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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 3.

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Schaft aufmachte und Ihnen dieselbe, mit Anerbietungder Huldigung und des Gehorsams einlieferte" ') -

Hans von Restorf starb vor dem J. 1507 und mitihm erlosch das Geschlecht der von Restorf im LandeStargard.

An seinem Todtenbette erkundigte sich der damaligePfarrer zu Tornow, Peter Karwe, nach den Verwandtendes Sterbenden, die zu dessen Lehengütern die Nächstenmöchten seiu. Der v. Restorf erwiderte, er wisse kei-nen Verwandten, - die Lehen würden seinen gnädigenHerren von Meklenbnrg heimfallen.

Darauf hin, weil Niemand vorhanden war, der andas Gut Anspruch erheben könnte, warf der Pfarrer beider Beerdigung des Hans von Restorf dessen Siegel,Schild und Helm in das Grab nach.

Beinahe eine Generation später beurkundete derPfarrer diese Handlung vor Propst, Hauptmann undBürgermeister zu Zehdenick. Die betreffende Urkunde|st ohne Datum. Eine gleichzeitige Abschrift im Gross-herzogl. Archiv zu Schwerin ist durch die Canzlei-Re-gistratur auf das Jahr 1535 bestimmt 2 ).

Die Zimmerische Chronik erzählt:

»Anno domini 1534 den 29. tag des monats Januariitüßh 11 u r en in der nacht, starb graf Christof von"erdenberg im schloss zu Sigmaringen. was der letstpaf des stammens und nammens und wart schilt undheim, wie in sollichen feilen gepreuchig mit ime ver-graben; beschach zu Trochtelflngen."

, Nach Wiguleus Hund (Stammeubuch III) wurde"ei der Beerdigung des Hans Georg v. Schaffhausendes Letzten seines Geschlechtes, im J. 1592 zu Ingol-stadtschilt und heim bey St. Moriz zu Ingolstadt überdie Cantzl herabgeworffen und dan mit ihm begraben."

Bei der Beerdigung des letzten Herrn von Kunring,-kassla (f 9 Dez. 1594) wurden drei Schilde zerbrochen,von denen der erste das Wappen mit dem Balken, derzweite das Wappen mit dem Ring, der dritte das ganzeKunriug'sehe Wappen zeigte. Es heisst in einer gleich-zeitigen Beschreibung:

,. ».....nach diesen haben die drey von Ade.l

die drey Schild, welche zum Zerbrechen getragenWorden auf dem vordem Altar der Kirchen gelegt, diezween Pähn, den grossen Schild und Helmelin'hat man»eben und auf die andern Altar geleinet und gelegt,"-Qter dessen gesungen und jeder an sein Ort in derKirchen gangen, der geharnischte Mann aber zudem Predig-Sthul getretten mit den Rücken an demPredig-Sthul gelainet, und alss die gantze Predig ge-standen.

Über das hat Herr Veith Maenk Pfarr-Herr zu»chraettenthal angefangen die Leich-Predig zu verrich-ten, und nach solcher der Herren von Chunring Ge-schlecht und Ankunft in Oesterreich, auch zu was Ge-schlechter sie sich verheurathet, vnd ihr Verhalten er-zehlet, nach dessen Verrichtung ging die Frau Wittib^bt den anwesenden Befreundten, Herren und von^del auch Frauenzimmer aus der Kirchen. Darauf trittder gerüste Mann vom Predig-Sthul weg und legt sichziemlich laut neben der Bahr nieder auf die Erden und*w das Angesicht und bleibt also ligen. Nach disen*°ttmt des verstorbenen Herrn Seeligen Pfarr-Herr zuinebeswinkl für den Predig-Sthul und stehet still. In-mi ttels thät Herr Veith auf dem Predig-Sthul ein Ver-meidung, dieweil Herr von Chunring der Letzt seines^airveng und g tammen3i so we rde man jetzo sein Schildund H e i m dem a i ten Gebrauch nach zerwerffen"¥» vertilgen; unter dem geht einer von Adel herfttr

inir}} Schwartz, Pommersche Lehn-Historie. (Greifswald17 % S. 589 f.

