Geschichte der Heraldik. III. 2.
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„M. n. e. fwarczen f. darinne in mitte ein gelbeMüden zu dem lauff gefchickt vnd gelffunder zungen,vnd auf dem fchilde einen helme geczirt mit einerfwarczen helmdecken darauf ein gewunden fliegendepinden fwarcz vnd gelb entfpringende daraus ein pufchvon fwarczn strauf senfedern ."
Ein nicht näher bezeichneter Federbusch :
Wappenbrief d. d. Neustadt 26. Febr. 1466 fürMatthäus Kuchelin.
„Mit namen einen blaweu schilde darinn ein krenichsteende seiner natürlichen färben vnd auf dem schildeeinen helme getzieret mit einer gelben vnd blawenhelmendekchen darauf ein federbusch halber blaw vndder ander halb teil gelb."
Zwei Pfauenfedern in Verbindung mit einem Theiledes Wappenthiers:
Wappenbrief d. d. Trier 4. Octob. 1473 für Girmontv. Erfelden.
„M. n. e. himelfarbn schilde, darinne in mittevberzwirich ein gelbs eingehurn zu dem lauff gefchicktvnd auf dem fchild einen helme gezieret mit einer pla-nen vnd gelben helmendeckhn , darauf zwifchen zweienpfabnfedern pufchn ein gelbs eingehurn hören."
Die beiden Hauptgruppen der Helmkleinode bildendie Flügel und die Büffelhörner. Die ausserordentliche Beliebtheit der Flügel erklärt^ch hauptsächlich durch den Umstand, dass sie dieGesammt-Darstellung abrunden und derselben nach obenhin einen guten Abschluss geben. Die Flügel bequemen«eh mit Leichtigkeit iedem ästhetischen Bedürfnisse an,während eine grosse Zahl von Figuren, wenn sie schlankauf den Helm hingestellt werden, demselben ein kahlesAussehen geben, — ein Fehler, der sich durch den Auf-bau der Helmdecken bei modernen Wappen schwer ver-kleiden lässt.
Gerade diese Sachlage erzeugte eine Gefahr: dashinlenken in das Fahrwasser der Schablone.
. Der Flügel oder Doppelflug ist in der Regel Hülfs-kleinod, doch kommt er auch — wenn gleich sehr sel-ten — als selbstständiger Helmschmuck, in seiner frühe-ren Bedeutung vor.
Zweimal finden wir noch den echten alten, mit*littern bestreuten Flügel.
Wappenbrief d. d. Neustadt 13. Decbr. 1466 fürMichael Schönsperger.
»Mit namen einen fchilde getailet nach der lenngeQas vorder halb teil gelb vnd das hinder teil swartzvnd in dem gründe des fchildes ein dreyegkat perg auchlern schilde nach geteilet vnd verwechselt in des-selben Schildes färben swarcz in gelb vndSelb in swarcz der mitter perg mit einer goldfarbencrpne gekrönet vnd auf dem schilde einen helme gecziertmit einer gelben vnd fwarczen helmdecken, darauf zwoau fgetan flügel gegen einander die ein gelbemi t cwarczen flinderlin vnd die ander flügelswarcz mit gelben flinderlin."
., „Wappenbrief d d. Neustadt 26. Juni 1472 für Ber-T "old und Georg Thumb.
M. n. e. gelben fchilde, darinne in grund ein drei-egketter fwarczer berg steende auf dem mittern teilues bergs ein fchäffittl oder ewle seiner naturlichn«pabn färben vnd den fchilde (so) geziret mit einerswarczn vnd gelbn helmedeckhn vnd einer pindn ycz-gemellter varbn. Darauf ein goldfarb crone ent-springende daraus z w o aufgetan fluge, vberzwirichgeteilt vnden swarcz mit gelbn klepletterlinjnd oben gelb mit fwarczn kleplettlin ge-pr enget, steende dazwischen auch ein schaffitteloder ewl."
. . Die nächstbeste Form des Flügelkleinods ist die-q i-?f' welche sich auf die Wiedergabe der Farben desSchildes beschränkt:
Wappenbrief d. d. Graetz 17. Novbr. 1455 für Hein-rich Erelbach.
