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Geschichte der Heraldik. III. 1.
von der er den Namen führte. Welches Wappen der-selbe gebrauchte ist mir nicht bekannt. —
Tithemius berichtet s. a. 1325 Graf Johann vonSponheim habe mit der Tochter eines seiner Lehens-männer einen ausserehelichen Sohn erzeugt, welchen erdurch die Kaiser Ludwig IV. und Carl IV. legitimierenliess, worauf er ihm sein eigenes Wappen (mit einerrothen Vierung, darin ein schwarzer Vogel), den Titeleines Herrn von Koppenstein und das Schloss gleichesNamens verliehen habe.
Wir wollen die Richtigkeit dieser Erzählung dahingestellt sein lassen, und nur bemerken, dass andereLehensleute der Grafen von Sponheim ganz ähnlich zu-sammengesetzte Schilde führten.
König Ruprecht verleihet 1408 Ven. vor Oculi zuCostenz dem Johann Hüne v. Schaff hausen,einem natürlichen Sohn, das Wappen seines Vaters:
„Wan unser Kün. majestad furbracht ist, das dasgesiechte das genant gewesen ist die Hünen von Schaff-husen von tods wegen also abgangen sin, das keynemannes name von desselben geslechtes rechten stammemere in leben sy, und das mit namen der lezte vondemselben stamm und gesiechte herkomen der genantwer Hans Hun von Beringen nit me dan zwo dochtervon sinem elichen wibe geborne hinder Im gelassenhabe, also das solich Wappen als dasselbe gesiechtevon alter her gefuret habe, an demselben Hansen alsvon dem rechten stamm her abgestorben sy, und dasderselbe Hans einen son gelassen habe genant Johan-nes Hüne der vormals von Rom. Kun. gewalt töge-lich und schiclich gemacht sy, Wappen zu füren undin sine vetterliche guter sie sin Ritterlich , Burgerlichoder gebürlich zu treten und aller wirdikeit und erenzu gebruchen die redeliche und erber lute in der Ee
geborne gebruchen mögen..... Und haben ....
yme und sinen rechten elichen erben sines vatters wa-pen, als die dann mit färben und figuren und unter-scheiden in disem gegenwertigen brieff gemalet, ge-zieret und ußgestrichen sint, — — verlihen, und ver-lihen im die etc. J )
König Ruprecht legitimirt zu Heidelberg am 2. Aug.1409 Rudolfs v. Zeissenheim mit einer später geehlich-ten Concubine erzeugte Kinder.
„— — zu merer Sicherheit Rittermessig, lehenbarund Schilts und Wapens genösse geschepfet und ge-macht, schepfen und machen sie also etc. das sie etc.Manlehen, Burglehen und Erblehen entpfenglich sin etc.als andere des geschlechts v. Z. die eelich geboren undvon Vater und Mutter Rittermessig Schildes und Wapensgenoss sind etc. Sunderlich sal In nit schaden dasgesetze und gewonheit in Keyserlichen Lehenrechtenbegriffen in dem Capitel das anfahet Naturales in derRubricken ob umb Lehen zweitracht were noch keinander gesetze in Kayserlichen lehenrechten oder anderswobegriffen.'' 2)
K. Friedrich IV. legitimirt 1442 deu Adolph vonNassau, Sohn des Grafen von Nassau (ex soluta) „etquod possit deferre arma progenitorum suorum cumdifferentia aliquali cum uno extenso ense."
Nach einer von Kneschke benutzten handschrift-lichen Notiz des Freiherrn v. Leopreckting gab HerzogLudwig von Landshut seinem natürlichen Sohne Leon-hard 1450 das erledigte Lehen und den alten Adels-
Brandenburg transsumirt und bestätigt diese Begna-digung d. d, München des Montags an Sant ElzpetenTag. 13471. Oefele Scriptores rerum boicarum IL174 f.
1) SchiHer, cod. jur. alem. feud. comment. S. 231.
2) Ebenda S. 229 f.
namen von Bogenhofen im Innviertel und dazu denWittelsbachischen Schild als Wappen, stattete ihn über-dies noch so aus, dass er nur der reiche Bogenhofergenannt wurde und auch Schloss und Herrschaft Baum-garten im Landgerichte Pfarrkirchen erwarb.
