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Geschichte der Heraldik. III. 2.
auf dem schilde einen helme getzirt mit einer gelbenvnd blawen hehndecken, darauf ein gewundn fliegendegelbe pinden entspringende daraus zwen aufgeworffenmenschenarme becleidet in blaw, habende zu obristauch einen gelben fterne."
Wappenbrief d. d, Wien 30. Decbr. 1471 für dieGebrüder Jörg, Leonhard und Hans die Lang seysen.
„M. n. e. fwarczen fchilde darinn vberegk ein gelboder goldfarben leistn mit dreyen glüenden hufeysen,die Stollen abwartz kerennde, vnd auf dem fchildeeinen helme geziert mit einer fwarczn vnd gelbn odergoldfarben helmdecken, darauf in einer fwarczen vndgelben oder goldfarben gewunden fliegenden bindnzwen gebogen arme in fwarcz vnd gelb becleidet,das vnder vnd das mitter gelb oder goldfarb , habendein beiden Iplossen hennden bey Stollen jauch ein glu-ends hufeysen, vnd yeder ermel mit dreyen gelben odergoldfarben kneuffeln."
Einmal kommt ein Kissen als verschönernder Zu-satz vor:
Wappenbrief d. d. Graetz 20. Juli 1469, für HannsWintter.
„M. n. e. f. geteilt nach der lennge ab das vorderhalb theil gelb vnd das hinder halb teil weis in jedemderselbn teile ein fwarczes steinpockhorne die spiczevbersich in die ecke des fchildes kerende vnd auf demfchilde einen helme geczirt mit einer gelben vndfwarczen helmdekche darauf ein gelb küsse mit knöpfenan den örtern vnd auf demselben küsse steende neben-einander auch zway fwarcze stainbockhörner die fpiczevbersich gekeret als in dem fchilde."
Nicht selten steht der Helmschmuck in gar keinerBeziehung zum Schilde.
Wappenbrief d. d. Neustadt 8. April 1466 für dieGebrüder Michel, Hans und Leonhard Velder.
„Mit namen einen gelben schilt darinn drey swarczposzkugeln eine vnden vnd oben zwo nebeneinandervnd auf dem Schilde einen helme mit einer gelben vndswarczen helmendecken getzieret, darauf ein vorderhalbteil eins weissen wyders mit seinen aufgerack-ten fuessen vnd gelben hörnern.''
Wappenbrief d. d. Neustadt 20. April 1467 fürPeter Tanman v. Sempach.
„M. n. e. fwarczen f. darinn vberegk ab ein ronmit sechs gestutzten essten vnd auf dem fchild einenhelme getzirt mit einer gelben vnd swarczen helme-decken, darauf ein halber klymender fwarczerstainhock mit gelffunder zungen."
Wappenbrief d. d. Neustadt 13. Novbr. 1467 fürHans Pirher.
„M. n. e. f. geteilt nach der lenge ab halber teilrot vnd das ander teil swarcz vnd in beiden fär-ben des Schildes vberzwiricb ein weyfz hermly vnd aufdem fchild einen heim geczirt mit einer fwarczenvnd roten helmdecken, darauf ein rot rosen-krancz entspringende daraus ein pirkenpawm sei-ner natürlichen färben."
Wappenbrief d. d. Neustadt 15. Mai 1467 für Mar-tin Hirnstein, Priester u. s. Brüder Jörg und ThomasHirnstein.
„M. u. e. weißen fchilde darinn ein gefcheibter ha-fen von erde mit zwayn handhaben entfpringende vnddem hafen vberfich auf drey fewrein flammen vnd aufdem Schilde einen hellme mit einer weissen vnd rotenhelmdecken gecziert, darauf ein gewunden flie-gende pinden von färben weiss vnd rot, darinne vndhalber weisser stainpock geschicket mit sei-nen vordem fuessen zu dem fprunge."
Wappenbrief d. d. Regensburg 9. Juli 1471 fürPeter Prennsz von Ingelheim.
