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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschiohte der Heraldik. III. 3.

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Weinleiter dem Wappen beigefügt sind. Unter jedemWappen ist der Name des Inhabers und oberhalb des-selben zumeist die Jahreszahl 1526 angebracht" ').

Sogar dieNarrenhand," welche weder Tische nochWände verschont, hat sich in heraldischen Leistungenverewigt.

Im Schlosse Runkelstein bei Bozen befinden sichim ersten Stockwerke an der Wand einer Galerie Tem-peragemälde. In den dunkelbläulichen Grund sind Na-men Sprüche und Wappen vonNarrenhand" einge-kratzt, so dass sie weiss auf dem dunklen Grunde er-scheinen. Das älteste Wappen dieser Art ist mit derInschrift Hanns Rehwein etc. 1494 versehen 2 ).

Von der heraldischen Decoriation der zu besonderenFestlichkeiten bestimmten Räume giebt die Ausgabe-Rechnung über das Beilager des Herzogs Johann vonSachsen zu Torgau vom J. 1513 ein Beispiel:xiiij fl für xlij grose vnd deine wapen, für tuch,

goldt, färb vnd macherlon an die tebicht In dieStuben, do die fursten an der Hochzceyt gesefsen,laut meister Lucas (Cranach) Zcedel.x gl für leymat (Leinwand) zu dencleynen wappenan den himel komen, maister Lucas geselleneiner entpfangen.Bei der Einkleidung des Fürstbischofs von Breslauzum Deutschen Orden, welche 11. Juli 1694 in Mer-gentheim stattfand, trug ein Domherr von Wttrzburgeinen Schild mit Ihr. Durchl. Wapen ge-zieret, und einen Flor umbwunden." Ein andererDomherrhatte den Ordens-Mantel zusammengelegetund darauf das Ordens-Creutz, den Degen und die Spo-ren (so von Gold) in seiner Hand.Der Schild wurdezur rechten Seite des Altars niedergesetzt, das übrigeaber darauff gelegt und nachgehends geweihet*).

Den wirksamsten und beliebtesten Schmuck desWohnzimmers bilden die wappengeschmückten Fenster.

No. 501.

Abbildung einer gemalten Glasscheibe aus Nürnberg, die nach der Annahme Sachverständigernach einem Entwürfe Dürers hergestellt ist.

Nachdem die Stadt Ensisheim imElsass-ihr damalsneugebautes Rathhaus fertig hatte, schrieb die Regier-te von Ensisheim (d. d. 7. Juni 1554) an die Regier-t?£ von Innsbruck, dass in die Fenster der grosseng^J^ube 18 geschmelzte Wappen der österreichischenIn* T ,naer sollten gemacht werden und zwar so wie zub?iS!v Dem Bericnte w ar ein Pergament alsMass-

aD ^gelegt und am Schlüsse bat die Ensisheimer

IV,

1) Mittheilungen der k. k. Centralcommission. N. F.S. 2.

2) Vergl. Herold 1884 S. 157.T .>) Gottfried Zenners Herbst-Parnass. Frankfurt n.geizig 1694 s ii« *f n? ,-,,* ,i; s .a >;«» Art vonLeitung)

S. 118 ff. (Es ist diess eine Art von

Regierung:Dass zu jedem Wappen, wass herfchafftdass seye, vnnd bedeut, mit namen geschmelzt werde,mit der kürze, als nämlich vnder dass Bohemisch Wap-pen, das wort Boheym, Vnnder das Oesterreichisch diewort alt oder new Osterreich etc. Doch dieweil dieWappen hochstanden, mit scheinbarn leslichen färbenvnd buchstaben." Die vorgeschlagenen Wappen waren1. Hungern, 2. Böhaim, 3. Dallmatien, 4. Croatien.5. Sclauonien, 6. Hispanien, 7. Oesterreich, 8. Burgundj,9. Brabandt. 10. Steyr, 11. Kärndten, 12. Crayn, 13.Wirtemberg, 14. Schwaben, 15. Burgaw, 16. Hapsberg,17. Tyrol, 18. Elsass. In einem anderen Berichteerwähnte die Regierung, dass ein Wappenhie zuLandt vmb zwen gülden gemacht werden mag."

Der Hofbaumeister Michael Schenk übergab demdamals berühmten Glasmaler Paul Dax zu Innsbruck,