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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 1.

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erhielten als Wappen: Auf einem r. Dreiberg ein offenerr. Flug in S. Auf dem r.-s. bewulsteten Helme ganzdasselbe Bild. Helmdecken r.s.

Die drei Kinder (Christoph, Daniel und Marina)sollten zuerst Montsperg oder Rotberg heissen, eswurde aber schliesslich im Diplom der Name Flugberggewählt, i)

Carl Jürgen, natürlicher Sohn des Herzogs C a_r 1von M eklen bürg, Domherr zu Ratzeburg (f 1657)hat in der dortigen Domkirche folgendes Wappen hin-terlassen :

In einem von Gold und Roth quadrirten Felde istein schwarzer gerade vor sich hinsehender Büffelskopfmit schwarzen Hörnern, goldener Krone, silbernem Ringedurch die Nase und grossem Halsfelle. Auf dem Helmstehen 7 Stäbe, oben gespitzt, neben einander in fol-gender Ordnung: schwarz, golden, roth, schwarz, gol-den, roth, schwarz; über ihnen ist ein Pfauenwedel undauf diesem liegt rechts gekehrt ein Büffelskopf. Helm-decken: golden, roth und schwarz." 1 )

Dieses Wappen verdient (wie Masch bemerkt) auchin heraldischer Beziehung Beachtung, da es in derveränderten Tinctur des Feldes ein Beizeichen enthält.

II. Abschnitt.

Die Wappenkimst.

Im Norden ist jetzt das Bild des Adlers in dergrössten Verehrung: überall seht ihr's aufgestellt,und wie vor einem Heiligen neigen sich alleVölker, wenn er auch von dem schlechte-sten Sudler gemalt oder geschnitzt ist.Schwarz, die Krone auf dem Haupt, sperrt erseinen Schnabel auseinander, streckt eine rotheZunge heraus und ein Paar immer bereitwilligeKrallen. So bewahrt er die Landstrassen, istdas Entsetzen aller Schleichhändler, Tabaks-krämer und Deserteure. Es wird niemanden rechtwohl, der ihn ansieht.

Goethe.

1. Capitel.Dl« Entwickelung der Wa|ii»eiiUimst.

«Ein tjeralbifd) gcformetcs übter fattausfegen, um es nrill.

Frh. von Senckenberg.

Die Wappenkunst, welche in dem früheren Zeiträumeden wirklichen Kampfschild und den Kampfhelm sichzum Vorbild genommen hatte, war jetzt dieser wichti-gen Stützpunkte verlustig gegangen, sie war auf viel-deutige Beschreibungen oder Darstellungen 3) angewiesen.Die Erinnerung an die ursprüngliche Beschaffenheit

1) J. Bergmann, Urkunden der vier vorarlbergischenHerrschaften u. der Grafen von Monfort (nach einemAusschnitt aus einem period. Druckwerke).

2) G. M. C. Masch in den Meklenb. JahrbüchernHI, 160 f.

3) v. Meding (Nachr. v. adel. W. I, 455) erzählt:Der Irrthum eines Malers hatte das Wappen der

Raben auf Stücke auf einem Stammbaum dermassenverunstaltet, dass statt der querliegenden Lilie zweymit den Schwänzen aus dem Wasser hervorkommende

und Bedeutung der Figuren verliert sich mehr undmehr. Solche Figuren, die in der Darstellung einanderähnlich sind, so verschieden sie auch in der Wirklich-keit gewesen sein mochten, gehen in einander über:die Thätigkeit der Wappenkunst ist eine vorwiegendnivellirende.

Ein solches Kreuzungsproduct sind z. B. die mo-dernen Büffelhörner, entstanden aus dem alten spitz-endigen Stierhorn und dem Hiefliorn , das nur noch inalten Wappen seine Existenz bewahrt.

Vollständig verändert werden diejenigen Helmklei-node, Köpfe von Thieren oder Menschen, welche früherlarvenartig getragen wurden: sie werden vom Helmelosgelöst und wachsend dargestellt.

(Vergl. S. 450 No. 454).

Der Stierkopf, der hier noch in alter Weise alsLarve dargestellt ist, erscheint bald als wachsender,oder in den Helm beissender Kopf.

Die Schwierigkeiten, welche die Bildung und Be-festigung des wirklichen Helmschmucks gebotenhatte, sind beseitigt, jede äussere Unmöglichkeit,hört auf. Der Helmschmuck verwandelt sich auseinem plastischen Gebilde in ein Relief, er wird ein-seitig, eine von dem Beschauer abgewendete Seite des-selben wird nicht einmal gedacht.

sich gegen einander beugende Delphene in selbigem zusehen sind."