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Geschichte der Heraldik. III. 1.
so er vnns offtmals -williglich gethan dartzu das erBomischer konigklicher Mayestat dem heiligen Reichvnns vnnd vnnsern erben Furstenthumen vnnd lanndenin künfftigen Zeitten getrewe vnnd nützliche dinstewol tun mag vnnd soll vnnd darumb in crafft derobberürten vnnserer begnadung vnnd Freyheitten mitwolbedachtem mute vnnd guttem Rathe demselbenLucas von Cranach diese nachbenannte Cleynat vnndwapen mit namen einen gelen schylt, darinnen einawartz Slangenn, habend in der myth zwen SwartzFledermeus Flügel, auf dem heubt ein Rote Cron vnndin den mund ein gülden ringleyn, darinnen ein Rubinsteinlein vnnd auf dem Schylde ein Helm mit einerSwartzen vnnd gelen Helmdecken vnnd auff dem Helmein gelber pausch von dornen gewunden darauf aberein schlangen ist zu gleichermas im Schylde, wie danndas in mytten etc. etc.') —
Kaiser Carl V. ertheilte durch Diplom d. d. Brüssel19. October 1555 seinem Rath und Diener BalthasarEyslinger und dessen ehelichen Leibserben und Nach-kommen männliches Stammes und Namens das Rechtder Wappenverleihung. Auf Grund dieses Privilegiumsverlieh „Balthasar Eysslinger der Rechte Licentiat,Kayserlicher Maiestatt Rath und Diener" dem AndreasFauss von Schorndorf, dieser Zeit WürtembergischerRenovator, einen Wappenbrief d. d. Schwab. Geinünd28. März 1556.2)
Unter der Regierung des Kaisers Carl V. wurdees üblich, den Privilegien der Kaiserlichen Hofpfalz-grafen das Wappenverleihungsrecht einzuverleiben.Hiervon im folgenden Kapitel.
8. Capitel.
Die Horpfalzgrafen.
Kaiserliche Pfalzgrafen, mit der Befugniss, Notarezu creiren und Bastarde zu legitimiren, sind für Italienschon im 13ten Jahrhundert urkundlich nachweisbar.Spuren, die ich aus Mangel an Material nicht weiterverfolgen kann, führen sogar noch in das 12 te Jahr-hundert zurück:
Pfalzgraf Bartolotto von den Venerosi legitimirteinen Genannten auf Grundlage der ihm v o n K.Friedrich IL und der seinen Vorfahrenvon früheren römischen Kaisern er th eiltenPrivilegien Florenz 1291 Jan. 11.'1Otto von Sparoaria Pfalzgraf zu Lomello, investirteinen Genannten nach geleistetem Treuschwuremit dem Amte des Notariats; Borgofranco 1270Febr. 19.Opizius von den Vögten (wohl de Advocatis) vonLucca, bestellt auf Grundlage der seinem Ge-schlechte von K. Friedrich IL verliehenen Befug-nisse einen Kleriker des Kapitels von Pisa zumNotar und Judex Ordinarius; Lucca 1273, Febr. 8.Karl, Sohn des Grafen Guido von Battiffolle, Pfalz-grafen von Tuscien investirt einen Genannten nachgeleistetem Treuschwur mit dem Amte des JudexOrdinarius und Notars; Florenz 1302 Juni 20.')Kaiser Ludwig der Baier ertheilte das Recht,Notare zu creiren und Uneheliche zu legitimiren viel-fach auch unabhängig von dem Pfalzgrafentitel.
S. d. Ingolstat 2. März 1323 gab der Kaiser demGrafen Berthold von Marstetten genannt von Niffenvolle Macht und Gewalt, nach dem Rath seiner Collegender Grafen Berthold von Graisbach und Friedrich vonTruhendingen in den Städten der Lombardei, Tusciensund der Mark, Vicare, Hauptleute, Podesten, Richterzu ernennen und zu bestätigen, erste Bitten an dieKirchen zu geben, Notare zu creiren, Lehen zu ertheilen,und Huldigung anzunehmen. Zugleich gebietet erseinem Kanzler, alle in dessen Gemässheit gemachteAusfertigungen auf deren Vorlage mit dem königl-Siegel zu versehen.
