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Geschichte der Heraldik. II. 5.
Öffnung steht ein von Meissen und Landsberg gespal-tener .Schild.
Die Altstadt Thorn führte in ihrem seit 1232 vor-kommenden Siegel (vergl. Taf. 6 No. 1) ein hochge-wölbtes Stadtthor mit zwei Thürmen; im Thore sitztdie Mutter Gottes mit dem Kinde.
Die Stadt Wismar führt 125ß in ihrem grossenrunden Siegel eine auf Wellen gehende Kogge, derenMast mit einem Schilde, darin der meklenburgischeStierkopf, belegt ist. — In ihrem runden Secret von1352 führt sie einen gespaltenen Schild, darin vorn amSpalt ein halber Stierkopf, hinten dreimal getheilt (vonSilber und Roth).
Die Stadt Ettlingen in Baden führt in ihrem schild-förmigen Siegel vom J. 1257 mit der Umschrift: f {Si-gillum ci)vium I. Civitate. üftA(ening)en den badischenSchrägbalken senkrecht hinterlegt von einem Schlüssel.
Die Neustadt Thorn führt seit 1204 in ihrem Siegeleine Bake beseitet von zwei Kreuzschilden; über denSchilden und zwischen dem Balkenwerk der Bake jeein Stern. (Vergl. Taf. 6 No. 3).
Das fSiyülum. Civium. De. Landowe. Spiren . Diocesisenthält ein Castell mit zwei geziiiuten Thürmen, ausdenen oben je drei menschliche Gestalten hervorsehen;zwischen den Thürmen ein Löwenschild, den zwei an-dere Gestalten berühren, die hinter den Zinnen des Ca-stells hervorsehen.
Das Siegel der (mainzischen) Stadt Amoeuehurgaus dem Ib. Jahrhundert enthält das Bild eines Erz-bischofs, am Pallium erkennbar, in einem Thore (ohneBogen).
Die Stadt Grevesmühlen in Meklenburg führt inihren Siegeln (1276, 1283, 1331!) ein Mühlrad, das in derMitte mit dem meklenburgischem Stierkopfe belegt ist 1 ).
Siegel IV. C. der Stadt Berlin an einer Urkundevon 1280 Umschrift: fSiyülum. Bvrgensivm . De. Berlin.Sum (Ich bin das Siegel der Bürger von Berlin). Inder Mitte der brandenburgische Adlerschild, darauf derHelm mit Flügelkleinod. Neben dem Schilde rechtsund links je ein abgewendeter, widersehender Bär 2 ).
No. 411.
Bundes Siegel der Stadt Trarbach an einer Urkundedes Jahres 1285 , mit einem geschachten Schild, darinauf einem Hoden ein Thurm, dessen Spitze mit einemüber den Schild hinausragenden Kreuz besteckt ist;rechts neben dem Thurm ein Schlüssel, links eine ausdem Schildesrande wachsende Hand mit einem Stab ').
No. 412.
Hauptsiegel der Stadt Spandau, an Urkunden von1289 und 1302 vorkommend. Umschrift: f S. Bvrgen-sium . De . Zpai>d<>v.
Sig. IV A. 1 der Stadt ltipen in Jütland seit 1295vorkommend; „ein merkwürdiges Beispiel monogramma-tischer Zusammenschiebung eines Wappens mit einemarchitectonischen Bilde . . . rechts die 3 halben gß'krönten Leoparden des Königl. Dänischen Wappens,links ein Theil einer romanischen Kirche"*) (No. 413).
Aus dieser monograinmatischen Verbindung ist spätermehrfach z. B. im Wappen der Stadt Flensburg einBild entstanden, welches die Leoparden als aus denFenstern des Bauwerks springend darstellt.
Die Stadt Ratibor in Schlesien führt in ihrem run'den Siegel, 1296 zuerst vorkommend, einen halben Adlerund eiu halbes Bad (auf den Namen anspielend) inmonogrammatischer Vereinigung 6 ).
Die Stadt Münnerstadt in Franken, ehemals denGrafen von Henueberg gehörig, führt in ihrem grossenrunden Siegel, welches zuerst im J. 1297 vorkommt, einThorgebäude mit einem Thurme in der Mitte; nebendemselben stehen zugewendet: rechts eine Henne, link 9ein Löwe In der Thoröffnung befindet sich ein rechts-gewendeter Reiter, der den Schild des mittleren henue-bergischen Wappens (wachsender Doppeladler und Schach ;vergl. S. 269 Siegel No. 348) am linken Arme und inder Rechten eine Lanze (mit Fähnchen) trägt. Die Be-deutung oder Zugehörigkeit des Löwen ist bis je tztnicht ermittelt 6 ).
1) Meklenb. Siegel Heft 1. 2.
2) Dieses Siegel ist öfters, jedoch in ungenügender
Weise abgebildet. Obwohl mir von dem Verein f. <*■Gesch. d. Stadt Berlin ein Gliche in liebenswürdige''Weise zur Verfügung gestellt war, habe ich es dochvorgezogen, unter Benutzung einer von Vossberg hinter-lassenen Originalzeichnung (im Kgl. Geh. Staatsarchiv)das obige Zinkogramm' herstellen zu lassen. „
3) Günther, cod. dipl. Bheno-Mus Bd. II Taf. l öNo. 57.
4) Fürst Hohenloho, spkrag. Aphorismen S. 106- """Das Cliche verdanke ich Sr. Durchlaucht. ^
5) Pfotenhauer, die schles. Siegel S. 23, Taf. XI*No. 109.
6) Einen argen historischen 5 chnitZ0T enthält ( ' ,e