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Geschichte der Heraldik. II. 5.
schaft giebt er seinem Neffen eine mit Siegeln trefflichhevestete Urkunde >).
Bischof Bruno war im J. 1250 erwählt worden,hatte also im J. 1286 36 Regierungsjahre erreicht. —
Ekko von Liechtenherg bekennt zu Ensdorf 8. Sept.1293, dass ihm sein Oheim Jordan von Murach seinenHelm mit ihm zu führen gegeben habe, durch dieFreundschaft die sie zu einander hätten. Sollte er Er-ben gewinnen, so sollen die den Helm ohne des vonMurach Einwilligung nicht führen 2 ).
Das Schriftstück ist durch einen Schreibfehler vomJ. 1193 datirt. Schon Wiguleus Hund *) bemerkt hiezu :
„31o. U93, oermain foll fein \23<) bann bamaleti 21o.U93 ttodj fljaine tcutfd;e brief gebraudjt roorbeu, ober1293."
Ecko kommt auch 1313 urkundlich vor: er ist indiesem Jahr ein Spruchmann zwischen dem PfalzgrafenRudolf und dem Grafen Alram von Ortenburg.
Der Komische König Ludwig (der Bayer) machteam 11. Nov. 1327 den Castruccio de Antelminellis un-ter vielen Festlichkeiten zum Herzog über .--tadt undBezirk Lucca, das Bisthum Luni, Stadt und BisthumPistoja und Volterra und begabte ihn mit dem baye-rischen Wappen. Ueber die Erhöhung zum Herzog liessder Kaiser dem Castruccio ein von Rom 15. Februar1328 datirtes Diplom 4 ) ausfertigen, in welchem vondem Wappen nicht die Rede ist. Die Thatsacheder Verleihung ist jedoch durch das Zeugniss eines Zeit-genossen, des Giovanni Villani, eines der Häupter derRepublik Florenz 5 ) hinreichend verbürgt. Derselbeschreibt:
„il detto Bavero .... muto arme a Castruccio, las-ciando la sua propria della casa delli lnterminelli colcane di sopra, et fecelo armare a cavallo coverto etkandiere a modo di Duca col campo a oro, e al tra-verso una banda a sacchi pendenti azurro e argentosicome l'arme propia al tutto con detti scacchi del Du-cato di Baviera." —
Eberhard von Widersberg übergiebt seinen Schildund Helm und sein Wappen Kleinod (in der Urkundesollte es wohl heisseu: mein wappen vnd cleinod) sei-nem Oheim Otto von Greiffenberg und dessen Erben,wann sie von rechter Sippe und Erbschaft seinen Schildund Helm billig führen G. 1328, des Erchtags in derOsterwocheu ").
Hiezu macht 0. T. v. Hefner 7 ) die interessanteAnmerkung: „Dieser Ott Greiff hat aber nur denHelm angenommen, nicht den Schild." —
Im Jahre 1336, als Graf Wilhelm von Jülich,Schwager des Kaisers, von letzterem den Titel alsMarkgraf erhielt (21. Juli, im Lager bei Landau) schenkteihm Herzog Otto von Oesterreich zum Zeichen derFreundschaft das österreichische Helmkleinod, die Kronemit den Pfauenfedern zum beliebigen Gebrauche e ). —
1) Vergl. Urkunde No. 2.
2) Vergl. Urkunde No. 3
3) Handschrift des III. Theils, in meinem Besitz.
4) Abgedruckt bei Dumont, corps dipl.1,2 S. 106 f.
5) Seine bis 1348 reichende Chronik ist abgedrucktbei Ludto. Ant. Muratori, rerum italicarum scriptores,Bd. XIII. Die in Rede stehende Erzählung steht aufS. 624. Vergl. das Urtheil Böhmers über Villani in denReg. Ludovici, Vorrede S. X.
6) Sund, Stammenhuch I 336. Siehe Beilage No. 8.
7) Altbayerische Heraldik I S. 175.