Weitaus interessanter ist das Privilegium, welchesderselbe Kaiser dem um seine Person so hochverdientenGrafen Berthold von Heuneberg ertheilte. Das betreffendeRegest lautet bei Böhmer:
1327. März 15. Trient Kaiser Ludwig thut demGrafen Berthold von Henneberg wegen der Ver-dienste, die er sich durch Rath, Schwert undWort um ihn und seine Vorgänger am Reicherworben, die Gnade, dass er 20 Unehelichelegitimiren, und 10 Notare creiren könne, ferner,dass jeder seiner rechtmässigen Nachkommen,der das Schloss Henneberg inue hat, 10 Personenlegitimiren und 6 Notare creiren könne.Das ist das erste derartige Privilegium f ür D e u t s c h-land, von dem wir Kunde haben.
Wie in Deutschland Graf Berthold v. Henneberg,so hatte sich in Italien Castrucius de Antel-minellis durch die Bekämpfung der Reichsrehellenum Kaiser Ludwig verdient gemacht. Nachdem derKaiser seinen Zug nach Rom glücklich vollendet hatte,ermangelte er nicht, den tapferen Castrucius mit Gunst-bezeugungen zu überschütten. Er bildete aus denStädten Lucca, Pistoja, Volterra und Luni sammt ihrenDiöcesen ein Herzogthum Lucca und ernannte Castruciuszum Herzog. In dem hierüber ausgefertigten Diplomvom 15. Februar 1328 gegeben zu Rom, 5 ) werden demneuen Herzog die Regalien und das Recht verliehen,inner- und ausserhalb des Herzogthums Ritter zumachen und mit dem cingulum militare zu zieren, ordent-liche Richter und Notare einzusetzen, Bastarde zulegitimiren.
Durch ein weiteres Diplom d. d. Rom 14. März1328 wurde Castrucius zum erblichen Pfalzgrafendes Lateran ernannt. Die Urkunde hat mit späterenCreationen lateranensischer Pfalzgrafen nicht die ge-ringste Aehnlichkeit. Es ist nur von der Mitwirkunghei der Krönung des Römischen Kaisers die Rede. —(Caätrucius starb schon am 3. Sept. 1328)
Unter K. Ludwig war die Pfalzgrafschaf t immeran einen Ort gebunden z.B. Frankfurt. 15. Juni 1341ernennt K. Ludwig den Franciscus von Politio zu einemPfalzgrafen die reichslehenbaren Schlösser Capitii, St.Agatha, Politii u. s. w
Dass er aber die Privilegien auch ohne die Pfalz-grafenwürde ertheilte, haben wir schon oben gesehenund hier möge noch ein anderer Fall stehen.
Kaiser Ludwig ertheilt dem Teodaldo Soardi undMaffeo Forest! und deren Nachkommen die Befugniss
1) Warnecke, Lucas Cranach der AeltereS. 21. f.
. -3 0ri g inal im Antiquariat von Ludw. Rosenthalin München.
3) Ficker Forschungen IV, S. 500.
4) Ebenda S. 467 ff.
5) Dumont, corps dipl. I, 2 S. 106 f. Die be-treffende Stelle der Urkunde lautet: Milites quoquein dicto Ducatu et extra constituendi, etmilitari cingulo decorandi et Judices ordinarioset Notarios publicos creandi et ordinandi acconficiendi; filios et filias naturales tarn spuriosquam vulgo quaesitos etdamnabili coitu natos legiti-mandi et cum ipsis super natalium defeetn, et alioquolibet dispensandi, tibi et ipsis autoritatem et pote-statem plenariam indulgemus.