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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. II. 5.

die gap im der künec Ermenrich, er streit vor Rabene.daz sülnt ir wizzen sicherlich:10 si zimet im wol ze habene.si ist wol einer klaftern breitund ist mit golde wol durchnätEine Wappen-Verleihung, vermittelst eines künst-lich bemalten Schildes, kommt in Wolfdietrich vor:Do bat den fürsten milte, der iunge hiltebrantHerre gent mir ein schilt dz ich mich

durch die lantDz woffen nit dürfe schämen drige wolfe von

golde rotDie wil ich durch uwern namen fleren untz an

mien totIn einem fehle griene darumb ein ring blo."Der edelj fürste kiene hies ym berei-ten doMit also spehen dingen man hrohte in

ym zu der h antVon den Wolfen und von dem ringe wrdent die

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den schilt.An derartige Vorgänge scheint Johannes liothn an-zuknüpfen, wenn er von Nimroth sagt:757 Und den di do nienlichin tatin

Den legite her do ein zeichin an:Den wart do vorder ere irbotiuDanne den andim an allin wan.Hi hüben sich au di SchildeVon den seibin zeichin.Do nam er iclicher ein bildeDaz her konde irreichin.Auch die Glosse des Sachsenspiegels enthält eineundeutliche Erinnerung an diesen Zustand, indem sievon den neuen füttern sagt:

Und daz man en lehengut lihe, ap sie des nicht en haben. Man sal em ouch ein offinbar czei-chen an den arm hengen das ist der schilt"Auf die alte Institution des .Schildlehens wird es nunzurückzuführen sein, wenn wir später von einzelnenLehensherrn ein Wappenverleihungs-Recht ausgeübtsehen.

Diese Form der Wappenverleihung erklärt den Um-stand, dass Wappenbriefe über neue Wappen aus derersten Hälfte des 14. Jahrh. nicht bekannt sind.

Wurde jedoch ein bereits bestehendes Wappensei es das Wappen des Lehensherrn oder ein heimge-storbenes Wappen zu Lehen gegeben, so bekam derBeliehene zu seiner Sicherheit einen Lehenbrief.

Das Wappenlehen wird von geistlichen und welt-lichen Fürsten, Grafen und Herren, die rittermässigeVasallen haben, ertheilt.

Die Vettern Ludwig, Heinrich und Ditzel v. Fran-ke nst ein belehnen am 1 Septbr. 1337 Ditzel v.Pfersdorf, Volknant und Cuntz v. Buttiler, mitihrem (der Lehnsherren) rechten Erbeschild, deran sie gefallen ist von Todes Hand von den v. Stern-berg. Der Schild hat ein weisses Feld, darin ein rotherStern. Eingeschlossen ist der Helm, der zu dem vorge-nannten Schild gehört.')

Kaiser Carl IV. erhebt zu Prag am 16. April 1360(unter der goldenen Bulle) den Dietrich v.Porticz in den böhmischen Freiherrenstand und verleihtihm das durch denTod des Albert v.Leuchtemberg derKroneBöhmen heimgefallene Wappen: einen Pfauen mit aus-

gebreitetem Schwanz, im rothen Felde. Er soll dasWappen im Banner, im Schild und auf dem Helm füh-ren, zu allen ritterlichen Geschäften, zum Ernst undSchimpf (actibus necessariis vel jocundis). Und damitdas erwähnte Banner zur Ehre Seiner Majestät und desgenannten Dietrich v. Porticz und seiner Erben gutemRufe von einer Schaar edler Krieger begleitet sei, wirddem v. Porticz und seinen Erben gestatttet, im König-reich Böhmen 50 Vasallen zu halten 2 )

Kaiser Carl IV. verleiht zu Prag am 15. Juni 1360dem Wolfil von Jungingen die dem Reiche durch denTod des Hartmann Mayr von Windeck 3 ) heimgefallenenErbewappen, welche derselbe Hartmann an Schilde undauf Helme geführt hat 4 )

Ganz dasselbe Wappen verleiht K. Carl IV.zu Nürnberg am 17. Novbr. 1360 dem Edeln Hans v.Bodem dem Jungen. 6 )

Das Stammwappen der v. Bodmann sind dreigrüne Lindenblätter in Silber (Vergl. Z. W. R. No. 279).Sie quadriren dasselbe später mit dem Wappen des Mayrv. Windeck (schwarzer Steinbock in Gold).

Graf Heinrich zu Holstein und zu Stormarn ver-leiht zu Königsberg am 5. Aug. 1377 dem edeln vestenBitter Herrn Berthold v. Frankenrode die Wappen, gelbund schwarz gleich getheilt, die seiner Herrschaft an-erstorben und ledig geworden sind. 6 ;

Wie eine bis zum J. 1448 reichende holsteinischeChronik erzählt, wurde Graf Nicolaus von Holstein nachAbsterben der Familie v. Westensee gebeten, (dasWappen derselben, ein rothes Eichhorn nicht mit be-graben zu lassen sondern einem illegitimen Sprossendes Geschlechts zu verleihen. Der Graf antworteteaber:Barmherziger (iott" (seine Lieblings-Redensart),das Eichhorn soll nicht weiter auf den Baumklettern. Das Wappen dieses Geschlechtes ist mirarg zuwider gewesen; es soll nicht mehr erneuert wer-den."')

Bischof Johann von Chur giebt s. d. Botzen 14.Juli 1380 dem Haintz von Schrofinstein, desübelnPfaffen" Anikel, die Veste Schrofenstein mit aller ihrer

1) Vergl. Urkunde No. 11 - Volknant v. Buttlerführt 1347 diesen Schild in seinem Siegel. Vergl. Cor-respondenzblatt des Gesammt-Vereins 1860 S. 47.

2) Ad. Fr. Glafey, Anecdotorum S. R. J. hist. acjus publicum illustr collectio S. 177.

3) Hartmann Meyer v. Windegke verzichtet 1308auf alle Ansprache an das Meyerainpte zu Glarus, dasvom Gotteshaus Seckingen zu Lehen rührt. Das Wappenist ein Steinbock.

4) Vergl. Urkunde No. 20.

5) Vergl. Urkunde No. 21.

6) Vergl. Urkunde No. 29.

7)Fertur etiam quod hie Nicolaus Comes, cumultimus de progenie Westensee obiifset rogatus ab ali-quibus fuerat, quod uni de tali progenie illegitimo isvellet arma reconcedere et non sinere ita eum sepelien-do in sepulchrum. Quibus respondebatmisericorsDeus (hoc erat commune verbum suum) aspriolusamplius non ascendit arborem Arma horum de-funetorum fuerunt nobis valde dura, amplius non revi-viscant." Nam rubeum aspriolum deferebant in armis.Uli de Westensee fuerunt militares valde praepotenteset superbi et unus de tali progenie, cum quodam Lu-dero Crummedick habuit castrum Rendesborg impigno-ratum per magnum Gerardum Comitem, quod filii ejusHenricus et Nicolaus volentes rehabere non potuerunt.Tunc opidani Henricum Comitem fractis ferris valvarumopidi intromiserunt Dominum suum Comitem et obindedicti opidani fuerunt ab eodem Henrico et fratre suoNicoiao liberati dediti, quod exaetionari non deberent.Et habito opido unus sagittarius Comitis Henrici capi-taneum in Castro sagitta interfecit et ita castrum re-stitutum fuit Dominis suis." Chronicon Holsatiaevetus bis 1448. Leibnitz, accessiones historicae I. S 70.