Geschichte der Heraldik. III. 2.
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fchildes ein weisse leisten, darinn neheneinander dreyrot rosen vnd ze vndrist vnd obrist in yedein teile des-selben fchildes ein gelber oder goldfarber fterne vndauf dem fchilde ein heim geczirt mit einer gelben vndblawen helmdecken, darauf zway puffen hörner vndin yedem über zwirich ein weisse leisten mit rotenrofen gefehikt als in dem fchilte vnd zwil'chen den hör-ner ein gelber oder goldfarber sterne."
Anderes Hornvieh, als der Büffel, contribuirt nurm geringem Masse zum Schmucke des Helms. Nur inzwei Fällen (in denen durch das Wappenbild eineRichtschnur nicht gegeben war) habe ich andere Hörnergefunden.
^ Wappenbrief v. 1465 (s. d. e. 1.) für Ludwig v.•jottersvelde.
„Mit namen ein Schilde getailet nach der zwireichder vnndter taile rotte darinne ein weisser opii vnd derOberteil des Schildes weisz mit zwain roten opphelnebeneinander vnd auf dem Schilde ein heim mit einerroten vnd weissen helmdekcherJ getzieret, darauf zwayst einpökch hörn er ains rot das das annder weiszstekchende oben in yedem hörn ein puseh vonswartzn hannenfedern".
Wappenbrief d. d. Wien 1. Octob. 1471 für N. N.(der Käme fehlt im Concept).
„M. n. e. f. geteilt nach der leng ab halber gelbvnd das ander teil swarcz vnd vnden in grünt desselbenschilts vber zwirich ein weyfs mawr mit dreyen zynnenvnd irn fchiessvensterlein, daraus entspringende in demganczn fchilt ein verwappenter harnal'clifarber auffge-Worffner rechte) 1 mannsarm habende in der band einblofs swert derselben farbn in gelb gefasset gefchicktzu dem flage, vnd den heim getzirt mit einer fwarcznv nd gelben helmedecken darauf zwei ellchenhorner,ynd dazwifchen auch ein solcher gewappenter arm alsin dem fchilt".
Hie letzte Gruppe beliebter Kleinode bilden mensch -liehe Rumpffiguren, die jedoch hier nur in so weit inBetracht kommen, als sie nicht dem Schilde entlehntsind.
_ Die verschiedensten Nationalitäten, Mohren, Türken,Weiden müssen es sich gefallen lassen, den Helm desdeutschen Wappengenossen zu schmücken. Es erschei-nen Jungfrauen, Jünglinge und alte Männer (jedoch«eine alten Frauen), Krieger, Jäger, Bauern u. s. w.
. Wappenbrief d. d. Nieder-Baden, Juli 1473 für«einrieb, von Bettwiler.
»M. n. e. blähen fchilde darinne vbereinander gesla-geii ZW011 we ; RS aicheni stamen yeder mit zweyen ab-gelchrotcn esstlin vnd dreyen pletem. Vnd den heimgezirt mit einer plaben vnd weissen helmedeckhen,Qarauf ein junckfrawen pild on füss mit gelbemniegendem harein blab becleidet, haltende vnder yedemar me auch einen solhn stame als in dem fchilde".
.Wappenbrief d. d. Born, 22. März 1452 für ClausKreidenweis
»Mit namen einen schilt geteilt über zwirch vnden™t vnd obn plab, habend in dem plaben teile einenjeissen zwickel mit einem roten sterne vnd in demvnaern roten teil ainen weifsen Stern, gelich vnder den"Dern gestellet vnd einen heim geeziret mit einer roten!?" weissn helmdeck habunde darauf ein brustbildeins jungn mannes sein hauet geerönet steigund aws derJone mit einem gupphe eines heydnuschn huttes für«cn gebogen geklaidet vnd geteilt vber zwirich mitvarbn vnd sterne gleich als in dem Schild".
