Geschichte der Heraldik. III. 1.
857
zu legitimiren und Iudices, Königsbotel) und totalezu ernennen etc. Trieut 1330. Jan. 20 i)
Bereits Kaiser Karl IV. hat zahlreiche Pfalzgraien-diplome verliehen. Das von A. P. Glafey nach einemRegistraturbuche (1734) herausgegebene Urkundenbuclides genannten Kaisers, welches indess nur Urkundender Jahre 13G0 und 1361 enthält, bringt eine ganzeReihe solcher Diplome zum Abdruck und macht derenausserdem noch eine Anzahl in knappster Regestentormnamhaft. Aus dieser Urkunden-Sammlung geht nun ner-vor, dass der Kaiser allein in den Jahren 1360 und13G1 eine Anzahl von 15 Pfalzgrafen ereilt hat. UieTitulatur ist nicht immer gleichlautend; einmal werdeneinfache „comites palatini", das andere mal „baenLateranensis Palacii et Aule nostre et Imperial«! Consi-storii Comites" ernannt. Ein anderer Unterschied be-steht darin, dass die Pfalzgrafen tkeils erblich, tueusauf Lebenszeit ernannt worden sind In lö lauenbestehen die Befugnisse der Pfalzgrafen darin: 1. öffent-liche Notare zu creiren, 2. Uneheliche zu ^legitimirenIn dem Diplom ddo. Nürnberg V. Idus Maren (11. Mai z1361 für Nicolaus de Albertinis de Prato und in demgleichlautenden Diplom für Franciscus de Albertinis aePrato tritt jedoch eine bedeutende Erweiterung deiPrivilegien ein, nämlich: 3. „Doctores in Jure üiviuconstituere in omnibus^ Civitatibus Imperii nostii,terris et locis. diligenti prius examinatione adlnbita a,Doctoribus Collegii Civitatum habencium privilegiastudii." - 4. „Ipsisque sie examinatis et approbatrr-Hcenciam tribuere sacratissimas leges legendi
et docenti." , .. «{.t,-
Endlich bleibt noch zu bemerken, dass sanimtliclic15 Pfalzgrafendiplome des Kaiser Karl IV. lui Ita-liener ausgefertigt sind. . , ,. , ,„ lol( .Wo die Privilegien, um die es sich hier handeltfür Deutschland ertheilt werden, ist, auch. unteiKaiser Karl IV. von der Pfalzgrafeuwurde nicht die
61 Kaiser Karl IV. ermächtigt zu Mainz am 18 I Decta.1353 den Erzbischof Wilhelm von Colli nach MaUgaDe<les Gesol.äftsbedarfs 100 öffentliche Notare zu ernennen"nd ebensoviel unehelich Geborene zu legitimiren. )
K. Karl IV. verleiht dem Erzbischof Arnest vonPrag u. s. Nachfolgern durch Urkunde vom 1. Mai laöödas Recht, im Römischen Reiche, in Böhmen und ubei-
^wn.lj ml «. VV UUU V ..
Ml Notare zu ernennen
mit ihrem Amte zu belehnen
(eoscaie reeeptos ad osculum cum penna et
•alamario de"otaiiatus^rtabeilionatus officiis'iuvestiendi). 3 ). Auch anderen Beamten wurden die Pralzgiaien-Privilegien ertheilt: . , .. rn _ fq
, Kaiser Karl IV. ertheilt den. jedesmaligen Gonfa-loniere von Lucca die Befugniss zur Be* te "™e \° nNotaren und Judices zur Legitimation, Adoption, MannnUS«°n, Restitution und zur Ertheilung der Ritteiwinde,L ucca 1369. Juni 6: ... +omT , nrp
. „Concedimus insuper antiano maion qui pio^^poref «erit, plenam auetoritatem et potestatem douamus,c °ncives vestros et comitatinos Lncanos probos et jdoneo..»üitandi et militari cingulo decorandi. ) „.__$-»
,. Aus der Regierung des K. Wenzel ist keine, einzigehierher gehörig! Urkunde erhalten g«W. ie . ben , rp ^f ^hat König Ruprecht eine recht ansehnliche Menge vonPfalzgrafen creirt. Wir stellen nachstehend die Regesten^er Diplome aus Chmel zusammen:
König Ruprecht
1401. Januar 7. Köln.
»acht den Magister Friedrich Schabart (Schauard) Propst
1) Ficker Forschungen IV. 527 ff.
