Geschichte der Heraldik. III. 3.
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führet haben, hinfiir mit denselben ihren erblichen Wap-pen in einen quartierten schild und z w e y e nhelmen und ihren zugehörigen Ziehrungen oderjedes infonderheit, wie ihnen das füglicher sein will,zu führen" . . . i).
K. Friedrich verleiht zu Wien 14. April 1482 demVeit von Giech die Rothwachsfreiheit u. bestätigt seinWappen:
„auch inn und demselben seinen Gefchlecht vonGiech, Ihre erbliche Wappen und Kleinet, so mit Nah-men seih, ein weisser oder Silberfarber Schild, darinnenHeben einander zwo rote Tuchscheren, und auf denSchilde ein Tornirshelme mit einer weissen- oderSilberfarben und rothen Helmdecken darauf zwifchenzweyen Puffen Hörnern uberzwerch in weisse oderSilberfarb und roth getheilt ein Jungfrau Brustbilde°n Arme in roth beclaidet mit anfsgepreiten Haar ihrHaubt mit einer gelben oder Goldfarben Cron gecrönet,die sein Altvordern lang Zeit und Er bissher geführtUnd gebraucht haben, confirmirt und bestett und ihnendarzu diefs nach gefchrieben Wappen und Kleinet mitNamen einen roten Schilde, steende darinn ein weisser«der Silberfarber Schwane mit gebogen Kragen und^ufgethanem Schnabel, undt auf dem Schilde ein Tor-niershelme mit einer weissen oder Silberfarben undrothen Helmdecken und einer gelben oder GoldfarbenCron gezieret entspringende auss derselben Cron einSchwane mit aufgethanen Flügeln, in jedlichem Flügelein Schere, wie im Schild, sonst von Figuren und Far-ben geschickt alfs im Schilde . . .
„. . . . die gemelten neugegebene Wappen undKleinet allein oder zusambt ihren erblichen Wappenvnd Kleineten, beide nebeneinander oder in einen quar-tierten Schilde bey einander haben, führen" etc. 2 )
Veit von Törring zu Jetnpach führt in seinemSiegel, dessen Umschrift die Jahreszahl 1493 trägt einquadrirtes Wappen mit Mittelschild und drei Helmen,eine Compositum aus Törring, Seefeld und Mödling.Die beiden letzteren Wappen waren ihm 1490 resp.1491 von Kaiser Maximilian verliehen worden a ).
Die Zimmerische Chronik (1564 -1Ö66) meldet, dassFreiherr Johann Wernher von Zimmern 1487 das Rechterlangte, das Wappen der Freiherren von Wildensteinmit dem seinigen zu quadriren:
„Zu derselben zeit hat er auf bemeltem reichstag8>in andere freihait erlangt, nämlich demnach in wenigJarn darfor die freiherren von Wildenstain, mit denender uralte stam, auch ir schilt und heim vergraben, mittod abgangen, das er und seine eeliche leibserben undderselben erbenserben für und für obbemelter freiherrenschilt und heim, nämlich ain roten leonem in weissem*eld und ain rote hirsprust mit aim weissen gehurnauf dem heim, sich gebrauchen und sollichs quartiertneben dem uralten zimberischen wappen fuern, darzuauch sich ain herren zu Wildenstain schreiben mögen."
Höchst interessant ist es, wie die Chronik über dieMode der quadrirten Wappen aburtheilt:
, »Und damit ich wiederumb uf die zimbrischen Sachenmich lende, so ist zu wissen, wiewol weilunt diserdreier herren geprueder herr vatter das wappen Wil-denstain zu dem zimbrischen erstlichs gefuert, wie dannnieoben lengest davon meidung beschehen, so habens°-och diese drei herren etliche vil jar underlassen, aberz u dieser zeit haben sie dessen sich wiederumb vonnewen verglichen, die vier lewen quartirt zu fieren, souoch in deutscher nation nichts schedlichers sich hat
1) Wurmbrand, coli. S. 243 ff.
2) Lünig, spicil. secul. I, 196 f.
