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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 2.

Kaiser Sigismund verlieh seinem Obersten Kanzler,dem Edeln Caspar Schlick, welchen er kurz vorher aufder Tiberbrücke zu Rom zum Ritter geschlagen hatte,durch Diplom d. d. Rom 13. Juli 1433 einen zweitenHelm (Schild unverändert):

und wir haben also den egenanten Caspar,Matthesen, und Wilhelm und allen ihren Vettern undihrem gantzen Gefchlechte, die do Slick genennt sein,Iren elichen Erben und Nachkommen zu Bessrung IrerKleynat und Wappen erlaubt und geginnet, als Sy vor-mahls Ire Wapen von Iren Eltern und Vorfordern mitvnserer Besserung vnd Vernewuug gefüret haben, als

No. 469.

dann das wol kuntlich ist, dass Sy nu fürbas zu ewi-gen Zeiten zu Iren alten Helm der Flügel, die Sy mitgülden oder goldfarben Leubern besprengen mögen,ouch in der Cron uf dem Helm einen halben Lewengecrönet gülden oder goltfarbe mit vfsgestrecktenKloen füren, und der in allen Enden zu Schimpft 7 undzu Ernste gebrauchen sollen, i) . . . .

Das neue Wappen führt bereits 1436 Ritter MathesSchlick in seinem Insigel.

Grabmal des Erhart Ueberacker vom J. 1470 zuFriesach in der Steiermark 2). (No. 469).

Einen quadrirten Schild mit Herzschild und dreiHelme führt 1493 Veit von Törring zuJettenbach. 3 )

Von da ab wird die Mehrzahl derHelme auf einem Schilde immer häufi-ger, sie wird sogar zu einer Modesachebei den grossen Geschlechtern unterder Regierung des Kaisers Friedrich III.,worüber die näheren Belege in den Er-örterungen über die Mode der Wappen-quadriruug nachzusehen sind. (.Vergl.unten III. Abschnitt 2. Capitel).

Im Grünenberg'schen Wappenbuchefindet man bereits zahlreiche Wappenmit drei Helmen. Es ist jedoch hiebeizu beachten, dass den Grünenberg'schenCompositionen häufig nicht eine be-stimmte Wappendarstellung zu Grundeliegt, sondern dass er in vielen Fällenalle ihm bekannten Helmkleinode desGeschlechtes auch wenn sie niemalsgleichzeitig und wenn sie von einzelnenLinien ausschliesslich geführt wurden,willkürlich auf dem Schilde vereinigte.So das Wappen Nassau auf Taf. 86 bdes genannten Wappenbuches.

Es kommt auch vor, dass zu einemeinfachen Wappenschilde verschie-dene Helmkleinode verliehen wurden,die der Begnadigte nach Beliebenführen konnte.

K. Friedrich giebt zu Neustadt28. Januar 1465 dem Sebald Pfinzing,Ritter und seinen Brüdern Bertholdund Ludwig ein verbessertes Wappentdisz gekrönet wappen de nouo confir-mirt vnd gebn in meliori forma"):

Mit namen einen schilt in der mittevberzwirich gleich geteilt das vndertail swartz vnd das ober gelb vnd aufdem Schilt einen helme mit einer gel-ben vnd swartzen helmdekchen getzie-ret, darauf zway puffenhorneroder ein aufgethan Flügel iryedes nach des Schildes färben ver-wechelt vnd geschikchet. *)

Auf die Frage, woher die zwei Helme

1) Lünig P. R. A. spie. sec. II.1178 f.

2) Aus den Mittheilungen der k. k.Centralconimission in Wien, Jahrg. 1880S. CIX. Das Clich6 verdanke ich derGüte Sr. Excellenz des Freiherrn vonHelfert.

3) v. Hefner, Altbayerische Heral-dik §. 56.

4) Chmel, II. 423.