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Geschichte der Heraldik. III. 1.
Gualfredinis von Verona, Secretär des Dogen vonVenedig, die Würde eines Pfalzgrafen.1405 Juli 5. Heidelberg,giebt dem Frater Johann von Soltau aus dem Prediger-orden, Erzbischof des Orients, einen Pfalzgrafenbrief„additis verbis: in terris et partibus Grecie et ultra-marinis."
September 12. Heidelberg,giebt dem Dominions von Viterbo, beider Rechte Doctor,einen Pfalzgrafenbrief.
1407 October 29. Älzey.macht den Martin Capellus, Doctor Legura, Bürger vonAsti, zum königl. Pfalzgrafen.
October 30. Alzey.macht den Jacobinus de Poritzano, Bürger von Asti,zum königl. Pfalzgrafen.
December 30. Alzey.macht den Magister Volmar Sack, Licentiat in decretis,Archidiakon von Verden, zum Pfalzgrafen.
1408 Januar 8. in Castro Lutern.verleiht dem Magister Hennann de Bure Baccalaureusder Theologie, beider Rechte Licentiat, Referendar unddes königl. und kaiserl. Hofes beständigem Advocaten,das Pfalzgrafenamt auf seine Lebtage.
1409 Februar 16. Heidelberg,erhebt den Nicolaus de Portugruasio, Doctor der Decrete,Sohn des Michael Rapliin de Portugruasio (nebst seinemBruder) in den Adelstand und nimmt ihn in seine Dienste,macht ihn und seine Nachkommen falls sie Doctorendes canonischen oder bürgerlichen Rechtes werden, zuPfalzgrafen, mit der Gewalt, Notare zu creiren undUnehelichgeborene zu legitimiren.
Februar 16. Heidelberg,macht den Bartholomäus, s>ohn des Hermann deMaynardiä von Perugia, Ritter und Doctor Legum, zumPfalzgrafen.
Februar 16. Heidelberg,macht denBlasius de Bechetis de Modoecia (Monza)undseinen Bruder Marchiolus und ihre Nachkommen zuBürgern von Mailand, k. Capitänen und Vasallen(Capitaueos et Valuasores) den Blasius auch zum Reichs-advocaten und kgl. Diener, und nebst seinen Nach-kommen, falls sie Doctoren des canonischen oder bürger-lichen Rechtes werden, zu Pfalzgrafen, mit der Gewalt,Notare und ordentliche Richter zu machen und Unehe-liche zu legitimiren.
August 7. Heidelberg,giebt dem Bischof Johann von Würzburg, k. Rath undGesandten, einen Pfalzgrafenbrief.
August 29. Heidelberg,macht den Frater Nicolaus Verner, Profess des Bene-dictinerklosters Lorich in der Diöcese Augsburg, zumPfalzgrafen.
Wir haben hierzu zweierlei zu bemerken: derKönig Ruprecht hat zuerst angefangen, die Pfalz-graf en w iir de auch Deutschen zu verleihen, immernoch bilden aber die Ernennungen für Italien die über-wiegende Mehrzahl. Ferner hat er die Befugnisse derPfalzgrafen in einzelnen Fällen beträchtlich erweitert,nämlich dahin:
Minorenne zu dispensiren,
Alle Offensiv- und Defensiv-Waffen zu verleihen,oder — was wohl dasselbe ist — Adeliehe undPlebejer zu Rittern schlagen zu können.
Eine Entwicklung der Institution trat von jetztab nur in so ferne ein, als die Privilegien der 'Hof-pfalzgrafen mehr und mehr erweitert wurden. Hierüberbringe ich das Nötluge weiter unten bei.
Um sich bekannt zu machen, Hessen die Hofpfalz-grafen ihre Diplome wohl auch durch den Druck ver-öffentlichen. Von solchen Drucken sind mir bekannt:
Copia ober 21bfcbrtft, gegebener Kayferlidjen prioilegteitbe§ palatinats, So ber Durd]Icucbtigftc, (Srojjmäcbtigfte,Kayfer rrtattbjas. :c. bett OZb.rnneftcn tmub Ejocbgetab.rtett£jerrn Sebaftian Ejornmolt, beyber Hcdjteu Doctoren banntbegäbet rmb prioilcgirt bat IPcldjcs gefd)eb,cu im fccbs3cb,entjnnbert rmb fibcu3cr|cnbcn 3a'! r ') 4. 8 S.
