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Geschichte der Heraldik. III. 3.
eine Modesache. Wiguleus Hund ') hat daher recht,wenn er schreibt:
„Die offen ijelm »nb quartierten Sdjilot feynb erft bcybunbert 3 aren ongefaljrltdj, nadjbem man j<$50 ge3elet,anfffommen, juuor gar wenig gcbräud?ig getncfen, auch beyben redeten Surniergefcfjlecfjten, wie auff ben alten (grab»fiainen onb Siglen 3irfef)en."
Nunmehr hatten die Wappengenossen ein fleissigesAufsehen, wenn wappenmässige Geschlechter, mit denensie verwandt waren, den Weg des Fleisches gingen.Man Hess sich dasselbe testamentarisch vermachen odervom Kaiser als heimgestorbenes Wappen in aller Formverleihen.
K. Friedrich bessert zu Rom 3. April 1452 demJörg Obtacher, kaiserl. Truchsess, den er auf derTiberbrücke zum Ritter geschlagen hat, und seinenVettern Benedict, Michael und Hans Obtacher ihr Wap-pen mit einer goldenen Krone auf dem Helm; auchverleiht er ihnen das ledig gewordene Wappen derKymberger (deren Erbgüter an die Obtacher gekommensindi ebenfalls mit Hinzufügung einer goldenen Kroneauf dem Helme. 2 )
Wappen der Obdacher: „Einen Schilde mit einemplawen himelvarben oder zaphyren velde, vnd darinneinen weifsen perlen oder silbrinvarben flügel, vnd da-ran ain ende mit einem yseu hantschuch haltende einswert gestalt zum slage. vnd vff dem schilde einenheim vnd darauif weifse vffgestreckte flügel mit demswerte "
Wappen der Kymperger: „Einen schilde getei-let von vnden vf zwerg in die eine ecke des Schildesmit rotter vnd weisser varben vnd darinn einen sternhalb weifser vnd halb roter varben vnd vf dem schildeein heim vnd darauf flügele rotter vnd weifser warben,vnd darinn einen steren halb weisz vnd halb rott ge-teilet, als in dem schilde."
Am 11. Aug. 1463 wurde Truchsess Eberhard vonWaldburg zum Grafen von Sonnenberg erhoben undihm samt seinen Nachfolgern gestattet, „dass Sy die-selben Wappen vnd Cleinete (.von Sonnenberg) zusamtIrem erblichen Wappen vnd Cleineten beieinander ineinem quartierten Schild oder jedes beson-der" haben sollen 8 ).
K Friedrich ändert und bessert durch Diplom d. d.Neustadt 6. Aug. 1464 das Wappen der Brüder Leo-pold, Christoph, Bernhard, Wolfgang, Wilhelm, Adrianund Achaz von Wehing und verleiht ihnen folgendesWappen von Neuem:
„ein quartirteu schilt das vorder ober vnd vnderhinterteil vberegk plaw in yedem teil vber zwirichweisz Sparren, die ander zway teil des Schildes rotevnd auch in yedem teil ein manspilde on fuess beclai-det in plaw aus ainer goldfarben crone entpringendehabende in der rechten hand ain goldfarb scepter vndauf seinem hawpp ein perlin Crantz mit dreyen sittich-federn vnd auf dem schilde zwen Turnerhelm, dervorder mit einer weissen vnd plawen helmdekchen, da-rauf ein goldfarbe cron mit einer zwifachen plawenflügel gelben flinderlin vnd weissen sparren vberzwirichdann der hinder thurnerhelm mit einer roten vnd blawenhelmdekchen vnd einer guidein crone darauf getzirtentspringende auch ein manszpild gleich mit den clei-netn vnd färben geschikchet als in dem schilde."
1) Stammenbuch II, 409.
2) Wie die folgenden Notizen (soweit nicht andersangegeben), ans Chmel, reg. Frid.
3) Matthäus v. Pappenheim, Chronik der Truch-sessen von Waldburg II. Theil (Nachträge) Kempten1785 S. 139 ff.
