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Geschichte der Heraldik. III. 3.
anfencklichs Hohenloe und Langenberg ein Stam ge--vveßt, und dass sie die Wapen umb unterscheidt willender Herrschafften und Namen also haben verendert,und das hirumb das Langenberger Wapen im Feldweiss, und die Bildung schwartz sein, wie dann Hohen-loe auch von dergleichen Färb ist, darzu bewegt michder ein Leopart, und auch das Herr Gotfridt vonHohenloe, under seinem anhangenden Sigel (in dem dieLeoparden die Schwentz lassen hangen und nit, wiejetzo, durchschlagen") in solchs, darvon Herr Walthervon Langenbergs Brif meidung thut, bewilligen unddarauf verzeihen unterm dat. Parme anno millesimoducentesimo vigesimo quinto, menfe majo, IndictioneXIIII das und hirüber das Ich acht, das die altenHerrn von Jagsberg auch Hohenloher sein gewesen,oder zum wenigsten Langenberger, nrsach, das Ich ausIrem Sigel befinde, wie im Langenberger Wapen derLeopart oben stet, also ist er im Jagstberger Wapenuff die rechten Seiten gesezt, und sten uf der linckenSeitten die Anzahl derSpene, inmassen die im Langen-berger Schilt unden steen, hab Ich auch meinen gne-digen Herrn Graff Albrechten meinetwegen undertheniganzuzeigen, und so der Graffschafft Hohenloe Schiltnnd Helm und der Langenberger, obschon der Helmnit kont erkundigt werden, so were doch wol leich-tiglich ein ander daruf, der dem Herkhomengerne ss zu erdencken, und so im LangenbergerSchilt allein die Farben des Felds, als in GoltFärb verwandelt, und die beiden Wapen mit iremHelm, und sonderlich, dieweil Ir Genaden diegemelten Grafschafften und Herr schaff teninnen haben, quartirt zusamen gefügt, so geb es einansichtig Wapen, wie dann Ir Genaden vor alter,ehe uf die Graffschafft zu Ziegenheim und Nidda verziggescheen, auch gehabt haben, nit wollenn bergen, Sei-nen Genaden underthänig und willig und Euch frenndt-lich Dienst und angenemen Willen zu erzaigen, binIch erbitlich. Dat. am 24. Octbr. anno 49" ').
Schon zu Kaiser Friedrichs III. Zeiten kam es vor,dass neu verliehene Wappen die nicht blos aus einerFarben-Variation bestehen, von vornherein als qua-drirte Wappen angelegt wurden.
K. Friedrich verleiht zu Graetz 29. Mai 1469 demDietrich Storch und seinen ehelichen, Leibeserben vonNeuem ein Wappen:
„M. n. e. quartirten fchilde das vorder vnd dasvnder hinder virteil dargegn plaw vnd in yedem teileein gelbs kreucz vnd das ander vierteil vnterdem helme vnd das vnder auch dargegn, yedes gelbvnd in yedem teil ein weisser leb mit gelffunderzungen vnd aufgeworffem fwancz vnd auf dem fchildeeinen helme geczirt mit einer gelbn vnd plawen helm-decken, darauf ein ftorch biz auf die prust mit aufge-tanen flügeln seiner natürliche Farbe, habende in sei-nem fnabel ein weisse zedl darinne gefchriben steendife wort: viget iustitia tempore fuo."
K. Friedrich verleiht zu St. Veit in Kärnthen 3. April1473 dem Andreas Senftier u. s. ehel. Leibeserben einW. (in f. c.)
„M. n. e. weissn quartirtn schild, darinn in demobern hindern vnd vordem vndern teil des schildavberzwirich drey rot zwickhl gleich mit dem fchildeausgeteilt vnd in den anndern zweien teiln in yedemein roter sterne mit fünf zinckn vnd den fchilde ge-ziret mit roter vnd weisser helmedeckhn darauf ein
vbergestulpter hut mit vehe vnderzogen entspringendedaraus ein junglingspild on fuss mit gelbn krawsenhar in rot vnd weiss nach der leng ab gecleidet, tra-gende auf seinem hawbt einen krancz mit roten vndweissen rosen, die recht band auf die huffe gesecztvnd die linck vbersich halltende darinn auch einensterne."
