 6 ff.

4) Abgedruckt in Buder's Sammlung verschiedener,meistens ungedruckter Schrifften (Frankfurt 1735) S.73ff.

5) Also ist es nicht richtig, wenn J. J. Müller imReichstagstbeater p. 589 schreibt:

Der letzte Actus mit Fahnen ist geschehen a. 1648als Kayser Carl V. Hertzog Moritzen zu Sachsen mitder Chur-Sachsen auf dem Reichstag zu Augspurg öffent-lich unter dem freyen Himmel uff dem Wein-Marcktsolenniter belehnet. Von der Zeit wird mann keinensolchen Actum publicum solennem weiter finden."