2) Lacomblet III. 430.
3) Böhmer reg. S. 226.
4) Ficker IV. 545 ff.
zum heil. Paulin ausserhalb Trier zum Pfalzgrafen mitder Gewalt, Notare zu creiren und Uneheliche zu legi-timiren.
Mai 3. Nürnberg,giebt dem Heinrich Frunt, Protonotar der Stadt Kölndie Gewalt, drei Notare (seu Tabelliones) zu creiren.
Mai 14. Nürnberg,giebt dem Edeln David Bercharius de Janua die Gewalt,Notare zu creiren, zu legitimiren etc.
Juli" 22. Heidelberg,nimmt den Reymbold Vener von Gemünd als Protonotar,Secretär und Tischgenossen auf, und macht ihn zumPfalzgrafen.
October 15. Trient.giebt dem Benedict Serland (Sohn des Fortinilaudi deCerlandinis) von Florenz, königl. Pfalzgrafen die Erlanb-niss, Notare zu creiren (in margine: non transivit).
November 27. Padua.macht den Franz, Sohn des weil. Franciscus de Casali-bus, Vicarius der Stadt Cortuna zum Conies palatinus.
(Ist im Registraturbuch durchstrichen und am Randebemerkt: Non transiuit quia non redempta et est exor-bitans).
December 13. Venedig,macht den Johann de Knbeis (welcher am gleichen Tageauch einen Wappenbrief erhielt) Bürger von Venedig,Sohn des Hugo von Parma, und seine männlichen Nach-kommen zu Pfalzgrafen, mit der Gewalt, Richter undNotare (Judices ordinarios et Tabelliones) zu creirenund Uneheliche zu legitimiren.
1102. Januar 2. Venedig,giebt dem Laurenz Marona de Clusia die Gewalt, Notarezu creiren etc.
Februar 8. Padua.macht den Thomas de Sacchetis von Florenz und seinemännlichen Nachkommen zu Pfalzgrafen, mit der Ge-walt, Richter und Notare zu creiren, unehelich Geborenezu legitimiren, Minorenne zu dispensiren, alle Offensiv-und Defensiv-Waffen zu verleihen („arma quaeeunqueoffendibilia et defendibilia deferendi").
Februar 17. Padua.macht den Benedict und Paul Serlandi Fortini Landide Orlandinis von Florenz zu Pfalzgrafen (vergl. obendas Regest vom 15. Üct. 1401).
Februar 17. Padua.macht den Edeln Florentiner Maso de Abicis zumPfalzgrafen, mit der Gewalt, Adeliche und Plebejer zuRittern schlagen zu können.
März 6. Padua.macht den Philipp, Sohn des Herrn Thomas de Corsinis,Ritter und Doetor Legum von Florenz zum Pfalzgrafen.
April 13. Padua.macht den Doetor Laurentius Anthonii de Rydolffisvon Florenz zum Pfalzgrafen.
Ohne Jahr Ohne Ort und Datum,verwilligt den Herren Reinald und Benedict und Paulvon Florenz das Pfalzgrafenamt.
Ohne Jahr Ohne Ort und Datum,verwilligt dem edeln Ritter Reynald Gyanozs deGranfilglaziis von Florenz das Pfalzgrafenamt.
1403 Februar 2. Nürnberg,macht den Vivianus Nerius, Sohn des Viviamis deFranchis von Florenz, Kanzler (cancellarius reformationis)der Stadt Florenz zum Pfalzgrat'en.
September 2. Heidelberg,macht den Magister Heinrich Venatoris von Ulm, Doetorder Medicin, zum Pfalzgrafen, mit der Erlaubnis,Richter und Notare zu creiren, und Uneheliche zulegitimiren.
1404 Februar 21.giebt dem Peter de Gualfredinis, Sohn des Fantin de