„M. n. e. f. in drew teil geteilt, das vnder vndoberteil rot vnd das mitter weifz in die krump ge-
fchickt, vnd den heim gecziert mit einer roten vndweißen helmedeckhn steende darauf ein roter adler,mit seinen ausgebraitten flugen vnd gelben fussen vndsnabel."
Wappenbrief d. d. Neustadt 21. Novbr. J467 fürConrad Pawr.
„M. n, e. blawen fchilde darinne nach der lengeeinen beflaghamer mit einem gelben stile vnd zu bei-den teilen ein gelber sterne, vnd auf dem fchilde einenhelme mit einer blawen vnd gelben helmdecken geczirt,darauf ein gewundän fliegende pinden von baiden fär-ben gelb vnd blaw geende daraus ein zwifach blawaufgetan fügel darinne vber zwirich ein gelbleisten mit dreyen plawen Sternen."
Der früher so beliebte Hut wird jetzt nur seltenals Helmschmuck verliehen. Eines der besseren Musterist das folgende.
Wappenbrief d. d. Graetz 3. October 1466 fürLeonhard Kukchinger.
„Mit namen einen fchilde getailet vberzwirich dasvnder halb teil fwarcz vnd das ober weisz entfprin-gende von grund auf in beide teil des fchildes drewfewrein uder rot flamen nebeneinander vnd auf demfchilde einen helme geczieret mit einer weissen vndfwarcten helmdecken, darauf ein gupfater fwarczerhut mit einem aufgeworffen stülpe auf vher zwirichgeteilt vnden fwarcz vnd oben weiß mit dreyen flamengefchikchet als in dem fchilde vnn oben auf dem gupfedes hutes ein weißer knöpf mit dreyen ftraussenfedernfwarcz weifz vnd rot."
Noch besser in dem Wappenbrief d. d. Neustadt2. Decbr. 1467 für Friedrich Posch.
„Mit namen einen Gelben oder Goldfarben Schildedar In von gründe auf ein halbs swartzs vordertail einsPeren mit aufgerackten tatzen vnd gelffunder Zungenvnd auf dem Schilde einen Helme getziret mit einerGelben oder Goldfarben vnd swartzen Helmdekch daraufhindn vnd vorn ein gestülpter Haidnischer swart-zer Huet mit einem Gelben vndertzug entsprin-gende darauf ein Pusch von swartzen Hannen-federn" i).
Der heidnische Eut ist ein Spitzhut.
Von Federkleinoden kommen vor: ein einfacherHahnenbusch.
Wappenbrief d. d. Begensburg 22. Juni 1471 fürWilhelm Dachs, Bürger zu 8trassburg.
„M. n. e. gelben fchilt stende darinne vberzwirichaufwerts in das vorder egk des fchilts ein klymenderdachs seiner naturlichn farbn, habende auf feinennhawbt ein gelb oder goldfarb cron mit aufgetanem maulvnd ausgerackter zungen vnd auf dem fchilt einen helmegezieret mit einer fwarczn vnd gelben helmedeckhn,darauf ein gewundn fliegende pinden, entfpringendedaraus ein pufch mit hanenfedern geteilt nach der lengedie vordem gelb vnd die hindern fchwarcz."
Wappenbrief d. d. Augsburg 20. Mai 1474 für HansKrapmer.
„M. n. e. swarczn fchilde darinne zwen weiss krap-pen krewtzweise vbereinander gefchrenkt die pug vnderfich gekeret vnd den heim gezieret mit einer swarcznvnd weifsen helmendeckhn darauf ein swarczer pufchhannenfedern."
Wappenbrief d. d. Neustadt 4. Dezbr. 1467 fürHeinrich Ryher.
1) Der Boschen von Dünckelspühl, Nürnberg etc.Stamm-Register verfertigt von D. Job. Georg. Fabri-cioMedicoNorimb. Anno 1657 fol.; Chmel, reg. No. 5243(II, 533).