„Mit namen einen gelben oder goldfarben schildemit einem swartzen wasserfluss vberegk vnd in mittedesselbn wasserflusz ein rotter stern, darauff ein heimmit einer gelben vnd swartzen helmdeck getzierdt vndauff dem helme zwo auszgespannen flüge ein von swar-czer vnd die ander von gelber färben."
Wappenbrief d. d. Regensburg 19. Juni 1471 fürHeinrich v. Estel, seinen Vater Gerhard und seinenBruder Gerhard v. Estel dem Jüngere.n:
„M. n. e. f. gleich in der mitte nach der leng ab-geteilt bede teil weisz das vorder teil mit dreyenswarczn leistn vberegk ausgestrichen vnd in dem hin-dern ein fwarcze adlersfluge vnder fich gekeret vndden heim gezirt mit einer fwarczn vnd weifsen helme-deckhn darauf in einer fwarczn vnd weifsen gewundenfliegenden binden zwo aufgetan flug eine fwarczdie annder weifs."
Wappenbrief d. d. Neustadt 22. Aug. 1465 für Hansund Jacob Wiser:
„Mit namen einen plawen schilt darinn in dem gründezwen dreyegket perge der vnder grafarb vjul der anderswarcz darhinder auf entspringende ein dritteil mon-scheins seiner natürlichen goldfarben vnd auf dein schildeeinen helme getziert mit einer gelben blawen vnd swar-tzen helmedekchen, darauf ein zwifach aufgetan flügelin drey teil vberzwirich geteilet von vnden auf swarczgelb vnd blaw."
In der ganz überwiegenden Zahl von Wappen istder Flügel ein reines und zugleich das beliebteste Hülfs-kleinod geworden. Es scheint geradezu eine Modesachegewesen zu sein, derartige Kleinode zu tragen.
Ich gehe nicht so weit, den Flügel als Hülfskleinodgeradezu zu verwerfen. Derselbe ist in seiner neuerenForm, die für figürliche Darstellungen eine grössereFläche bietet, wohl geeignet, als Hülfskleinod zu dienen.Nur hätte diese Verwendung nicht zur Regel erhobenwerden, sondern auf diejenigen Fälle beschränkt bleibensollen, wo ein anderes Auskunftsmittel sich nicht dar-bietet.
Ganz berechtigt ist beispielsweise das Hülfskleinodin folgenden Fällen.
Wappenbrief d. d. Wien 30. Septbr. 1471 für Jo-hannes Schurger und dessen Brüder Hans und Andreas.
„M. n. e. fch. geteilt in drey teil, das vndrist vndoberst teil swarcz vnd das mitter teil goldfarb vnd indem vorgemeltn vndristn teil drey gelb zwickhl neben-einander kerende die spicz vher sich auf bis an denmittern gelbn teil des fchilts. Vnd den heim gezirt miteiner gelbn vnd swarczn helmdeckn, darauf ein zwifachaufgetan fluge, auch in drei teil vnd vnden mit dreyenzwickein alles ausgeteilt vnd von farbn gefchickt alsin dem fchilt."
Der Schild enthält ein reines Heroldsbild : in Schwarzüber drei goldenen Spitzen ein goldener Balken.
Wappenbrief d. d. Graetz 10. Nov. 1466 für ConradDerrer.
„Mit namen einen roten fchilt vnd vber zwirichs einweisse leisten steende darinn drey rot lylien neben-einander vnd auf dem fchilt einen helme getzirt miteiner roten vnd weissen helmdecken, darauf ein rotezwifach aufgetane flug auch mit einer weissen leistenvnd roten lylien gefchikcht als in dem fchilde "
In dem folgenden Falle ist der Flügel zwar auchHülfskleinod, jedoch ist der Eindruck des Schablonen-haften durch einen Zusatz vermieden: der Doppelflugsteht auf einem Greifenfuss.
Wappenbrief von 1465 (s. d. e. 1) für Heinrich,Wilhelm und Asmus Zayssinger.
„Mit namen einen Schilde aus dem obern hindernteyl vberegk geteilet, das vnderteil weisz vnd das vorder-