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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 3.

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Er fragte, wie der Traum wohl war'?Da sagt' ich von dem Garten her,Vom wunderbar und schönem Blüh'nVon Fräulein und dem Vogel kühn;In einer kurzen Summ' all' Ding.Der Persifant sprach zu mir flink:Komm', ich zeig' dir den Garten gleich.Ein' Stadt liegt im Römischen Reich,Dieselb' 'neu schwarzen Adler führetMit roth und weiss fein dividiretIst ganz ähnlich deinem Gesicht (Traumbild).u. s. w.In demselben Geschmacke ist ein Lobspruch desMichel Bekeim i) auf das Wappen Oesterreich gehalten:Ain schöner edler würze gartdurchsprengt mit roten rosen zart,die stet gar unverhelzet;da mitten durch hot sich geschartain weisser pach auf sneller vart,der sich da durch her welzet:im garten wart gepelzetain edler pöm von hoher artmit schonen esten er da wartumb geben schon geschetzet

den garten tun ich euch pekant,

Oesterreich so ist er genannt,

die roten rosen seine

den reichtum in demselben land

von rotem gold, so mancherhand

getrait und dar zu weine

das da die voll' ist scheine

der weisse pach, als ich verstand

ist die Tunaw mit irem Strand,

da auf das lant kümt eine

vil weissen silbers, wert manch som;die rosen do des wassers strömdurchrint mit snellen hürsten,ist des landes wapen mit nomauch deuten die est und der pömdes lands regirnden fürsten u. s. w.Martin Opitz hat folgende Distichen eines unbe-kannten Dichters aufbewahrt:

In Insignia Austriaca.Austriacus gemino distinguitur urabo coloreAlbicat hinc niveus, purpurat inde rubet.Expressere istum nimirum bella ruborem:Sparfere optatam parta trophaea nivemVivite concordes per secula mille colores

Alternate pias et fine fraude, vices.Biohabet in clipeo Probitas quod diligat istoSic etiam Improbitas quod vereatur habet.Opitz 2) gi e bt folgende Uebersetzung:Auff das Oesterreichische Wappen:gwei Farben hat der Schild von Oesterreich mit fleißgw dieses Feldt ist roht vnd jenes Feldt ist weißj-> n ron * darinnen steht das ist erpreßt von KriegenTh ^ eiß aarinnen steht, das ist erlangt von Siegenwr Farben, nun verbleibt beysammen jederzeit,s Verbleibt vnd wechfelt vmb, doch mit GerechtigkeitSo h *^ e ^ rew hier stets des Schilds sich zu frewenhat die Untrew auch stets darvor zu fchewen.Zum Schlüsse will ich noch das Liebeslied eines

tr. *) Mone im Anzeiger für Kunde der deutschen

Iw Jahr »- < 1836 > s - 51 f -tum m artin Opitz), florilegium variorum epigramma-con art - Opitivs ex vetustis ac recentioribus poetisngessit et versibus Germanicis reddidit Francof. 1644Vorrede 1638)

mittelalterlichen Heraldikers, das einzig in seiner Artist, hier folgen lassen.

In dem Liederbuche der Clara Hätelerin (Augs-burg 1470) kommt ein Lied vor, mit der Ueberschrift:Wie ainer sein fräd wolt begraben." Der Anfang des-selben lautet:

Guldin ob allen frawen clüg

Glantz vnd schön, mer dann gnüg

Clüger dann ye ein mensch ward,

Ain wünsch ob allen frawen zart

Durch glentzet vnd durchfchymmert.6 Vff dich hab ich gezymmbert

Meiner fräden gewelb;

Dich haben on ain felb

Und auch on wandeis narb10 Beleuchten dich die sechs varb

Die will ich hie visiern.

Gar weiblich gloriern

Recht in deines antlütz fchilt

Wann sy sind darein gezilt.15 In deines antlutz form,

Der selben varb norm

Beleuchten dich mit allem fleiss

Parillen vnd perlin weiß

Damit bist durch florieret20 Vnd nach wünsch gezieret.

Des edeln fchilts glantzes vel

Ist auch darzü fo recht hei

Das es nit künd fein geletter

Darein gesträet rofen pletter.25 Recht als Alabaster

Vnd von Rubein ain pflaster

Sey maisterlich gemachet

Damit fo ist besachet

Der fchilt mit fpehem fynn,30 Adle reuerfz daryun,

Prynnt fewr von Agramatein

Vnd von glestem Rubein

Ir mündlin fchon durch prehet

Das hat fo gar durch wähet35 Gottes vernufft. prisant

Daran 0 ftatt von Diemant

Pillungs ain wenig verrenckt

Gar maisterlich versenckt

Zu dain Aberan40 Ob den äugen grau

Die stand fo wol gefchicket

Das man kaum erplicket

Von Safir ciain geäder

Das durch ir dünnes leder.

45 Sich in des fchildes ecken

Latt ain wenig erplecken

Das man es kaum erkeüset.

Der fchilt vbörheüfet,

Ir har, das ist gestellet füfz50 Galber dann Dyopasius

Vnd geleicht strengen von gold

Getriuflet manig dold

Vff diesem fchilt fledert

Durch prochen vnd durch ädert55 Statt von Jacincten vein

Vnd von Schmaraggten fchein

Ain fchappel daruff durch fchönet

Damit ist der fchilt durch krönet

Darynn verpildet Tracken

60 Mit perlen vfz den nackenClymmet manig vingerleinDer vein vnd edel ftain RubeinSich darynn verwyrretGeschliffen vnd polieret