<>) v. Hefner Altbayer. Heraldik S- 56.
künden begeben, dann das die quartierten wappen uf-gestanden; denn was für ain grose menig der ge-schlechter hievor gewest, das mag allain user dem ab-genommen werden, das zu zeiten kaiser Hainrichs desfünften dreissig tausendt geruster pferd user deutschernation mit ime uf die crönnng geen Rom sein gezogen,ohne die hilf, die dem kaiser von andern landen zuehren sein mit geschickt worden. Wie aber ein sogrose menig der geschlechter zu grundt gangen, dohaben die quartirten wappen ein anfang genommen,das doch vor alten zeiten gar nit gebreuchlich, sonderZum höchsten ist verachtet worden, derhalben grafeFrohen Christof dozumal zum oftermal gesagt, es seiin deutschen landen kein gluck nie gewesen, seitmalsdie quartierten wappen uferstanden, insonderhait aber,seitmals das wappen ie hab sollen quartiert sein, sowere doch zuversichtlich glücklicher gewesen, die lewenbetten aiuander nachgesehen, dann das sie also widereinandern kratzen und krimmen. Derhalben uf ain zeitain höflich man gesagt, die alten herren haben bedeut-lichen diese quartrierung bedacht und ire aigne hand-lungen artlicher nit künden an tag geben, dann irewappen ire aigne zwitracht furzumaln, das* die lewenalso wider ainandern derhalben hernach der ziuibrischleo herumb sehend, ime auch baide äugen gemalt wor-den, damit den nachkommen zu bedeuten, das der leonit allain für sich, sonder auch boseits und hunder sich,was künftig, bedenken soll. Der allmechtig verleihedoch einmal sein gütliche gnad, das der zimbrisch leomit baiden äugen wider gesehe !
„Aber das ich widerumb uf die quartierung derwappen kom, so hat kaiser Ferdinandus gar nichs da-rauf gehapt, und denkt mir, das die graven von Hochen-loe bei ime umb quartierung ires Wappens angehalten,nemlich das sie der grafschaft Langenburg wappen beidem iren fueren megten. Er Hess es inen zu, sagt aberoffenlich, er hielt mehr uf ain alts wappen, das ainfach,dann das die alten mit den newen besudlet wurden."
Da die Art und Weise, wie dieses quadrirte Wap-pen Hohenlohe-Langenburg zu Staude kam, sehr lehr-reich ist, so lasse ich ein Schreiben des deutschordischenKanzlers Spiess zu Mergeutheim au den HohenlohischenRath und Secretär Johann Heber, welches hierüberAuskunft giebi (1549), hier im Texte folgen:
„Mein freundlich willig Dienst zuvor, Lieber Herrund Brüderlicher Freundt: Es hat der Wolgebornn HerrAlbrecht Graf von Hohenloe mein genediger Herr michvor viel Jaren einsmals gefragt, ob ich sein Genadenkont Bericht thun, was die Herren von Langenbergfür ein Wapen betten gehabt, und diweils mirs damalsunwissend, haben sein Genaden an mich genediglichgesonnen, ob Ich des in Erfarung kheme, dieselbensolchs zu verstendigen; Nun bin Ich am 19tenAugustizu Würtzburg und daselbst bei meinen alten Herrnund lieben Bruder Lorentzeu Friefsen gewest, dermich vil antiquiteten hat lassen leßen, darunter Ichbefunden, wie Herr Walther von Langenberg der leztseines Nahmens und Stammes were abgestorben, inwelchem Jar ist mir entfallen und Langenberg, alsWürtzburgisch Lehen an Hohenloe erwachsen, den Ichgefragt, ob er nit wisst, was Ir Schilt und Helm ge-wessen, der mir anzeigt, man het Sich mit alter inden Sigeln der Helm nit, wie Izt gebraucht, aber dasWappen, wie es gestaltig, kont er mir wol anzaigen,er hat aber das Buch izt nit bei handen, Nun hab Ichaber kürtzlich under meiner Herrn Brief gesucht, undvon ungeferden, einen des Dat. steet 1226 unter demNamen Walthers von Langenbergs mit anhangendem,seinem Sigel, das Ich sein Genaden zu underthenigenEhren und Gefallen hab lassen abreissen, befunden,wiewol Ich der Färb nit waiss, wie Ir das hirin ver-schlossen befindent; Und Ich halt für wahr, dass