8) Zwei zeitgenössische Autoren erwähnen diesenVorfall. Johannes Victoriensis (f vor 1348) erzählt:„Quem dux Otto sibi in familiaritatem militaris contu-],ernii conbinavit, galeeque sue decus, quod pinuam sive
Charel v. Eibenstein bekennt am 17 Februar 1337,„dass mir mein Oheim, Her Engelbrecht der GrueberGunst und Willen gegeben hat, mit ihm zu führen sei-nen Helm, unter der Bedingung: sollte Herr EngelbrechtErben gewinnen, so muss ich den Helm ohne allen Kriegliegen lassen ihm und seinen Kindern; verführe er aberohne Erben, so haben ich und meine Erben volle Ge-walt den Helm zu führen. Sollten Misshelligkeiten zwi-schen uns entstehen, so soll ich den Helm liegen lassen,sobald mein Oheim diess von mir verlangt." ") -
Im J. 1337 unternahm König Johann von Böhmenin Begleitung vieler Fürsten, Grafen, Herren, Ritter etc.auf Einladung des Deutschordens-Hochmeisters Dietrichv. Altenburg einen Zug gegen die heidnischen Litthauer.In dem Heere befand sich auch Herzog Heinrich vonBayern, welcher unter Mitwirkung des deutschen Or-dens an den Ufern der Memel die erste befestigte Co-lonie Litthauens gründete. Der neue Ort sollte dieHauptburg des Landes sein und Bayern heissen; zu-gleich übereignete Herzog Heinrich dieser Hauptburgdas Waffen- und Fahnen-Zeichen (i. e. Wappen) desLandes Bayern. Wegen dieses Zeichens (bayerischesWappen) soll die Fahne (der Hauptburg) das Ehren-Vorrecht gemessen, dass sie vor allen anderen Fahneuin den Feldzügen gegen die Litthauer die vorderste imAngriffe und die letzte im Rückzüge sei 10 ).
zimeram vel glareotam dieunt in hellis tornetis et ha-stiludiis utftndum contradidit, coronam scilicet aureeresplendentie galee circumduetam, et e medio pavonico-rum speculorum relucentium fasciculum exurgentem.''(Böhmer, fontes I) Dr. Heinrich Truckse'ss von Diessen-hoven, Canonicus von Constanz in seiner von 1316 -1361reichenden Chronik (Böhmer, fontes IV, S. 48) nenntden Herzog Albrecht den Weisen oder Lahmen als Ge-ber: „Ipse enim comes Juliacensis factus fuit margra-vius per dominum suum Ludewicum predictum cum se-cum iret in exercitu contra regem Bohemie in subsi-dium domini Alberti ducis Austrie. Qui tunc ipsi mar-gravio Juliacensi in Signum amicicie indulsit, ut insigniagalee sue cum Corona aurea ac pennis pavonum possittamquam miles emeritus in armis et actibns bellicis de-ferre et ducere ac se cum eis ubique demonstrare."(Vergl. unsere frühere Erwähnung dieser Sache aufS. 267).
9) Vergl. Urkunde No. 10. - Siehe auch: Hono-rius Burger, Geschichtl. Darstellung der Gründung undSchicksale des Benedictinerstiftes S. Lambert zu Alten-burg in Niederösterreich. Wien 1862. S. 248, wo vonder Urkunde folgendes Regest gegeben ist:
„Charel von Eibenstein reversirt sich, dass, weilihm sein Oheim Engelbrecbt der Grueber bewilligte,dessen Helm in seinem Wappen zu führen, er für denFall, dass Engelbrecht der Grueber Erben erhielte, denHelm wieder aus seinem Wappen hinweglassen wolle,da er im Gegentheile das Recht haben soll, sowohl erals seine Kinder lebenslänglich gedachten Helm in sei-nem Wappen zu führen." Es ist hier dem Umständenicht Rechnung getragen, dass sich der Begriff Wappenseit 1337 erheblich geändert hat.
10) So fasse ich den Sinn der nachher zu erwäh-nenden Urkunde, welche an der betreffenden Stelle sagt:
„. . . Cui quidem Castro Principali idem noster Pa-truelis dilectus, nomen et insignia armorum etvexilli Terre Bawarie que Beyern dicitur apro-priavit, Ita quod insignia sui vexilli ea debent hono-ris et dignitatis prerogativa pollere ut pre Omnibus ve-xillis aliis in expeditionibus contra Lythwinos, sint an-teriora in agressu et ultima in recessu." Durch eine 11Fehler des Schreibers, welcher im Schluss aus dem Sin-gularis (vexillnm) in den Pluralis (sint etc.) fällt, ist