2 ) Vergl. Urkunde No. 90.

zu dem Predig-Sthul, tragt die Tafl darauf drey (? das)Wapen mit dem Balken gemahlen und gibts HerrenVeithen auf dem Predig-Sthul. als nun derselb dasWapen über des Predig-Stuhl Ek zerschlägt, schreyetvorgemeldter Pfarrherr zu Triebeswinckl herunten stehendmit gar kläglicher Stimm: Chunring nimmer Chun-ring, da wirft Herr Veith die Trümmer neben dengerüsten Mann, und der Bahr hinab auf die Erd,gleichermassen es auch mit dem andern Schild, daraufdas Wapen mit dem Ring gemahlt gewesen, fürübergangen und gehalten worden. Nach disen tragt derdritte von Adel das gantze der Herren von ChunringWapen auf einer Tafel gemahlt, herfür und gibts eben-falls auf dem Predig-Sthul, indem Herr Veith den Schildzerschlägt, "schreiet der herunten stehende Pfarr - Herrmit gar kläglichen Worten: Chunring hart*) Chun-ring und nimmermehr Chunring und werdendie Trümmer auch abgeworffen. Nach Vollendung dessenfängt man wieder an zu musiciren, hebt die Leich undlegts in die Begräbmiss und stehet der gerüste Mannauf, hilft die Trümmer zusammen klauben und werffensin das Grab, und gehen folgends aus der Kirchen" *).

Iiüdinger erwähnt (nur summarisch) eine ähnlicheCeremonie bei der Beerdigung des Edlen Heinrich Stein-häuser von Nedtenfels zu Roheuberg, des Letzten seinerFamilie, die am 2. Aug. 1608 in der Hauptkirche zuCrailsheim stattfand 8 ).

Am 25. Mai 1(554 wurde (wie Lünig*) berichtet)der Cörper des vor fast 17. Jahren nämlich am 30. 20.Martii 1637 verstorbenen letzten Herzogs in Pommern,Bogislai des XIV. mit solennen Ceremonien zur Erdebestätiget, nachdem zwischen der Cron Schweden unddem Chur-Hauß Brandenburg der Vergleich wegen desHerzogthums Pommern zur Richtigkeit kommen war.Bey diesem Leich-Begängniß erschienen sowohl Königl.Schwedische, als Chur-Brandenburgische Abgesandten;Bey dem Grabe wurde der Regimentsstab zerbrochen,das Siegel durch einen Goldschmied in zwei Stücke ge-schnitten, wovon die Cron Schweden das eine, die ChurBrandenburg aber das andere zu sich nahm; der Her-tzogs-Huth samt der Trauer-Fahne wurden entzwey ge-rissen und sodann zu des Hertzogs Cörper ins Grab ge-legt; den Helm vnd das Schwert aber behielten dieLandes-Nachfolger unversehret.

Etwas abweichend ist der Bericht in BentschtnsCederhain ') wo es heisst:

Als 1954 (sie) im Maj-Monat der letzte Herzogin Beisein Königlicher Schwedischer und Churbranden-burgischer Gesanten, mit Fürstlichen solennien zu Grabegebracht wurde, hat man den fürstlichen Regiments-Stab, dann die Bischoffs-Mütze und Trauer-Fahnen zer-stücket ins Grab geworffen. Schilde und Helmaber wurden von dem Schwed- und Branden-burgischen getheilet. Das Fürstliche Insiegelwurde durch einen Goldschmide zerschnitten, und nahmdie eine Helft der Schwed- die andere der Branden-burgische Abgesante zu sich."

Itudolphi meldet in der Heraldica cur.:

Alldieweiln aber die tägliche Erfahrung öffters alswir wünschen, uns den Augenschein an die Hand gibt,als können wir solcher Mühe entübrigt seyn, wann wirnnr noch das einige werden beygerucket haben, wasAo. 1655 den 27. Aprilis allhier zu Nürnberg bey derhochansehnlichen Leich-Bestattung Herrn Johann Adam

3) Soll wohl heissenheut".

4) Friess, die Herren von Kuenring. Wien 1874.S. 240 ff.

5) Observ. jur. cam (Argent. 1734) V, 728.

6) Theatrum ceremoniarum II, 562.

7) S. 218 f.