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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik, m. 3.

ist jenes beissende Epigramm auf die Caesarini, wel-ches ein auf den Glanz der Familie Neidischer im16. Jahrhundert verfasst haben mag:Redde aquilam Imperio, atque Columnis redde columnamUrsinis ursum, sola catena tua est.

Die Caesarini führten folgendes Wappen: im g.

Felde eine Säule, an welcher ein # Bär mit einer Kette

festgebunden ist. lieber der Säule schwebt ein ff Adler.

Bin ähnliches Epigramm wurde auf das Wappen

der Stadt Genf gemacht:

Clavem aquilamque gerit, duplex insigne Geneva

Illud Papatus, hoc habet ImperiiHoc insigne tuum quo jure, Geneva tenebisSi repetat clavem Roma, Rudolphus avem?Weniger scharf zugespitzt ist das folgende, vonKnipschüt mitgetheilte Distichon auf ein Wappen miteinem Thurme:Ardua quid vacuas turris, quae surgit in auras ?In clypeis fortes fortia signa decent.v. Fliessenhausen (Kais. Wappenregal S. 12) erzählt:Und fällt mir hierbey ein, was vor weniger Zeitein gelehrter Graf, da er in Verrichtung seines Königsdurch ein Dorff reisete, und daselbst in der Kircheneiner neuen Bohr-Kirche gewahr wurde, welche Ihmder ISchösser des Orths, der eines Müllers Sohn war,hatte bauen, und daran sein Bildnus im RömischenHabit, sambt einem prächtigen Helm-Wappen mahlenlassen, dem unbefugten Wappenträger zum Spott innachfolgenden Reimen darzu geschrieben:Wer hat dich denn zu Schild und Helm erhoben?

Du selbst, ein Narr, das ist gewisslich wahr!Drum ist der Sturm-Hut dir gar sehr bestoben

Von Mühlstaub, Spreuen, Sand und Esels-Haar.Ach streich doch aus das Rollwerk auff der Seiten,

Und ziere dich mit einem Flederwisch!Du darffst doch nicht im Carasell mit reiten,Dein Schild und Helm ist ja der Schreibe-Tisch.

Auf der anderen Seite stehen die Lob- oder wohl-gemeinten Lieder auf bestimmte Wappen.Die Zimmerische Chronik erzählt:Es hat der Balthasar vom Buchel, ain edelman imland zu Schwaben, vil gemainsame mit herr Johanns Wern-hern (v. Zimmern) dem eitern gehapt, auch im vil gereimp-ter brief geschriben, und dargegen herr Johanns Wernherim auch. Under andern reimen aber, die bemelterBalthasar disem herr zu lob gemacht, das sein die her-nach vollende, darin er Balthasar, das zimbrisch Wap-pen, schilt und heim beschreibt und besagts freiherrennammen und titel in den vordersten buchstaben begreift:Izo heb ich sein namen und wappen anOb ich das also recht gesagen kan;Hie leucht schilt und heim und das krayirAn dem stand leichter färben fier,Nach wünsch daran gelegt mit vleissSchön blaw, göl, rot und auch das weiss,Wann ich den schilt heb an daEr leuchtet ain ganze veldung bla,Recht nach saftir und himmelfar.Nur lugend uf und nemend war,Herschrocken und fraislich er stat,Ein bleckter leo, der ain Streitaxt hat,Recht als ob er schlagen wellt,Forchtsam als Seifrid der heldt,Rot sol der axen stil sein,Jedoch liecht als ein rubein.Hievornen, da sie schneidet alle,Erscheinet sie weiss als ein cristalle.Recht gel der leo wegen soll;Zu dem geleicht der jagzink wol

Über den rucken sein Schwanz strecken,

Ortshalb mit raidem har lecken.

Zung, clow und in oren

Itel rot und zorniglich geboren.

Maisterlich soll uf dem schilte sin

BeschaWhelm, weiss, silberin.

Erst sag ich von dem zimber stille,

Rotfarb als ain corylle.

Noch soll uf dem heim ain hirsshals »ton

Und ain gehurn mit zwelf enden hon,

Nit anders, dan gel oder guldin,

Des soll des gehürns färb sein.

Heret von der helmdecke sagen,

Es werd gefurt oder getragen

Rot und gel soll sie wesen,

Zerschniten und zerfesen.

Über das wappen steck ich ain zil.

0 Jesu, hilf uns armen vil;

Maria thu dein hilf und schein

Ewigclich vor helle pein;

Erwirb uns armen gnad,

Setz uns in den hechsten gradt;

Königin aller eren wert,

Im himmel und uf erdt

Rufen dich alle Cristen an

Christ, der Schöpfer lobesan

Hat dir ie nichts versagt

Er halt dich, muter und raagt;

Tröste uns in der letsten zeit,

Cum uns zu hilf in dottes streit.

Erst will ich mich letzen,

Terst ich mein mainung setzen;

Es wer villeucht nit iedem schimpf,

Recht heren mit glimpf;

Ainer möcht vileucht sprechen quaret

Datum sag ich uf letare.

Es wurt vil verantwurt mit schweigen.

Recht und billich soll man neigen

Ewigclichen der driefalt.

Lass das endt sein, do man zalt

Tausen und noch vierhundert,

Es werden wol besonder,

Rieht noch zwai mit namen

Redent alle sament amen.

In der Mache der alten Heroldslieder erzählt HansSachs in seinem Lebspruch auf Nürnberg folgendenTraum:

Vor kurzen Tagen ich spaziert

Bey grünem Holze umreviert

Zu schauen an des Maien Wonn'

Mit heifsexn Glänzen schien die Sonn',

Der ich entwich hin in das Holz.Der Dichter kommt zu einem Brunnen, legt sichbei demselben nieder und erblickt im Traum einenRosengarten:

In einem Rosenbusch gar dick

Ein wunderschöner Vogel war

Als ein Adler geformet gar,

Kohlschwarz, der hat allda gehecket.

Sein' linke Seit' war ihm bedecket

Mit lichten Rosen roth und weiss

Fein eingetheilt mit allem Fleiss;

Sein Stimme gleich war einem Engel

Im Augenblick ward ich erwecketVon einem alten Persifant;Derselbig' bey dem Brünnlein stand.Ich sprach:ach! warum hast du michGewecket also trutziglich?Aus meinem übersttssen Traum,Dergleich ich mag erzählen kaum."