Kaiser Friedrich legitimirt 1455 den Doctor de-cretorum Heinrich von Beinheim („de soluto militariet soluta ex illicito coitu genitum") und verleiht ihmdas Wappen seines Vaters („Videlicet Heinrici deFleckenstein nostri et imperii fidelis dilecti genitoristui cum illa litera H. in medio scuti eorundem armorumcollocata prout de eisdem hucusque usus est.") 3 )
K. Friedrich bestätigt zu Neustadt 30. Sept. 1454dem Heinrich von Blumenegk (Sohn des Martin vonBlumenegk) die von K. Sigmund gegebene Legitimir-nng und gestattet ihm den Gebrauch des Blumenegki-schen Wappens, das er bereits seit 16 Jahren ohneEinspruch geführt hat. *)
K. Friedrich legitimirt zu Neustadt 6. Mai 1467den unehelich geborenen Hans Niefrer und gestattetihm, des Wappens und der Gerechtsame des Ge-schlechts dor Niefrer sich zu gebrauchen. Poen 20 MarkGoldes:
„Bekennen etc. das vns vnnser vnd des reichs liebergetreuer Hanns Niefrer zu erkennen geben lassen hat,wie das gesiecht namen vnd ftamen der Niefrer abge-storben vnd desselbn keyner mer dann er vnd doch niteelich darvon geborn sey, deszhalb solich der Niefrerwappen vnd cleinet vnns als Römischen keyser heim-gevallen vnd ledig worden were vnd vns diemuticlichanruffen vnd bitten lassen, daz wir im vber solichengebürlichen gebrechen die gnade vnser dispenfationmitzuteiln vnd in zu eelichem rechten vnd stannde zuseczen vnd folich der von Niefer wappen vnd cleinetempfengklich zu machen vnd die im vnd seinen elichenleibserben für und für zuuerleiheu gnediglich gerucht-ten. Des haben wir angesehen . . . ."
Kaiser Friedrich III. annllirt s. d. Linz 31. Decbr.1490 sein Patent, dass man die von weil. Michael,Herrn von Schwarzenberg mit weiland Ursula Franken-grünnerin unehelich gezeugten Brüder Wolf und Michaelfür Herrn von Schwarzenberg nicht halten soll, aufdie Vorstellung derselben Brüder und den urkundlichenBeweis, dass ihr Vater in seinem Testament dessen Habund Gut getheilet und geordnet habe, dass sie Woltund Michael, als seine ehelichen Söhne, das SchlossSteffensberg mit Zugehörung erben sollen, darein Mi-chael, Herr zu Schwarzenberg, des gedachten weil.Michaels Sohn und Sigmund des jüngeren, Herrn zuSchwarzenberg, Vater für sich und seine Erben gewil-ligt habe, verordnet aber dagegen, dass dieselben Wolfund Michael sich als Herren zu Schwarzenberg nennen,ihr Wappen, wie vor dem Patente, führen, auf Tagenund Versammlungen etc. dafür gehalten und geehretwerden, auch das ihnen abgedrungene Schloss Steffens-berg mit Zugehörung und andern ihren Gütern zu ihrenHänden erfordern und bringen mögen und sollen. —Am nämlichen Tag und Ort befiehlt er dem Sigmunddem jungem, Herrn zu Schwarzenberg mit Verkündung:der Aufhebung des vorgemeldten Patents den gedachtenBrüdern das Schloss Steffensberg einzuantworten. *) —Die natürlichen Kinder der Grafen Hugo von Mont-fort (welcher am 5. Sept. 1523 seinen Antheil der Herr-schaft Bregenz dem Erzherzog Ferdinand I. v. Oester-reich verkaufte) wurden von Kaiser Karl V. d. d.Regensburg 24. Juli 1532 legitimirt und nobilitirt und
3) Chmel II, 335.
4) Chmel, reg. Frid. II, 328.
5) Unterfränkisches Archiv IV, 2 S. 17.