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Geschichte der Heraldik. III. 2.
der Goldschmied gedacht, das untere Bassament würdenoch zu schmal sein und also aus den Löwen Greifengemacht. Zum Andern haben wir in J. F. G. Vorzeich-nung diesen Mangel gefunden, dass die Greifen amKleinod hängen und haben kein Fundament, daraufsie stehen, welches weder dem Goldschmied noch mirgefallen will. Ich weiss gleichwohl zuvor, dass E F. G.nicht gern viel Spängelwerk an Ihren Kleinodien habenwollen, aber doch gedünkt mich, soll den Greifenetwas unter di.e Füsse machen."
Demnächst kommen Ordens-und Gesellschaftszeichen,Fahnen u. dergl. seit dem Ende des 14. Jahrh als Pracht-stücke vor.
Siegel des Herzogs Albrecht IV. von Oesterreiehvon 1396 ').
No. 488.
Den Schild umgiebt die Decoration des Drachen-ordens.
Wappen des Herzogs Albrecht IV. von Oesterreiehnach dem St. Christophori-Brudersehaftsbuch2).
No. 489.
An einer vom Helmfehster ausgehenden Kette istdie Decoration des Drachenordens befestigt. Mittelseines Kettengliedes hängt an dem Schilde des Herzogsderjenige seiner Gemahlin Johanna von Bayern. —
Im Grünenbero' 'sehen Wappenbuch sind die Wappen-schilde der Potentaten, welche eine Ritter-Gesellschaft(Orden) zu vergeben hatten, regelmässig von dem Or-denszeichen umgeben.
Die Bemerkung Megisers dass die Ritter der „Clei-nath-Orden" mit solchen Merkzeichen ihre angeborenenWappen „zieren und schmücken" ist bereits oben (S. 327)vorgekommen.
1) Anzeiger f. K. d. d. Vorzeit 1857. S. 291. DasGliche verdanke ich der Güte der Direction des Germau.Museums.
2) Aus dem Anzeiger für Kunde der deutschen Vor-zeit 1857 S. 292. - Das Gliche verdanke ich ebenfallsder Direction des Germanischen- Museums.
Siegel IV. A. 2. des ungarischen Palatin Döszravon Debreczin aus dem Stamme Aba von 1322. Um-schrift: „t S. Dause Pala(t)ini Judic(i)s Cumanor 3 ).
No. 490.
Der Schild ist von zwei Fahnen beseitet.
Das Halskleinod.
Ein unwesentliches Anhängsel erlangt der Helmin den sogenannten Halskleinoden. Es waren diessSchmuckgegenstände welche bei gelegentlichen Ritter-spielen der Besiegte dem Sieger überlassen musste.
In „des böhmischen Herrn Leo's von Rozmital Rit-ter-, Hof-, und Pilger-Reise durch die Abendlande1465 — 1467"*) erzählt Gabriel Tetzel von Nürnberg:
„Item von dannen auss reit wir auf Heidelberg.Hielt man auch auff uns an zweyen enden. Mein herrhet nach des Pfaltzgrafen geleit geschickt, daskam zu vns unterwegen, und ritten gen Heidelberg undmein herr auch all sein erberg diener fürtenall kleinet an helsen mit uns ein, und theten dasdem Pfaltzgrafen zu eeren. wan wir die kleinet anseinem verstech en und verrennen wolten. Dowurd meinem herren gesagt, der Pfalzgraf het grossenverdriess darob gehabt, und nam jms also für, das ermeinet, mein her hets darumb thnn, das er nit leut het,die mit Behem rennten oder stächen."
Die Mitglieder der grossen Turniergesellschaftenmussten solche Kleinode, die mit den Zeichen der be-treffenden Gesellschaft versehen waren, an ihrem Schau-helm tragen.
Die Satzungen der rheinischen Turniergesellschaftvom gekrönten Steinbock vom Jahre 1480, Montag nachdem heiligen Jahrstage bestimmen 5 ):
„ein Jglicher solle an solchem sinen Schauwehelmefomen an dem halss under dem gesiecht ein rotte Schybehaben, daz in gemalte sy ein gülden oder silberen Stein-bocke."
Als die Kaiser anfingen, den turniermässigen Adel-stand zu verleihen, wurde das Halskleinod — ein aneiner Kette hängendes Medaillon — regelmässig in dieWappenbeschreibungen eingefügt und in der Wappen-Malerei ersichtlich gemacht. Indess hat die Wappen-wissenschaft für diese Errungenschaft niemals ein grossesInteresse gezeigt.
3) Archaeologiai Örtesitö.
4) Bibliothek des liter. Ver. zu Stuttgart. VII.(Stnttg. 1844) S 146
5) Jahrbuch des Adler f. 1883. S. 39.