Friedrich v. Fleckenstein zu Mademburg, Herr zuDagstul erhielt am 22. Septbr. 1467 bei seiner Erheb-ung in den Freiherrnstand das Recht, die WappenFleckenstein und Dagstul zu quadriren und im Herz-schild das Wappen weiland der Herren von Brugke zuführen 4 ).
K. -Friedrich verleiht zu Graetz am 21. Aug. 1469dem Wernczlein Vierding und seinen ehelichen Leibes-erben zwei Wappen.
„Mit namen einen fchild geteilt nach der lenge abhalber gelb vnd das annder halb teil fwarcz vnd indemselben ganczen fchilde ein lilien auch halb nachder lenge ab gelb vnd das ander halb teil fwarcz ver-wechselt in den färben des fchildes, dann auf demfchilde einen helme getziret mit einer fwarczen vndgelben helmdecken, darauf ein zwifach aufgetan flügelauch mit einer lilien wie die von färben geschiket vndausgeftrichen als in dem fchilde. die im NiclasGropp fein fweher als der leczte des namenvnd stamen vergönnet, hab vnd das anderWappen mit namen einen fchilde geteilet nach derlenge ab halber teil goldfarb darinn vnden ein ringvon lafurfarben der ander halb teil des fchildes vonlasur darinn auch vnden ein goldfar ryng vnd oben inbeden teilen des Schildes auch ain ryng halber goldfarvnd halber von lasur verwechselt in des Schildes färbenvnd auf dem fchilde einen helme getzicret mit einerhelmedecken von golde vnd lasurfarben, darauf eingraw manszprustpüd becleidet nach der lenge ab mitdreyen knöpfen beder färben die recht feitten von lasurmit aufgeworffem arme vnd in der hande einen güldenrynge die ander seittn goldfar mit vndergestracktenarme habende in der hande einen ryng von lafur vndauf feinem haupte ein gülden crone darumb ein flie-gende pinden" (ut in forma meliori).
Er gestattet zu Augsburg 21. Mai 1473 demWolfgang von Paraberg zu Uttendoff, dessenMutter Benigna Grenns die letzte ihresStammes war, das Wappen der ausgestorbenenGrennse nebst dem eigenen zuführen; ihm undseinen ehelichen Leibeserbeu oder in deren Ermangel-ung anderen Nachkommen von Parsperg, die Uttendorfinne haben werden (in forma meliori):
„M. n. e. f. gleich in der mitte vbereck geteilt, dasvnderteil von rubin vnd das ober perlin, in yedemteil vberegk ein leisten verwechselt mit des fchildesfärben. Vnd den heim geziret mit einer helmedeckenvon rubin vnd perlin, darauf in einer guideinoder goldfarben kröne ein aufgetan flug vndenvnd oben von leistn vnd färben gleich vberegk aussge-teilt als in dem fchilde."
K. Friedrich verleiht zu Wien 7. Juni 1480 Sigmundund Heinrich den Prüschencken, Gebrüdern, die Frey-und Panier-Herrn-Würde:
„Ihne auch sambt Ihren Wappen vnd Cleinoten,die von ihren vorvordern auf fie kommen, und der fiebifsher in ubung und gebrauch gewesen sein, diesehernach geschriben Wappen und cleinote: nemlich einenrothen fchild, gehend auss dem hindern Theil desselbenSchilds ein hand irer natürlichen Färb mit weifser Kley-dung habend ein turnier kolben zu dem ftreioh ge-fchickt, und auf dem fchild ein heim geziehret miteiner rothen vnd weifsen helmdecken, stehend daraufauch ein hand mit färben und einen kolben als in demfchild, so weyland Andree und Mertt Rheiehenecker,ritter, die von einen adelichen ftand und herkommenund von der mutter ihr nechst gefipte Freund, undohne ehelich erben mit tod abgangen seyn, bifsher ge-
4) Schilter, Script, rer. germ. S. 290 ff.