3. Capitel.1* aitpentirlefe als Itelohnung.
Die Schenkung eines Wappenbriefes war ein be-liebtes Mittel, mit dem der kaiserliche Hof gute Ge-sinnung und getreue Dienste belohnte.
K. Friedrich III. ertheilt 1463 (Mittwoch nach St.Erhardstag) der Landschaft von Crain eine Wappen-besserung mit folgender Motivirung:
„getrewlich angesehen haben, den fchwären ge-drang vnd befchwärung, darin vns hertzog Albrechtvon Oesterreich auch etlich Landtleuth auss demselbenvnserm fürstenthumb Oesterreich, vnd die von Wienn,als wir in vnserer burgkh daselbs zu Wienn warnbracht, da fy vns dan tag vnd nacht gearbaith guet-williglich, und mit den ersten aus demselben fürstten-thumb Crain vnd der March, erhebt vnß zuegezogenseyn, vnd mit sambt andern vor derselben Stadt Wiennmit sturmb mandlich erzaigt vnd bewaiset haben: Dasalles angesehen haben wir ihn von jaigen willen diegnadt gethan, vnd vnserer gemain landtfchafft ausCrain, die wappen vnd claynodt desselben vnsers Für-stenthumbs, von römifcher khayerlicher machtvollkom-menheit, vnd als landtsfürst gebessert, erlaubt nnd ge-geben, wißentlich mit dem brieff, dass dieselb landt-fchafft nuhinfübr zu ewigen zeitten die fkakhürung,so von ainer dess Adler Sachsen zu der andern überzwärch gehet, wass der von perl ist von golde,und darzue denselben adler im schildt, vnd auff demhelmb mit einer khayserlichen cron gezuerten, zu allendes gemainen Landes notturfften führen" 2).
Wilhem von Schirnding, kaiserlicher Feldhaupt-mann befreite den Römischen König Maximilian ausder Gefangenschaft der niederländischen Rebellen underhielt vom Kaiser Friedrich 1490 eine Vermehrungseines Wappens mit dem von Brabant (wo er dem kai-serlichen Hause so wesentliche Dienste geleistet hatte).Das neue Wappen ist quadrirt: 1. und 4. der brabant-sche goldene Löwe in Schwarz 2. und 3. Stammwap-pen. Zwei Helme von denen der vordere den Löwenwachsend trägt 3 ).
„Das Wappen der Stadt Biberach enthielt anfäng-lich einen blauen Biber mit rothen Klauen und rotherKrone. 1487 begehrte K. Friedrich III. Hilfe, um sei-nen in Brügge gefangenen Sohn zu befreien. Die Stadtschickte nun aus tragender Condolenz wegen königlicherVerhaftung ein Fähnlein in ganz schwarzer Kriegsklei-dung ins Feld. Dem Kaiser gefiel diese Compassionund er befahl dem Hauptmann Godeschalkh Glockh,sich eine Gnade für die Stadt auszubitten. Dieser ver-langte, der Kaiser möchte erlauben, dass die Stadt Bi-berach Krone und Klauen (des Bibers) vergolden dürfe.Der Kaiser gewährte die Bitte und that noch mehr, ererlaubte, dass die Stadt einen ganz goldenen aufrecht
1) (Chr. Ernst Hansseimann, Diplomat. Beweiss vonder Landeshoheit des Hauses Hohenlohe. Nürnberg 1751.fol. S. 542 f.). 6
2) Valvasor Ehen des Herzogth. Crain X. 297.
3) Jahrbuch VIII. des Adler S. 45.