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Geschichte der Heraldik. III. 2.
einen mit derLaubkrone bedeckten, gespaltenenSchild, vorn die altungarischen «triebe, hinten denLöwen. Schildhalter sind zwei Raben. Üben und unten,rechts und links stehen, grösstentheils in den Randhinaus gerückt, vier Schilde: 1. Oesterreich, 2. Schle-sien, 3. Mähren, 4. Luxemburg. Die Umschrift lautet:Ladislaus : dei : gracia : hungarie : et : bohemie : tc: rex. Das Siegel hängt an einer Urkunde d. d. Wien26. Üctob. 1455. ')
No. 491.
In seinem Majestätssiegel und zwar auf der Kehr-seite führte derselbe König sieben (2, 3, 2) Schilde; dermittelste (Oesterreich) ist gerade gestellt, die anderennach innen gelehnt. Die beiden obersten Schilde (Un-garn und Böhmen) überhöht eine mit Bügeln hoch-geschlossene Krone.
Siegel des Königs Georg (von Podiebrad) von Böh-men 1458—1471.2)
No. 492.
1) Aus den Mittheilungen der k. k. Centralcommis-sion für Baudenkinale Bd. XIV S. 200. — Das Clicb.6verdanke ich der Güte Sr. Excellenz des Freiherrn v.Belfert.
2) Aus den Mittheilungen der k. k. Centralcommis-
In der Mitte Böhmen, zwischen Schlesien und einemLöwenschild (Luxenburgi, oben Mähren, unten Nieder-lausitz.
Im Grünenberg'schen Wappenbuche lässt sich fol-gendes System der Rangabzeichen erkennen:
No. 493.
■ ga^kittjg g'
f^v^vwi.
1. a. u. b. sind königliche Kronen.
2. Der Herzogshut von blauem oder rothemStoff mit Hermelinaufschlag; oben in der Mitte einKnopf.
3. Dieses seltsame Rangabzeichen giebt er einigenexotischen Grafen, wobeier jedoch folgende Erläuterunghinzufügt: 3* em cs iß 3 U n»ifcn, 03 bis fünf fiing Sto>fen an afia rmb (Eartavia unb haint gehört tmber ben pat<ttiardjcn non cmtb.yodjia, tmb burch bes Solbati tmgnab,bat er 3 n J r n) ' r ' ) genommen vnb fie graufen gemacht.
Die auf das Eck des Schildes gestülpte Laubkronesoll also keineswegs ein gräfliches Rangabzeichen dar-stellen.
Unter allen herzoglichen Häusern Deutschlandshatte damals das Erzhaus Oesterreich das Vorrecht aufeinen besonders geformten Hut, den wir hier nach Grü-nenberg abbilden.
No. 494.
Das Charakteristische dieses Hutes ist der mitdem Reichsapfel besetzte Bügel, der sonst nur könig-lichen Kronen eigen ist.
Erzherzog Sigismund von Oesterreich führt 1450ein kleines Siegel mit dem Schild Tyrol, welcher mitdem erz herzoglichen Hute (mit einem Bügel da-rauf ein Kreuzchen) bedeckt ist. 3 )
Erzherzog Albreeht VI. führt 1462 einen von zweiPanthern gehaltenen quadrirteu Schild mit Herzschild(Oesterreich) 1. Alt-Oesterreich, 2. Steier, 3. Kärnthen,4. Tyrol. Auf dem Schilde ruht der erzherzogliche Hut.
Die übrigen Herzogshüte sind dieselben, welchespäter von einzelnen Schriftstellern, so namentlich vonSchumacher als Kurhüte bezeichnet werden. DieserSchriftsteller sagt 1694:
sion in Wien 1883. S. 62. — Das Cliche verdanke ichder Güte Sr. Excellenz des Freiherrn v. Helfert.3) Sava, Regentensiegel S. 134.