Der Römifdjen Kcyferl. aud? 3U Ejungern unb 8<%imKönigl. BTajcftät, Ejemt, Ejcrrn Ferdinandi bes Jlubcrn :c.Unferes ailcrguäbigfteu Kayfers unb fjerrn. EjieremiacZlefcbeln I. O, Scböubitrgifcbcn Hatt; unb Hauptmann aller»gnäbigft erteilte domitin ober Privilegium ComitatusPalatini neben atiberrt befouberu IDordtljatcu, 3"bultcu 2C -(ßebrueft im 3ab,r 1629. 4 12 Bl. 2 )
Privilegia, bamit bic Kömifd;c Kcyferlidje aud) 3UUngarn ntmb Bölnneu Königliche tllajcftät ic, Ferdi-nandus II Ejerru Danib Döringk I. 0. rff Sötten, Scrjling-ftäbt, ITtiiblbad;, rmb £ampcrsn>alba, :c. <Ibur $. Säebf.dammer« ptib 8erg=Uatb, So bann beffen <Eb,lid?c £cibcs--c£rbcn, cub berofclbcn (Erbcus «Erben, Sämptlid; 21us tjotjccKcyferlicber (Siitc rmb ITtilbigfcit bc'n 27/17 Septemb.Anno 1630 allergnäbigft beliehen rmb begäbet tjat. (Sebrufft3U £cip3ig burdj (iregorium Ritzsch. Anno 1631.*)
Das Document ist in 4. auf 15 Pergamentblättergedruckt. Beigefügt ist die Kurfürstl. SächsischeAnerkennung (das Original scheint in lateinischerSprache verfasst zu sein, wie es Spener in seinerHistoria insignium bereits publicirt hat.) In den Ab-druck ist das verliehene Wappen mit lebendigen Farbeneingemalt, ohne Zweifel ein Facsimile des Originals.
Der Kömifdicii Kayferlidjen, audi 31t üjungem rnbBöbdmb Königlichen ITTajeftät £jerrn £jerm Ferdinand besZlnbern etc ntifcrs aUergnäbigftcn Kayfer rmb EjcrruNobilitet, Comitiv ober Privilegium Comitatus Palatimneben anberit befouberu fjotjeu Kayfcrlidicn Gratien EDolptraten tmb Indulten Ohristophoro Preibisio Sprotta-Silesiober pbjlofopbt rmb beyber Hecbtcu Doctori, Professoripublico ber juriften Facultet 31t £cip3ig Al'sefsori 2IÜW*gnäbigft ertfjetlet. £cip3ig, «Sebrmft beycSrcgor Kitjfdjcti 1636.(Abschrift im Cod. 165 der Milich'schen Bibliothek inGörlitz).
(Slaubnuirbigcr JlbbrucF besjenigeu Privilegii ConiitivaeDignitatis cum" annexis. liVIdjcs Kayfer Ferdinandusber Zlnber, (ßlorroiirbigfter (Scbädjtuifi bem jcber3eitlid;cuDecano ber 3uriftcu Facnltät bey ber löblicbcn Untoer»fttät 3U Harburg in 2Imto 1630. Dem 14. Dec. 2IÜer«gnäbigft conferiret. OTarburg, bey 3 ol l- E^citridj Stoff,Jürftl. fjeff. danfcl. Sucbbr. 1694 4. 8 S.
Privilegien der Hofpfalzgrafen.Notare creiren.Schon die Reichs-Notariats-Oordnung des KaisersMaximilian I. vom Jahre 1512 klagt über die Mengeder Notarien in Deutschen Landen. Da aber die Kaiser-liche Kanzlei die Zahl der Hofpfalzgrafen seitdem nichtverminderte, sondern nur darauf Bedacht nahm aus derAusübung dieses Reservatrechtes für die lteichskainniermögliebst grosse Einnahmen zu erzielen, so konntesich das Verhältniss nicht bessern. Im Gegentheil -~>die Klagen über den Unfug, den die Hofpfalzgrafen
1) In meinem Besitz. — Samuel Hornmold geh-den 28, Sept. 1537 als Sohn des in der Reformations-geschiebte Württembergs bekannten Vogtes SebastianH. zu Bietigheim. Samuel wurde Professor der Rechtein Tübingen, markgrän 1 . badischer Rath, 1575 SyndicUSin Heilbronn, wo er 1. Februar 1601 starb.
2) In der Collect, geneal König Bd. I. Kgl. Biblio-thek in Berlin.
3) Das von mir benutzte Exemplar ist Eigenthnnides Herrn Geh. Rechnungsrathes Warnecke in Berlin-