Wappenbrief d. d. Neustadt 19. Decbr. 1465 für diewebrüder Sigmund und Hans Startzheimer.soh • namen einen gelben schilt darinn ein mer-J-uwein seiner natürlichen varbeu vbersich gekeret vnd* u «em lauff geschikchet vnd auf dem Schilde einen
helme geeziert mit einer gelbeu vnd swartzen helme-dekchen darauf ein rauch swartzes wildes mans-pilde an fuesz habende in seinen beiden hennden vndvnder dem gerechten arme ein sweinspisz mit einemgelben Schaft zu dem stich geschikcht vnd vmb seinhanbte ein gelbe fliegende pynden."
Wappenbrief d. d. Neustadt 6. Juli 1472 für Lud-wig Seiler.
„M. n. e. fchilde, nach der leng in der mitte abge-teilt das Vorderteil gelb vnd das hinder plab, vnd indem yczgcnanntii plaben teil drei gelb stern nachein-ander vnd auf dem Schilde einen helme geczirt miteiner mit einer gelbn vnd plaben helmedeckhn entsprin-gend daraus auf dem helme ein gelb parttel nians-prustpild becleidet nach des schilts farbn vnd auchdrey steril in dem blaben teil. nach der lenng nach-einander on arm sein haubt bedackt mit einem blähenhut, mit einem gelbn vberstulp".
6. Capitel.Die Hüte und Kronen.
Die alte Laubkrone, soweit sie nicht einen Bestand-teil des Helmschinucks bildet und abgesehen von demsehr vereinzelt vorkommenden Gebrauche derselben inDamensiegeln 1 ) an Stelle des Helmes, war bisher einAttribut der königlichen Würde und als solches demWappenwesen fremd geblieben. Im 15. Jahrhundert 2 )wird es nun mehr und mehr Mode, in königlichen Sie-geln und anderen Wappendarstellungen den Schild unterFortlassung des Helmes mit der Laubkrone zu bedecken,
Ladislaus Posthumus (geb. 1440 f 1457), Sohn desHerzogs Albert V. von Oesterreich und der Elisabeth,Tochter Kaiser Sigismunds führte in einem seiner Siegel
1) Vergl. S. 302 u. 303.
2) Als Curiosuin sei folgende Auslassung des heral-dischen Schriftstellers Jimgendres hier mitgeteilt:
„Dass auch die Cronen eher, als die Helme, aufdie Schilde gesetzt worden, versichert mich eine alteKupfermüntz, auf deren einen Seiten das Brustbild einesKönigs in voller Rüstung mit dem Helm auf dem Haupt,und einer Streitaxt in der rechten Hand, auf der andernSeite aber ein quadrirter Schild worinnen allerhandBerg-Wercks Instrumenta, als in dem ersten Feld dreyStoss-Eisen, in dem andern drey Schlägel, in dem drittendrey Zangen und in dem vierten drei Hämmer zu sehen.Auf dem Schild liegt eine Crone, die aber viel kleinerist, als es die Proportion des Schildes erforderte. ZurKechten derselben stehet der Buchstaben AV. und zurLinken der Buchstaben K. Ich kan in parte aversanicht alle Buchstaben mehr erkennen; doch kommt esmir sehr wahrscheinlich vor, dass dergleichen Müntzentweder König Wilke der I. oder IL oder einer vonden Wendischen Königen schlagen lassen, weil auf er-meldtem .Avers: Wut * W . . . Bv . . stehet: Esmögte aber nun seyn, welcher es wolte, so wäre dochso viel daraus abz unehmen, dass dieser Gebrauch,die Cronen auf die Schilde zu setzen lange vor Ca-roli M. Zeiten und bald nach Christi Geburtbeliebt worden; wiewol es scheinet, dass nur dazu-mal die Könige sich dergleichen bedient haben, undkan mich nicht irren, dass die Buchstaben DV . .so viel als Dux heissen sollen, weil bekannt, dass ehe-dessen Kex und Dux promiscue genomen worden, unddas auf dem Revers stehende K. genugsam anzeigt, fürwem der auf dem Avers durch das Brust-Bild Vorge-stellte wolle gehalten seyn."