Geschichte der Heraldik. III. 1.
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thun mogenn vnud sollen. Vnd domit sie widerumbbestenndig Sigell des sye eynenn redlichenn scheynvnnd ankunfft haben vund Ire hanndlung deste glaub-hafftiger vnnd bestenndiger mogenn geacht vnnd an-sehenn werdenn. Darumb vund Inn crafft der obbe-rurtenn vnnfser begnadung vnnd fraihaitenn mit wolbe-dachtem mute vnnd gutem Rath derselbenn vnnser StatTorgaw dise nachbenante cleynat vnnd Wapenn. MitNamenn eynen gwartirtenn schildt mit zwayenn ver-setztenn wapenn. Vnnd an der obersten seitenn Eynenweyssen Lebenn . mit einer rotenn aufsgeracktenn Zun-genn. Vnnd seldirtenn fuefsenn . daran Rhote clawennvnd einem erhabenn schwanntz. Vnd auff der ann-dernn seitenn vier Rothe sparren . vbereinander Inneynem weyfsenn felde. Vnnd die bede vnndertail. Alsoversetzt . Vnnd auff dem fchildt einnenn stechhelm miteiner plawenn vnnd weyssenn heim deckenn gezirt,vnnd auff dem heim eynenn halbenn weyssenn Lebennmit eynem erhabenn fues . Vnnd den annäernn auff denheim gesatzt vnnd ain ausgeschrackte Rothe Zungennwie Im fchildt vnnd auff yeder feytenn einen plawennflogell habendt . Wie dann das alles Inn mitte ditzbrives aigenntlicher gemahelt Vnd mit farbenn aussge-strichen ist, gnediglich verlihenn vnnd gegebenn . Ver-leihen vnnd Gebenn Ine die hiemit Inn crafft dis briues .Also das fie vnnd Ire nachkomenn am Rath der StatTorgaw auff ewig Zeit dieselbenn wapenn habenn innallen vnnd iglichenn Erlichenn vnnd redlichenn Sachenzu fchympff vnnd Ernnst Inn ftreittenn, kempffen, ge-fechtenn gezeltenn auffslaenn In Sigeln petzschafftencleinotenn begrebnussenn vnd sunst an allenn endennach Irnn notturfftenn willen vnnd wolgefallenn. AuchIr Sigell vnd petzschafftenn in roth Wachs zu druckenngebrauchenn vnd geniessenn sollen vnnd mogenn vorallermeniglich daran vnuerhindert. Vnd gebietenn da-rauff Allenn vnnd iglichenn vnnfsern Prelatenu Gra-uenn freyen herrn Erbarmannschafft . Haubtleutenn .Pflegern . Ambtlewtenn . Vögten . Schossern, Glaits-lewtenn . Burgermeisternn . Richternn . Rethenn .Burgernn vnnd gemeindenn, Vnnd allenn anndernn vnn-sern vnnterthanenn vnnd verwantenn . das sie dengnantenn Burgermeister vnnd Rath . vnnd derselbennnachkomenn für vnnd für Ewiglich an den obgeschrie-benn Wapen vnnd cleynotenn nicht hindernn noch Ir-renn . Sonnderr sie der wie vorsteet geruglich gebrau-chenn geniessenn vnnd genntzlich dabey bleibenn las-senn vnnd hiewider nicht thun . noch ymands zuthungestatenn, als lieb einem yedenn sey, vnnser Schwerevngnad vnd straff . vnnd die pen Inn der koniglichennbegnadung verleibt zuuermeidenn . Doch annderndie villeicht derselbenn Wapen vnnd cleinot gleichfurtenn An Irnn Wapenn vnnd rechtenn vnschedlich .Zuurkunt habenn wir diesenn brieff mit vnnfserm In-sigell wissentlich besigelnn lafsen . Der gebenn ist zuTorgaw am Suntag der hailigen Dreyfaltickeit tagk .Nach Cristi vnnsers liebenn hernu geburt Tausenntfunffhundert vnnd im vierzehenndenn Iharnn" ')
Ferner verlieh der Kurfürst seinem Diener undlieben Getreuen Lucas vonCranach, dem berühmtenMaler einen Wappenbrief d. d. Nürnberg am Dornstagder heiligen Dreyer Königtag 1508. Das Formularstimmt mit dem obigen genau überein. Nach demCitate aus dem kaiserl. Privilegium heisst es:
„Als haben wir angesehen unsers dieners vnd liebengetrewen Lucas von Cranach Erbarkeyt Kunst vnndRedligkeit, Auch die angenehme vnnd gefeilige dienste-
in dem einen hätte er auch als Landesfürst eingreifen
^Er' verleiht zu Torgau 11. Juni 1514 der StadtTorgau folgenden Wappenbrief, der meines Wissens
noch unsedruckt ist- _ .___
„Von gots gnadenn WirFriderichhertzogzu Sachsenndes hailigen Romischen Reichs Ertzmarschalh vnnd tur-fürst Kaiserlicher Maiestat vnnd desselben Reichs btat-halter general Lanntgraf in Duringen . vnnd Marggratzu Meyssen . Bekennen mit disem bnve vnnd thunkundt allermeniglich. Nachdem wir von dem Allerdurch-leuchtigstenn Grosmechtigsten fürsten vnnd heren, hernMaximilian Romischen konig zu allen Zeitenn mererdes Reichs zu Hungarn, Dalmacien Croacienn etc. Konig .Ertzhertzogenn zu Osterreich . Hertzogenn zu Burgundizu Brabant vnnd Gelrnn . Graven zu flanndern ynndTyroll etc. vnnserm Allergnedigsten hern vnnder anndermsunderlich begnadt sint . wappenn zu geben nacü be-sage seiner königlichen Maiestat brive . des datum stetalso. Datum in Ciuitate nostra Impenali Augusta dieoctava mensis Augusti . Anno domini millesimo etquingentesimo regnorum nostrorum Romani quinto decimoHungari vero vndecimo . Vnd lautet der Artickel derbegnadung also . Preterea ex prefata nostra regia auc-toritate daraus et concedimus plenam omnimodam excerta nostra sciencia motuque proprio potestatem quodpossis et valeas in prouincys tantum et Jurisdictionducatus tui et terrarum tuarum hereditanarum vniver-sis personis que sub dominio et jurisdictione tua et ate ad hoc ydonee honestae abiles et virtutibus insignesac clare reverte fuerint. Super quibus conscienciamtuam oneramus concedere dare atque Jargin ac gaieascristatas insignia armorum et Jus deferendi eyssque ommaalia et singula priuilegia Jura Immunitates . honores .consuetudines .'et libertates dare et conferre vt eysdemvti frui . gaudere et letari possint . quibus ceteri ldemarmorum Jus a nobis nacti hactenus freti sunt seuquomodo libet pociuntur consuetudine vel de,Jure aecer-nentes et hoc regio statuentes edicto quod huiusmodiper te priuilegiandi et eorum heredes si ad eos eciampriuilegium extendere volueris ac heredum heiedesseriatim in perpetuum clipeos arma et insignia per teUlis conferentes habere deferre et gestare Illuqne inOmnibus et singulis honestis decentibusque actibusi et
expedicionishus tarn serio quam Joco . preüo dueuo
singulari certamine hastiludijs quibuscunque pungns
cominus et eminus vexillis tentorijs signis sigilhs monu-
mentis Edificijs supellectile et alijs in locis orambus
Prout eorum voluntas ac desiderium requisiuerit, ac
necessitas exegerit . vti et frui possint et debeant Apti
sint ydonei ad ineundas et recipiendas omnes prero-
gativas gracias libertates Jura et consuetudines quibus
ceteri a nobis et sacro Imperio huiusceraodi ornament s
insigniti gaudent et pociuntur absque ahcuiusi^P»* 1 -
mento et contradictione. Weil dann denErsamen Weysenn
vtmsern lieben getrewen Burgermaister vnnd Rate vnnser
Stat Torgaw, vor etlichen Jharen Jr ßa tha 7 3 nii a n b d ^
^ant . Tlarynnen auch Ir Sigell brive J™?*»"^
verdorbenn die nu Weil die altenn des Rats ««torbenii
ynnd abganngen nit dem aigenntlichen gedechtnus sein.
Üarumb sie sich ein Zeither eins gemeinenn Sigeis ge
braucht. So habenn wir angesehenn Ir ™nderthemge
gehorsame dinst, die sie vnnfsernn Elternn sebge ^ ynnd
loblicher gedechtnus. Vnnd volgend dem Hochgebornnen
furstenn vunserm liebenn Bruder . herrnn 3°^»™™
hertzogenn zu Sachfsen . Lanntgraven Inn ^iringenu .
vnnd Marggravenn zu Meyfsen vnnd vnns gethan^ Auen ______
das sie gedachte vnnser Statt zu befserung gemems
nutz Inn redüchem wesenn vnnd Regiment na em Aug dem 0riginal auf Pergament mit Wappen-
gadurch sie Inn kunfttigenn Zeitenn dem n e "'S« ma i ere i und anhangendem Siegel im Archiv der Stadt
Romischenn Reich . vnnserm bruder . vnns. vnnd ™ern
Erbenn dester statlicher trewhe vnnd nutze dinst woi s